DBV: Stellt Marktbericht 2020

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, zeigt sich angesichts der Marktdaten des Jahres 2020 besorgt und zieht Bilanz.

Insgesamt konnten auf 125.000 ha Gemüsefläche rund 3,8 Mio. Tonnen Gemüse geerntet werden. Bild: GABOT.

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„Zum Ende dieses Jahres sehen wir in zahlreichen Betrieben eine sehr schwierige wirtschaftliche Situation. Viele sehen ihre Zukunft gefährdet und haben wichtige Investitionen aufgeschoben. Der Lebensmitteleinzelhandel und die anderen Teile in der Lieferkette müssen jetzt ein klares Signal geben, dass sie bereit sind, auch die Bauern an ihren Gewinnen zu beteiligen. Außerdem fordern wir Bauern von der Politik ein klares Bekenntnis zu einer Landwirtschaft in Deutschland. Geplante und teilweise umgesetzte gesetzliche Änderungen und Auflagen sind so einschneidend, dass beispielsweise auch Ackerbau, Weinbau und Obstanbau in einigen Regionen die wirtschaftliche Grundlage verlieren.“

Obst- und Gemüsemarkt

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Wegfall des Absatzkanals Gastronomie beeinflussten den Obst- und Gemüsemarkt 2020 enorm. Hinzu kamen zahlreiche starke Frostnächte, welche den Produzenten zusätzliche Herausforderungen bescherten und die Erntemengen teilweise drastisch reduzierten. Die zu Beginn des Jahres 2020 oftmals über dem jährlichen Durchschnitt liegenden Preise dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in diesem Jahr wieder herausfordernde Vermarktungszeiträume gab.

Das gesunde Obst und Gemüse erfreute sich besonders in Zeiten der Pandemie großer Beliebtheit: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Gemüse stieg um 2,6% auf 98,7 kg. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Obst stieg um 1,7% auf 105,1 kg. Insbesondere die Einkaufsmenge der Haushalte bei Äpfeln ist um fast 1 kg gestiegen. Auch Bananen und Zitronen erfreuten sich steigender Absatzmengen. Zu erwähnen ist auch der sogenannte „Beeren-Boom“, der weiter anhält, welcher jedoch überwiegend durch Importe bedient wird.

Besonders zu beachten ist die um 29% gesunkene Erntemenge des Spargels. Dieser Rückgang ist mit dem Start der Coronapandemie zu erklären, welcher genau auf den Erntebeginn des Spargels fiel. Grenzschließungen und Quarantäneregelungen lösten starke Unsicherheiten bei den Produzenten und Saisonarbeitskräften aus. Zunächst war nicht klar, ob und wie eine Einreise und die Unterbringung der Saisonarbeitskräfte gestaltet werden kann. Ein Teil der Spargelfläche wurde demzufolge nicht abgeerntet. Die Zwiebelernte fiel mit 6,19 Mio. Tonnen um 5% geringer aus als im Vorjahr.

Schließlich konnte der Deutsche Bauernverband erreichen, dass trotz geschlossener Grenzen im April und Mai über 40.000 Saisonarbeiter per Flugzeug einreisen konnten, was aber den Gesamtbedarf nicht decken konnte. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Erntemengen von Obst und Gemüse wider: Insgesamt konnten trotz Pandemie auf 125.000 ha Gemüsefläche rund 3,8 Mio. Tonnen (-0,3%) Gemüse geerntet werden. Auf der Obstanbaufläche von 73.000 ha wurden rund 1,3 Mio. Tonnen (-4,4%) Obst produziert. Im Gemüsebereich konnte ein durchschnittlicher Selbstversorgungsgrad von rund 35%  (-2,6%) erzielt werden, bei Obst von rund 16%.

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