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Hauert: Aktuelle Herausforderungen in der Sportplatzdüngung
Als technische Grundlage für Fußball und andere Rasensportarten muss er optimale Stoßdämpfung, Balltreue und Scherfestigkeit bieten sowie einen dichten, homogenen Pflanzenbestand aufweisen. Gleichzeitig hat er einen hohen ökologischen Wert: als CO₂-Senke, durch seine kühlende Wirkung und durch positive Effekte auf das menschliche Wohlbefinden. Studien zeigen, dass Grünflächen den Serotoninspiegel erhöhen und sich günstig auf Konzentration, Blutdruck und Herzfrequenz auswirken.
Hoher Nährstoffbedarf und verlängerte Vegetationsperiode
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen Sportrasenflächen eine intensive Nährstoffversorgung. Die Hauptgräser Lolium perenne und Poa pratensis zählen zu den „Starkzehrern“: Bei hoher Belastung liegt der Stickstoffbedarf bei 25–30 g/m² pro Jahr. Hinzu kommt eine verlängerte Vegetationsperiode, die eine Anpassung der Düngepraxis erfordert. Drei Düngegaben reichen heute nicht mehr aus – an warmen Standorten sind fünf bis sechs Gaben notwendig. Dabei gilt: Häufigere, kleinere Mengen sind nicht nur pflanzenphysiologisch sinnvoll, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz.
Folgen von Nährstoffmangel und ungleichmäßiger Verteilung
Eine unzureichende Nährstoffversorgung schwächt den Sportrasen erheblich: Erwünschte Arten wie Lolium perenne und Poa pratensis gehen zurück, während unerwünschte Gräser wie Poa annua, Poa trivialis sowie Unkräuter überhandnehmen. Gleichzeitig steigt das Risiko für pilzliche Krankheiten wie Dollarspot oder Schneeschimmel. Auch eine ungleichmäßige Düngung kann Probleme verursachen – etwa Rotspitzigkeit. Der Grund liegt in der Physiologie der Gräser: Nach einer Düngung investiert die Pflanze in Blatt- und Wurzelwachstum. Folgt darauf eine längere Hungerphase, gerät sie unter Stress, muss viel Biomasse mit wenig Nährstoffen versorgen und wird anfälliger für Krankheiten und Belastung. Die Regeneration verlangsamt sich, und es entstehen Lücken im Bestand.
Langzeit-Stickstofftechnologien als Schlüssel
Je seltener die Düngegabe, desto wichtiger ist der Anteil an Langzeitstickstoff. Diese Technologien geben Nährstoffe portionsweise ab und verhindern sowohl Stoßwachstum als auch Auswaschung. Hierzu zählen verschiedene Umhüllungen und Harnstoffkondensate. Letztere bestehen aus langen Harnstoffketten, die erst durch Mikroorganismen im Boden zerkleinert werden, bevor sie pflanzenverfügbar sind. Ähnlich funktioniert organisch gebundener Stickstoff – allerdings mit einem entscheidenden Nachteil: Für eine organische Düngung braucht es ein intaktes Bodenleben, da 100% der aufgebrachten Nährstoffe erst umgebaut werden müssen. Insbesondere auf neuen, sandreichen Sportplätzen kann es hier zu einer verzögerten Wirkung bis hin zur Anreicherung der Organik in den oberen 5 cm der Rasentragschicht kommen. Nicht umgesetzte organische Substanz verschlechtert die Bodeneigenschaften: Grobporen füllen sich, der Boden wird plastisch, verliert Wasserdurchlässigkeit und verdichtet sich leichter. Dies beeinträchtigt Gasaustausch, Wasserableitung, Stoßdämpfung und letztlich das Pflanzenwachstum. Organische Dünger sollten daher auf Flächen eingesetzt werden, auf denen das Bodenleben intakt ist und die organische Substanz möglichst schnell umgesetzt werden kann.
Bewährte Lösungen
Besonders bewährt auf Sportplätzen haben sich Harnstoffkondensate wie Methylenurea, die in den Cornufera- und Progress-Linien von Hauert eingesetzt werden. Sie kombinieren eine langsame Stickstofffreisetzung mit dem Verzicht auf Mikroplastik. Dank hochwertiger Granulate (Granutec und Sphero) lassen sich selbst hohe Stickstoffmengen präzise in kleine Gaben aufteilen – ideal für die verlängerte Vegetationsperiode.
Weitere Herausforderungen
- Wasserengpässe im Sommer erhöhen die Bedeutung einer ausreichenden Kaliumversorgung.
- Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel: Umso wichtiger ist eine ausreichende Nährstoffversorgung, damit die Gräser gegen biotische Schaderreger gewappnet sind.
- Phosphatreduktion: Viele Sportplätze sind bereits gut versorgt, und übermäßiger Einsatz fördert Unkräuter wie Weißklee oder Jährige Rispe. Angesichts endlicher Phosphatreserven ist ein nachhaltiger Umgang unerlässlich.
Blick in die Zukunft
Ab 2028 werden bestimmte Hüllmaterialien für Stickstoff verboten sein. Geeignete Alternativen sind bislang rar, und der Einsatz organischer Stoffe kann auf unpassenden Rasenflächen zu höheren Folgekosten führen. Umso wichtiger ist es, schon heute auf innovative Lösungen zu setzen, die sowohl den ökologischen Anforderungen als auch den hohen Ansprüchen an Sportrasen gerecht werden.

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