Die Schattenmorellen sind reif

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Sauerkirschen haben in Schleswig-Holstein eine lange Tradition. Sie sind mit ca. 70 ha bezüglich der Anbaufläche nach Erdbeeren mit ca. 950 ha und Äpfeln (ca. 500 ha) die Obstart Nr. 3. Die Erträge schwanken je nach Jahr zwischen 100 und 200 dt/ha, wobei der Fruchtansatz in diesem Jahr eher etwas schwächer ist.

 

Hier bei uns im Norden wachsen besonders gesunde Sauerkirschen, da die Kirschfruchtfliege die Wärme der südlichen Gefilde bevorzugt.

 

„Die meisten der geschätzten 30 Betriebe mit Sauerkirschenanbau sind Obstbetriebe mit Sauerkirschen als Nebenkultur. Dabei wird zum überwiegenden Teil direkt an den Endverbraucher vermarktet“, betonte der Kammerpräsident.

 

Wichtigste Sauerkirschensorte ist nach wie vor die ’Schattenmorelle’, die in ca. 10 Tagen reif sein wird. Die bekannte späte Sorte überzeugt durch einen hohen Ertrag und ein herzhaft süß-saures Aroma. Früher als die Schattenmorelle fruchtet bereits die dunklere und etwas süßere Sorte ’Morellenfeuer’. Die Sauerkirschen oder Morellen sind wegen ihres herzhaften Geschmackes die klassischen Früchte für die Verarbeitung in Kuchen und Süßspeisen, aber auch für die herzhafte Küche.

 

Die Ernte wird sich bis ca. den 10. August hinziehen; so lange ist Zeit, die Früchte frisch zu genießen oder für den Winterverzehr zu verarbeiten.

 

In den letzten Jahren ist der Anbau von Sauerkirschen jedoch stark zurückgegangen. Noch im Jahr 1997 zählte das Statistische Landesamt über 122 ha Anbaufläche, derzeit weist der Agrarbericht 71 ha aus. Im Gegenzug zu diesem Flächenrückgang weiteten die Obstbauern ihre Süßkirschen-, Himbeer- und Heidelbeerflächen aus.

 

Eine Erklärung für diesen Trend ist die rückläufige Bereitschaft der Verbraucher zur eigenen häuslichen Obstverarbeitung und natürlich auch die niedrigen Preise für Fertigprodukte. Gefragt sind heute überwiegend Früchte zum Direktverzehr.

 

Frisch vom Land aus Schleswig-Holstein

 

„In verarbeiteter Form, z. B. im Glas, haben Sauerkirschen aus südosteuropäischen Anbauregionen vielfach die heimischen Früchte verdrängt. Für den Frischmarkt hat aber die Sauerkirsche aus Schleswig-Holstein nach wie vor eine feste Position. Denn die sommerlichen Weichfrüchte sind bei einfacher Kühlung nur wenige Tage haltbar (bei weniger als 2°C bis zu zwei Wochen). Ihr einzigartiges Aroma und ihre Stabilität bewahren Sauerkirschen nur frisch, deshalb sollte man sie auch möglichst in der Nähe zum Obstbauern – oder direkt bei ihm – kaufen“, hob Hermann Früchtenicht hervor und meinte weiter:

 

„Die schleswig-holsteinischen Sauerkirschenanbauer bieten ihre Früchte weit überwiegend direkt in Hofläden und Marktständen an. So wie auch hier auf dem Obsthof Hülsen ist das die beste Garantie für Frische und Qualität. Die Verbraucher fragen dabei zunehmend ein breites Sortiment an einheimischem Obst und Gemüse nach. Entsprechend finden wir auch hier bei der Familie Hülsen ein vielfältiges Angebot, das alle Wünsche an eine gesunde und schmackhafte Ernährung erfüllt.“

 

Als besondere Dienstleistung bieten einige wenige Sauerkirschenhöfe den Kunden die maschinelle Entsteinung an. Die Maschine entfernt in Sekundenschnelle die Steine (Kerne) der Kirschen. Eine bequeme Art der Vorbereitung zum Einkochen, Backen oder Tiefkühlen.

 

Eine besondere Frucht für die Gesundheit

 

Die besondere Eignung der Morellen für die Verarbeitung in Lebensmitteln ergibt sich nicht nur aus dem schon erwähnten herzhaften Geschmack. Auch ihre kräftige Farbe trägt dazu bei. Nicht umsonst sind Schattenmorellen auch Beigabe für viele rotgefärbte Getränke.

 

„Die natürlichen Farbstoffe der Kirschen, die Flavonoide und Anthozyane, und auch die natürlichen Gerbsäuren tragen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen erheblich zu ihrem gesundheitlichen Wert bei. Die auch als sekundäre Nährstoffe bezeichneten Substanzen stärken nachweislich die Abwehr des Menschen gegen Krebs, Allergien und Stoffwechselkrankheiten“, meinte Hermann Früchtenicht abschließend.

 

Eine Adressenliste der selbstvermarktenden Kirschenbetriebe ist im Internet auf der Seite der Landwirtschaftskammer unter der Rubrik „Verbraucherinfo“ zu finden. (lwksh)

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