Landesgartenschau Leinefelde-Worbis: Grüne Verbände machen Zukunft sichtbar

Mit einer feierlichen Veranstaltung am 25. April ist die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis offiziell eröffnet worden. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Thüringer Landespolitik, kommunaler Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde deutlich, welche Bedeutung dieses Projekt für das Eichsfeld und weit darüber hinaus hat.

Startschuss der Landesgartenschau mit der symbolischen Pflanzung der letzten Blume durch (von links nach rechts) Stefan Nolte, Peter Escher, Mario Voigt und Christian Zwingmann. Bild: FGL.

Anzeige

Mehrere tausend Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag, um die neue Gartenschau und ihre besondere Atmosphäre zu erleben. Durch das Eröffnungsprogramm führte Peter Escher. Den musikalischen Auftakt gestaltete das Thüringer Polizeiorchester, zu den eindrucksvollen Momenten gehörten außerdem die Artistik von Anne Scholze sowie der Auftritt von Kinderliedermacher Mathi gemeinsam mit dem inklusiven Kinder- und Jugendorchester Creshendo. Die Redebeiträge wurden durch eine Gebärdendolmetscherin begleitet – auch das unterstrich den offenen und verbindenden Charakter dieser Eröffnungsfeier.

Auf der Bühne sprachen unter anderem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Landrätin Marion Frant, Karsten Hain – Präsident des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e. V. (FGL) und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Thüringen (LAGL) – sowie Monsignore Bertram Vogt. Gemeinsam machten die Beiträge deutlich, dass die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis weit mehr ist als eine Ausstellung auf Zeit: Sie steht für nachhaltige Stadtentwicklung, Lebensqualität und die gestalterische Kraft der grünen Berufe.

Karsten Hain brachte diesen Anspruch in seiner Rede prägnant auf den Punkt: „Landesgartenschauen sind Entwicklungsmotoren für Stadt und Land.“ Zugleich betonte er, dass die fachliche Stärke der grünen Verbände gerade darin liege, nicht nur temporäre Bilder zu schaffen, sondern dauerhaft wirksame Beiträge für klimaresiliente, lebenswerte und zukunftsfähige Stadträume zu leisten.

Ein besonderer Moment der Feier war die Übergabe eines Baumgutscheins an Ministerpräsident Mario Voigt. Anlässlich des Tags des Baumes überreichte Karsten Hain nicht nur einen, sondern drei Bäume für ein soziales, gemeinnütziges Projekt. Mario Voigt griff die Idee direkt auf und stellte einen Bezug zu Kindern aus dem Förderzentrum und der Tabaluga-Schule her – ein starkes Zeichen dafür, dass Zukunftsgestaltung auf der Landesgartenschau auch immer eine soziale Dimension hat.

Gerade aus Sicht der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen mbH (FöGes) war die Eröffnung deshalb auch ein sichtbarer Beleg für die Stärke ihrer Gesellschafter. Die FöGes bündelt das Fachwissen der grünen Berufsverbände und begleitet Landesgartenschauen seit 1989 von der Bewerbung bis zur Durchführung. Zu den Gesellschaftern aus dem Land Thüringen gehören unter anderem der FGL, der bdla - Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen, Landesgruppe Hessen e. V. Landesgruppe Thüringen, der Fachverband Deutscher Floristen Hessen-Thüringen (FDF) sowie der Landesverband Gartenbau Thüringen.

Die grünen Verbände prägen die Landesgartenschau mit klaren, eigenen Angeboten

Der FGL zeigt seine Stärke auf der Landesgartenschau besonders sichtbar in den acht Schaugärten der Fachbetriebe. Diese Gärten machen moderne Garten- und Landschaftsgestaltung ganz praktisch erlebbar: mit Ideen zu Aufenthaltsqualität, Biodiversität, Klimaanpassung, ressourcenschonenden Materialien und gemeinschaftlichem Nutzen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Beiträge direkt auf der Gartenschau und im Bildungsprogramm – der FGL ist damit der Verband, der planerische Idee und handwerkliche Umsetzung besonders anschaulich in gebaute Realität übersetzt.

Der bdla Thüringen bringt vor allem die landschaftsarchitektonische Perspektive ein – also jene Kompetenz, die Freiräume nicht nur schön, sondern dauerhaft funktional, ökologisch und städtebaulich wirksam macht. Der Verband steht für „Planen für Mensch und Natur“ und bündelt in Thüringen die Expertise von Planungsbüros, Projekten und fachlichem Austausch. Im Zusammenhang mit Landesgartenschauen reicht dieses Angebot von der konzeptionellen Qualitätssicherung über Beiträge zum Architektenwettbewerb bis hin zur Begleitung komplexer Umsetzungsprozesse. Damit wird die planerische Tiefe sichtbar, die hinter einer Gartenschau wie Leinefelde-Worbis steht.

Der Fachverband Deutscher Floristen Hessen-Thüringen mit seiner Thüringer Verankerung steht für den floristischen Ausdruck der Gartenschau. Sein Angebot reicht von publikumswirksamen floristischen Demonstrationen bei Landesgartenschauen über Aus- und Weiterbildungsformate bis hin zur Nachwuchsförderung im Floristenberuf. Auf der Landesgartenschau wird diese Kompetenz besonders dort sichtbar, wo florale Gestaltung Atmosphäre, Emotion und handwerkliche Präzision miteinander verbindet – etwa in Ausstellungen wie dem „Blumenblock“, in dem „florale Gestaltungen und kreative Arrangements“ zentrale Themen des Wochenendprogramms bilden. Der Verband macht damit jene ästhetische und handwerkliche Ebene erlebbar, die Gartenschauen für Besucherinnen und Besucher unmittelbar sinnlich erfahrbar macht.

Der Landesverband Gartenbau Thüringen bringt die gesamte Breite des gärtnerischen Berufsstandes ein. Er verweist selbst darauf, dass sich die Thüringer Gärtner mit zahlreichen Ausstellungsbeiträgen an der Landesgartenschau beteiligen und damit über 172 Tage gärtnerische Kompetenz in Leinefelde-Worbis sichtbar machen. Dazu zählen nicht nur Pflanzen und Produkte, sondern auch fachliche Themen aus dem Erwerbsgartenbau: Am Eröffnungswochenende standen im Themengarten „Grünes Herz – Der Garten Thüringens“ etwa Thüringer Spargel sowie mit „BeerenKlima2.0“ Fragen nachhaltiger Erdbeerproduktion im Mittelpunkt. Der Verband steht damit für die unmittelbare Präsenz der Thüringer Gärtnerinnen und Gärtner auf dem Gelände – fachlich, produktbezogen und verbrauchernah.

Gerade in dieser arbeitsteiligen und zugleich eng vernetzten Form liegt die besondere Stärke der grünen Verbände auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis: Der FGL zeigt gebaute Gartenräume, der bdla sichert die landschaftsarchitektonische und konzeptionelle Qualität, der Floristenverband bringt florale Gestaltung und Öffentlichkeit zusammen, und der Landesverband Gartenbau Thüringen macht die Breite des gärtnerischen Berufsstandes sichtbar. Gemeinsam entsteht so ein Gesamtbild, das weit über eine klassische Veranstaltung hinausweist.

Die feierliche Eröffnung hat damit nicht nur den Startschuss für die Landesgartenschau gegeben, sondern auch gezeigt, wie stark die grüne Branche in Thüringen und Hessen gemeinsam wirkt: fachlich fundiert, gesellschaftlich relevant und mit einem klaren Blick auf die Zukunft von Stadt, Landschaft und Lebensqualität.

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.