BUGA 2029: Setzt neue Impulse im Welterbe

Die Bundesgartenschau 2029 wird viele neue Impulse im Welterbe Oberes Mittelrheintal setzen.

Freuen sich bei der anschließenden Pressekonferenz über die einstimmige Abstimmung des Aufsichtsrats (von links): DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner, Zweckverbands-Vorsteher Frank Puchtler, Staatssekretärin und BUGA-Beauftragte des Landes Nicole Steingaß, Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Metz, Geschäftsführer Berthold Stückle und Innenminister Roger Lewentz. Bild: Piel-Media.

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Den Grundstein dafür hat der BUGA-Aufsichtsrat mit dem Beschluss des ersten Flächenlayouts gelegt, das sich von Rüdesheim/Bingen bis Koblenz erstreckt: die BUGA-Entwicklungsprojekte als Schwerpunkte sowie die BUGA-Gärten und BUGA-Korrespondenzprojekte. Hinzu kommen Flächen, die über BUGA-Bürgerprojekte realisiert werden. Zusätzlich zu diesen vier Säulen werden außerdem in den kommenden Jahren Ausstellungen und Veranstaltungen entwickelt. Themenlinien, die sich über das ganze Tal erstrecken, tragen den Titel „2000 Jahre Kulturtransfer“.

„Mit dem beschlossenen Gesamtkonzept wird die BUGA 2029 das gesamte Welterbe Oberes Mittelrheintal bespielen. Das Puzzle erstreckt sich von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz. Die ersten Teile davon liegen fest, viele weitere werden bis zum Festivaljahr 2029 hinzukommen. Dabei ist besonders erfreulich, dass alle 35 Kommunen, die sich mit Flächen für die BUGA 2029 beworben haben, bereits Bestandteile der BUGA-Planung sind. Das heißt, sie sind mit einer oder mehreren Flächen dabei“, sagte Innenminister Roger Lewentz, Initiator der Bundesgartenschau 2029 im Welterbe Oberes Mittelrheintal. Er sagte weiterhin die Unterstützung des Landes zu. „Das Obere Mittelrheintal bleibt im Zuge der BUGA 2029 ein Schwerpunkt der Städtebauförderung“, so der Minister.

Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Metz zeigte sich bei der anschließenden Pressekonferenz sichtlich erfreut, dass das Gremium dem Vorschlag von BUGA-Geschäftsführer Berthold Stückle gefolgt war. Zufrieden äußerte sich auch sich der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner: „Die dezentrale Gartenschau in einer Welterbe-Region wird nicht nur ein besonderes Erlebnis, sie wird zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen.“ Aus hessischer Sicht stellte der BUGA-Beauftragte des Landes, Leitender Ministerialrat Joachim-Eberhard Maltzahn, fest: „Wir werden unseren Teil zum Erfolg beitragen und gemeinsam mit unseren Partnergemeinden im Rheingau viele Besucher ins Welterbe locken.“

Besuchern etwas bieten

BUGA-Geschäftsführer Berthold Stückle erläuterte das Gesamtkonzept: „Der Grundstein baut konsequent auf der Machbarkeitsstudie auf. Drei Cluster im nördlichen, im zentralen und im südlichen Tal dienen als Schwerpunkte, um der BUGA 2029 den erforderlichen Besuchererfolg zu ermöglichen. Diese Flächen müssen wichtige Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen ausreichend groß sein, um auch mehrere Tausend Gäste am Tag aufnehmen zu können. Gleichzeitig attraktiv genug, um Tagesbesuchern ein tolles eintrittspflichtiges Erlebnis zu bieten. Innerhalb des Clusters müssen diese komfortabel innerhalb eines Tages besucht werden können. Alle drei Cluster gemeinsam müssen Gäste zu Übernachtungen oder mehreren Besuchen mittels einer Dauerkarte animieren. Darüber hinaus sollen die Schwerpunktebereiche Gäste zu Themenreisen, Ausstellungen und Veranstaltungen in die Zwischenräume locken, wo pro Tag nur eine begrenzte Anzahl von Besuchergruppen aufgenommen werden kann.“

