Forschung: Pflanzliches Leben besser verstehen

Das Konsortium DataPLANT erhält für die Entwicklung von Service- und Dateninfrastrukturen für die Pflanzenforschung rund elf Millionen Euro.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Konsortium unter der Leitung der Universität Freiburg mit circa elf Millionen Euro. Bild: Uni freiburg.

Eine Service- und Dateninfrastruktur entwickeln, mit der die moderne Pflanzenforschung große Datenmengen erfassen und bereitstellen kann: Für diese Aufgabe erhält das Konsortium DataPLANT in den kommenden fünf Jahren insgesamt circa elf Mio. Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Verbund steht unter der Leitung der Universität Freiburg und ist eines von neun Konsortien der Nationalen Dateninfrastrukturinitiative (NFDI). Partnerinstitutionen sind die Universität Tübingen, das Forschungszentrum Jülich und die Technische Universität Kaiserslautern.

Die moderne Pflanzenforschung widmet sich den molekularen Prinzipien des pflanzlichen Lebens, die beispielsweise Wachstum, Ernteertrag und Biomasseproduktion bestimmen. Damit trägt sie entscheidend dazu bei, die Ernährungs- und Versorgungssicherheit weltweit bei steigendem Bedarf und sich ändernden Umweltbedingungen zu gewährleisten. Um die Prinzipien und Funktionsweisen von Pflanzen zu klären, arbeiten Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und analysieren unter anderem die natürliche genetische Vielfalt und die Evolution der Pflanzen. „Ein Ziel dieser Forschung ist ein besseres Verständnis davon, wie sich Nutzpflanzen genetisch und biochemisch so verändern lassen, dass sie auch in Zeiten des Klimawandels und bei wachsender Weltbevölkerung widerstandsfähig und ertragreich sein können“, erklärt Ralf Reski, Professor für Pflanzenbiotechnologie an der Universität Freiburg und Mitglied der Geschäftsleitung von DataPLANT. Die eingesetzten modernsten Messmethoden erzeugen komplexe und riesige Datenmengen, die computergestützt verarbeitet und interpretiert werden müssen.

Bei dieser Forschung sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ein effektives Forschungsdatenmanagement – also die Erhebung, den Austausch und die Verarbeitung von Forschungsdaten – zunehmend angewiesen. „Im Fehlen einer nationalen Infrastruktur sehen wir bislang ein wesentliches Hindernis auf dem Weg, das volle Potenzial der Pflanzenforschung in Europa ausschöpfen zu können“, bestätigt Reski. Das Konsortium DataPLANT will diese Lücke schließen und eine Service- und Dateninfrastruktur für die moderne Pflanzenforschung aufbauen. Damit ermöglicht es den Austausch interdisziplinärer Sachkenntnis und die Verknüpfung unterschiedlicher analytischer Ergebnisse – und trägt so zur Demokratisierung von Forschungsdaten bei. (Uni freiburg)

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