Gramoflor: Einigung mit Umweltverbänden

Gramoflor erreicht im Dialog mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) Landesverband Niedersachsen e.V. und den Umweltforum Osnabrücker Land e.V. (UFO) einen beispielhaften Kompromiss zur Hochmoorentwicklung.

(v.l.): Ansgar Brockmann, Bürgermeister der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, Dr. Benedikt Beckermann, Kreisrat des Landkreises Vechta, Gabriela Gramann, Gramoflor, Josef Gramann, Gramoflor, Dr. Matthias Schreiber vom Umweltforum Osnabrücker Land e.V. und Prof. Dr. Michael Rode vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Niedersachsen e.V. Bild: Gramoflor.

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Mit dem Bescheid vom 18. Oktober 2024 erteilte der Landkreis Vechta der Firma Gramoflor die Genehmigung zum Abbau von Torf auf einer Fläche von ca. 95 Hektar im Großen Moor in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden - auch Campemoor genannt. Gegen diese Genehmigung erhoben der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) Landesverband Niedersachsen e.V. und das Umweltforum Osnabrücker Land e.V. (UFO) seinerzeit Widerspruch. Anders als häufig üblich, blieben die unterschiedlichen Interessensgruppen daraufhin jedoch intensiv im Gespräch und erarbeiteten einen beispielhaften Kompromiss zwischen dem bereits genehmigten Torfabbau und dem Klima- und Naturschutz.

Ausgangpunkt des Dialogs war die Einigkeit darüber, dass eine Hochmoorentwicklung auf den bisher stets CO2-emittierenden landwirtschaftlich genutzten Moorflächen möglichst zeitnah erfolgen sollte und dass die Sicherung verantwortungsvoll gewonnener und möglichst regionaler Rohstoffe für den professionellen Gartenbau notwendig ist.

Um diese gemeinsame Zielsetzung zu realisieren, wurde zwischen BUND, UFO und Gramoflor eine Vereinbarung getroffen und schriftlich fixiert. Der Widerspruch wurde daraufhin zurückgenommen und der Kompromiss stellt sich wie folgt dar:
Die Gebietskulisse der ursprünglich genehmigten 95 Hektar Torfabbaufläche teilt sich gemäß der Vereinbarung jetzt in drei Bereiche.
Auf 45 ha erfolgt weiterhin die Torfgewinnung im Gramoflor-eigenen Ober-Unterfeld-Verfahren und nach dem sog. NABU-IVG-Konzept. Das Ober-Unterfeld-Verfahren wurde eigens entwickelt, um die moortypische Vegetation schon parallel zur Torfgewinnung auf den Flächen zu etablieren und somit frühzeitig wieder CO2-Speicher auf den landwirtschaftlich vorgenutzten CO2-Emittanten aufzubauen.
Auf mindestens 30 ha erfolgt nun eine sog. „Moorrandsanierung“. Auf dieser Fläche wird ausschließlich der landwirtschaftlich vorgenutzte Oberboden abgetragen, um ideale Voraussetzungen für eine Hochmoorentwicklung zu schaffen. Man könnte sagen, der Boden wird „clean“ gemacht, damit sich die dann eingebrachte Moorvegetation überhaupt wieder ansiedeln kann. Genau wie bei der bereits laufenden Moorsanierung im Ahlen-Falkenberger Moor (Cuxhaven), die über den NABU Klimafonds realisiert wird. Auch hier war Gramoflor von Anfang sehr engagiert dabei und ist es bis heute, denn Projekte dieser Art sind eine echte Chance für den tatsächlich realisierbaren Moorschutz in Niedersachsen.

Auf einer Restfläche, die sich aus dem NABU-IVG-Konzept ergibt, erfolgt eine zusätzliche Klimakompensation.
Josef Gramann, geschäftsführender Gesellschafter von Gramoflor, fasst es so zusammen: „Jedem Hektar Torfgewinnungsfläche steht ein Hektar Moorsanierungsfläche gegenüber und am Ende wird dann auf der gesamten Fläche ein lebendes CO2-speicherndes Hochmoor entstehen.“

Für das Substratunternehmen Gramoflor ist es ein beispielhaftes Vorzeigeprojekt für die realistische Hochmoorentwicklung in der Region und auch für die regionale Rohstoffsicherung des für den Erwerbsgartenbau weiterhin notwendigen Rohstoffs Torf. Die Torfanteile werden auch bei Gramoflor durch den erfolgreichen Einsatz von Torfersatzstoffen stets reduziert, aber für manche Kulturen und Einsatzzwecke bleibt er im Sinne der Kultursicherheit vorerst anteilig relevant.

„Wir gehen davon aus, mit den neuen Flächen im Campemoor und unseren weiteren Maßnahmen zur regionalen Rohstoffsicherung unsere Torfmengen mehr als zu verdoppeln. Für die nächsten zehn Jahre verfügen wir somit über ausreichende Mengen vom am Markt immer wichtiger werdenden Schwarztorf“, sagt Gramann. Er ergänzt: „Schwarztorf lässt sich aufgrund seiner guten Wasserhaltekraft ideal mit den gängigen Torfersatzstoffen, wie Holzfaser, Kokos und Substratkompost kombinieren.“ Zudem stellt Gramann klar: „Jede regionale und eigene Lösung verschafft uns mehr Sicherheit und verkürzt die Transportwege maßgeblich. Unser Produktionswerk in Neuenkirchen-Vörden liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den neu gewonnen Rohstoffquellen.“

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