Hauert Manna: Bedarfsgerechte Düngung von Spezialkulturen

Phosphor (P) ist lebensnotwendig für alle Zier- und Nutzpflanzen und essentiell für die Aufrechterhaltung vieler Funktionen in den Gewächsen. Herrscht ein P-Mangel, beeinträchtigt das das Wachstum sowie die Blüten- und Fruchtbildung erheblich.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Der Einsatz von Phosphor lässt sich gegenüber der bisherigen gärtnerischen Praxis auf die Hälfte bis ein Drittel reduzieren, ohne dass es zu Beeinträchtigungen bei Kulturdauer oder Pflanzenqualität kommt. Bild: GABOT.

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Neben Stickstoff (N) und Kalium (K) ist Phosphor daher in allen Volldüngern enthalten. Die drei genannten Salze sind mengenmäßig der größte Bestandteil und damit auch Namensgeber für NPK-Dünger. Wie hoch der jeweilige Prozentanteil in einem Produkt ist, richtet sich nach dem Anwendungsbereich und wird unter anderem auf der Verpackung genau angegeben.

„Das Hauptaugenmerk bei der genauen Düngemittelbedarfsermittlung für verschiedene Gebiete des produzierenden Gartenbaus und in landwirtschaftlichen Spezialkulturen wurde lange in erster Linie auf Stickstoff gelegt, denn bei diesem entwickeln sich Kulturen sowohl bei einem Zuwenig als auch bei einem Überschuss nicht optimal", erläutert Agrarwissenschaftlerin Franziska Pinto vom Düngerspezialisten Hauert Manna. „Anders sieht das beim Phosphor aus. Hier ist es vor allem ein Mangel, der negative Auswirkungen auf die Pflanzen hat. Eine Überversorgung führt bei ihnen in der Regel nicht zu Schäden. Deshalb ging es bei der Düngergabe im Allgemeinen zunächst darum, dass ausreichend von dem Mineral vorhanden war. Die verabreichten Mengen orientierten sich dabei prozentual am Stickstoff."

Ohne Beeinträchtigungen bei Kulturdauer oder Pflanzenqualität

Wirtschaftliche Entwicklungen, Umweltaspekte aber auch politische und gesellschaftliche Forderungen haben dafür gesorgt, dass die bisherige Praxis der Phosphordüngung kritisch hinterfragt und beleuchtet wurde. Verschiedene gartenbauliche Lehr- und Versuchsanstalten, Forschungsinstitute, Fachhochschulen und Universitäten nahmen sich des Themas ab 2013 verstärkt an. Intensiv und praxisorientiert setzte man sich vor allem mit dem Phosphoreinsatz im Zierpflanzenbau auseinander und tauschte sich in Arbeitsgruppen bundesweit aus. Die Forschungsergebnisse wurden im Helft 3/2018 der Schriftenreihe des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie veröffentlicht. Als Fazit ist hier zu lesen, dass der Phosphorbedarf vieler Pflanzen tatsächlich deutlich niedriger ist als lange angenommen. Der Einsatz lässt sich demnach gegenüber der bisherigen gärtnerischen Praxis auf die Hälfte bis ein Drittel reduzieren, ohne dass es zu Beeinträchtigungen bei Kulturdauer oder Pflanzenqualität kommt.

Forschungsergebnisse konsequent umgesetzt

„Bei unseren Ferty EcoPhos-Nährsalzen, die voll wasserlöslich sind und speziell für die Flüssigdüngung im produzierenden Gartenbau und in landwirtschaftlichen Spezialkulturen entwickelt wurden, haben wir die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppen und die sich daraus ergebenen neuen Richtwertempfehlungen konsequent umgesetzt", so Pinto. „Die neue Produktlinie basiert auf den klassischen Ferty-Nährsalzen, die viele Unternehmen seit Jahrzehnten kennen und schätzen. Lediglich die Phosphor-Werte wurden gezielt abgesenkt, alle anderen Eigenschaften blieben unverändert."

Im Katalog von Hauert Manna findet man acht EcoPhos Varianten, die sich in ihrer Stickstoffzusammensetzung unterscheiden. Damit sind sie an verschiedene Wasserhärten optimal angepasst: Bei eher kalkhaltigem Wasser wählt man zwischen EcoPhos 1 bis 4. Diese senken den pH-Wert, wodurch sich die Wasserhärte zu einem gewissen Teil neutralisieren lässt. Kommt im Gewächshaus weiches Gießwasser, z.B. aufgefangenes Regenwasser, zum Einsatz, greift man zu einer der vier EcoPhos Mega Varianten. Diese wirken basisch und somit pH-stabilisierend.

Pinto: „Zwar wird heute im Zierpflanzenbau überwiegend mit geschlossenen Bewässerungssystemen und integrierter Düngung gearbeitet, so dass in der Regel kein direkter Eintrag von überschüssigen Nährstoffen in die Umwelt erfolgt, dennoch rate ich unseren Kunden, wenn möglich phosphorreduzierte Produkte zu verwenden. Denn früher oder später gelangt das Zuviel, das sich im Substrat angereichert hat, doch mit diesem in einer kommunalen oder privaten Kompostierung. Außerdem sollten wir alle an einem möglichst nachhaltigen Umgang mit Ressourcen interessiert sein. Da sich schon jetzt die Endlichkeit der einfach erschließbaren Vorkommen an Rohphosphaten abzeichnet, wird mittel- und langfristig der Preis für Phosphordünger deutlich steigen. Aber auch wer schon jetzt seine Kulturen effizient und bedarfsgerecht düngt, kann Geld sparen."

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