BUGA-Entwicklungsprojekte

Zentraler Bestandteil des Beschlusses sind die Investitionen: Um die drei Schwerpunkte zu realisieren, wurden Flächen als BUGA-Entwicklungsprojekte ausgewählt. Das sind die Flächen, auf denen die BUGA GmbH mit ihren Mitteln in Höhe von bis zu 50 Mio. Euro aus dem Investitionshaushalt baut und somit neue Attraktionen schafft. Dazu wird es 2022 Bürgerbeteiligungen und Gestaltungswettbewerbe geben, an die sich die notwendigen Genehmigungsverfahren anschließen.

Dementsprechend hat der Aufsichtsrat folgende Flächen und Investitionssummen beschlossen: in Lahnstein die Rheinanlagen in Niederlahnstein und Oberlahnstein (20,4 Hektar) mit Kosten in Höhe von 17 Mio. Euro, knapp 18 Hektar auf dem Loreley-Plateau für die Entwicklung eines „Klimaparks“ oberhalb des Kultur- und Landschaftsparks mit 11,6 Mio. Euro, Vorflächen der Burg Rheinfels in St. Goar (5,2 Hektar) mit 5,2 Mio. Euro, das Rheinvorland in Trechtingshausen (15,5 Hektar) mit 4 Mio. Euro, in Bingen den Bereich um die ehemalige Wagenausbesserungshalle am Park am Mäuseturm sowie das Burggraben-Umfeld der Burg Klopp (16,7 Hektar) mit 5,3 Mio. Euro sowie Hafenpark und Hindenburgdamm in Rüdesheim (9,3 Hektar) mit knapp 5,8 Mio. Euro und die Grünanlage in Rüdesheim-Assmannshausen (0,9 Hektar) mit mehr als 500.000 Euro. Somit entfallen von den insgesamt 49,4 Mio. Euro Investitionen auf Rheinland-Pfalz 43,1 Mio. Euro und auf Hessen 6,3 Mio. Euro.

Weitere Säulen

Mit den BUGA-Gärten werden in der Regel temporäre Angebote geschaffen. Das sind unter anderem die klassischen Bundesgartenschauelemente, Wechselflor, Themengärten oder Events. Diese werden über den 58 Mio. Euro umfassenden Durchführungshaushalt der BUGA GmbH finanziert. Zusätzliche Highlights werden die BUGA-Korrespondenzprojekte bieten, die nicht aus dem BUGA-Haushalt, sondern über andere Förderprogramme der Länder finanziert werden.

Insgesamt hatten 35 Kommunen aus Rheinland-Pfalz und Hessen Flächen für die BUGA gemeldet. 16 Kommunen sind bereits in den ersten drei Säulen berücksichtigt. Doch auch die weiteren 19 Kommunen sind mit in der Regel kleiner dimensionierten Flächen oder Projekten weiter dabei: Für Bürgerprojekte stellt die BUGA gGmbH 1,2 Mio. Euro bereit. Bürger, Vereine oder Kommunen können Projektvorschläge einreichen. Die Vorhaben werden mit 70% unterstützt. 30% sind als Eigenanteil der Bewerber einzubringen, wobei nicht unbedingt finanzielle Mittel gemeint sind, sondern ausdrücklich Eigenleistung erwünscht ist, um die Identifikation der Bürger mit ihrem Projekt zu stärken.

Das Puzzlespiel geht weiter

Viele Puzzleteile liegen nach dem Beschluss des Aufsichtsrats nun fest. Aber das Puzzlespiel geht weiter. Planer stellen in den kommenden Jahren Programme und Abläufe zusammen, wie künftige BUGA-Besucher das Tal abschnittsweise oder insgesamt erleben können. (BUGA 2029)

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