DBV: Stellt Marktbericht vor

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, betrachtet die aktuelle Marktlage für viele landwirtschaftliche Erzeugnisse mit großer Sorge.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Foto: DBV / Breloer.

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Obst- und Gemüsemarkt

Das Jahr 2025 zeigt sich für den deutschen Obst- und Gemüsebau als Jahr mit widersprüchlichen Entwicklungen: Zwar waren die Produktionsbedingungen deutlich besser als im Vorjahr, jedoch führten Überangebot, Verbraucherzurückhaltung und steigende Kosten zu erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen für die Erzeuger. Die Schere zwischen Produktionskosten und erzielbaren Preisen öffnet sich weiter und belastet die Zukunftsfähigkeit vieler Betriebe.

Obstbau

Nach den erheblichen witterungsbedingten Herausforderungen in 2024 zeigte sich das Jahr 2025 mit insgesamt günstigeren Produktionsbedingungen. Die deutsche Apfelernte fiel mit rund +25% gegenüber dem Vorjahr deutlich größer aus als zunächst erwartet. Dabei gestaltete sich die Marktsituation jedoch schwierig. Das Preisniveau lag deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Branche hofft aufgrund der hohen Qualitäten auf eine Marktbelebung. Die Erdbeersaison verlief schwierig. Die Freiland-Erdbeerernte lag 2025 bei nur 75.500 Tonnen – ein Rückgang von 4% gegenüber dem Vorjahr (78.600 Tonnen) und die niedrigste Erntemenge seit 1995. Auch die ertragsfähige Anbaufläche ging um 4% auf 8.100 Hektar zurück und erreichte ebenfalls den niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Ursachen sind gestiegene Produktionskosten und eine sinkende Nachfrage.

Gemüsebau

Der außergewöhnlich warme, sonnige und trockene Frühling führte zu einem frühen Vegetationsbeginn mit gut entwickelten ersten Freilandsätzen. Auch im Unterglasanbau zeigten sich gute Wachstumsbedingungen durch die starke Einstrahlung. Besonders im Vergleich zu 2024 lag 2025 die Herausforderung für die Branche in einem strukturellen Überangebot.

Die Spargelernte 2025 fiel mit 98.900 Tonnen um 9% niedriger aus als im Vorjahr – die geringste Erntemenge seit 2010. Die ertragsfähige Anbaufläche sank um 6% auf 18.600 Hektar. Steigende Produktionskosten und eine rückläufige Nachfrage veranlassten viele Betriebe, ihre Produktionsflächen zu verringern. Die größten Erntemengen kamen aus Niedersachsen (19.700 Tonnen), Brandenburg (18.700 Tonnen), Nordrhein-Westfalen (17.300 Tonnen) und Bayern (17.200 Tonnen). Im Laufe der Saison überstieg das Angebot an frischem Gemüse deutlich die Nachfrage. Trotz stetig steigender Produktionsanforderungen und -kosten blieben die Erzeugerpreise auf niedrigem Niveau.

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