Hauert: Langzeitdünger im Garten- und Zierpflanzenbau

"Zuviel Dünger das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt", so lautete eine der "neuen Bauernregeln", die vor kurzem im Rahmen einer PR-Kampagne des Bundesumweltministeriums veröffentlicht wurden.

Anzeige

„Zuviel Dünger das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt", so lautete eine der „neuen Bauernregeln", die vor kurzem im Rahmen einer PR-Kampagne des Bundesumweltministeriums veröffentlicht wurden. Was sich lustig anhört, aber auch kontrovers diskutiert wurde, hat einen wahren Kern. Dennoch weiß jeder, dass es bei der Produktion von Pflanzen - egal ob in der Landwirtschaft oder im Zierpflanzenbau - nicht ohne Dünger geht. Wie schafft man es aber, Pflanzen in der Wachstumsphase optimal mit Nährstoffen zu versorgen, ohne dass es bei starken Niederschlägen oder sandigen, durchlässigen Böden zu Auswaschungen ins Grundwasser kommt?

„Bei Nährstoffen wie Phosphor, Kalium oder Magnesium besteht diese Gefahr kaum", erklärt Rolf Lösch, Gartenbauingenieur beim Schweizer Düngerspezialisten Hauert. „Sie werden in der Regel nicht vom Regen aus dem Boden ins Grundwasser getragen. Anders sieht es allerdings beim Stickstoff - einem der wichtigsten Motoren für das Pflanzenwachstum - aus. Enthält ein Dünger einen hohen Anteil an wasserlöslichem Nitrat, steht der Nährstoff den Wurzeln zwar schnell zur Verfügung, bei ungünstigen Boden- oder Witterungsverhältnissen können Teile davon aber auch weggeschwemmt werden." Bei Verwendung von einem umhüllten Stickstoffdünger verringert sich dieses Risiko erheblich, denn hier werden die enthaltenen Nährstoffe nur nach und nach abgegeben. Daneben gibt es außerdem spezielle Langzeitdünger, die ihre Nährstoffe temperaturgesteuert freisetzen. Auch dies verringert eine Auswaschung ins Grundwasser deutlich.

Umhüllte Langzeitdünger
„Bei unseren Tardit Langzeitdüngern sind die Düngerkörner mit einer Harzschicht umgeben, die die Freisetzung der Nährstoffe steuert", so Lösch. „Dringt Wasser ins Korn ein, lösen sich die Nährstoffe und werden dann langsam und gleichmäßig an das Substrat abgegeben. Je dickwandiger die Umhüllung, desto länger dauert es." Die Tardit Dünger gibt es mit einer Wirkdauer von drei, sechs, neun und zwölf Monaten. Die Produkte enthalten alle Hauptnährstoffe und Spurenelemente, die die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen und sind hervorragend für die Versorgung von Baumschul- und Zierpflanzenkulturen geeignet. Neu im Programm ist der „Tardit 6 M High K" mit einer Wirkungsdauer von sechs Monaten und einen besonders hohen Kaliumgehalt (20 %). Alle Dünger der Tardit Reihe besitzen neben der Langzeitwirkung auch eine schnell wirkende Startkomponente. Diese versorgt die Pflanzen direkt nach der Ausbringung mit den wichtigen Nährstoffen. Eine separate Grundaufdüngung des Substrats wird so überflüssig.

Temperaturabhängige Stickstofffreisetzung
Eine andere Strategie fährt man beim NPK-Langzeitdünger „Neofert". Er wird mit hochwertiger Methylenurea (MU) hergestellt. Die kontinuierliche Nährstoffabgabe erfolgt bei diesem organisch synthetischen Stickstoff nicht direkt, sondern durch mikrobiellen Abbau und ist damit temperaturabhängig. „Die Aktivität der Mikroorganismen im Boden beginnt bei etwa fünf Grad Celsius und nimmt bis zu 32 Grad Celsius stetig zu", erläutert Lösch. „Die Bodenbakterien sind also vor allem unter den Bedingungen aktiv, bei denen auch die Pflanzen besonders gut wachsen. Bei längeren Hitzeperioden oder kühler Witterung drosseln sie ihren Arbeitseifer. Der Vorteil: Stickstofffreisetzung und Pflanzenwachstum sind somit immer perfekt aufeinander angepasst." „Neofert" hat eine Wirkdauer von etwa drei Monaten und ist aufgrund seiner Eigenschaften universell einsetzbar zur Aufdüngung von Substraten im produzierenden Gartenbau als auch zur Verwendung im Garten- und Landschaftsbau.

Der Einsatz von Langzeitdüngern hat aber nicht nur Vorteile für die Umwelt und das Grundwasser. Die dosierte Nährstoffabgabe vereinfacht die Düngung und es kommt bei richtiger Anwendung selbst bei extremen Witterungsverhältnissen nie zu einer Unter- oder Überversorgung der Pflanzen. Da es keine Nitrat-Auswaschung gibt, kann außerdem etwas an der Düngermenge eingespart werden. Auch Arbeitszeit und ggf. Maschinen- und Treibstoffkosten können reduziert werden, wenn seltener gedüngt werden muss.

On Top: Aufstreudünger mit Langzeitwirkung
Vor allem in Containerbaumschulen sind die Anforderungen an die Düngung besonders komplex. Da das Wurzelvolumen beschränkt ist, ist eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung von großer Bedeutung für das Pflanzenwachstum. Deshalb empfiehlt sich auch hier beim Eintopfen der Pflanzen, die 0-Erde mit einem Langzeitdünger anzureichern. Für die spätere Nachdüngung gibt es dann spezielle Langzeit-Aufstreudünger, beispielsweise den „Tardit Top", dessen Stickstoff zu 78% als Langzeitstickstoff vorliegt. Seine besondere Klebeeigenschaft sorgt direkt nach dem Aufbringen für eine feste Verbindung mit der Erde, so dass selbst beim Verladen oder Umkippen der Container nichts verloren geht. Mit „HortoBalance Top" bietet Hauert eine ausbalancierte Kombination mehrerer Langzeitdünger-Technologien in einem Produkt: Der granulierte Aufstreudünger enthält Methylenurea und ist zudem teilweise umhüllt. Er hat eine Wirkungsdauer von sechs bis sieben Monaten und eignet sich hervorragend für die Nachdüngung von Container- und Topfkulturen. (Quelle: Hauert)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.