Bioland: "Wir brauchen eine mutigere Agrarpolitik"

Zum erfreulichen Wachstum des Biolandbaus hat das Bundeslandwirtschaftsministerium die Zahlen zum erfreulichen Wachstum veröffentlicht.

Bioland-Präsident Jan Plagge: "Wir brauchen eine mutigere Agrarpolitik"

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Zahlen zum erfreulichen Wachstum des Biolandbaus veröffentlicht.

Dazu kommentiert Bioland-Präsident Jan Plagge: „Die Zahlen zeigen, dass Biolandbau längst keine Nischenlösung mehr ist, sondern ein Umbaumodell für die Landwirtschaft in Deutschland. Von der Landwirtschaft werden Antworten zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen erwartet.

Das bedeutet nicht nur ausreichend gesunde Lebensmittel zu erzeugen, sondern gleichzeitig auch unser Trinkwasser sauber zu halten, die Artenvielfalt wieder zu erhöhen und der Klimakrise entgegen zu wirken. Biobetriebe erfüllen diese gesellschaftlichen Erwartungen. Deshalb stehen wir vor der Aufgabe, das erfreuliche Wachstum der Biobranche in den nächsten Jahren zu verstetigen. So kann weiteren konventionell wirtschaftenden Landwirten eine langfristige Perspektive durch Umstellung geboten und das Ziel der jetzigen Bundesregierung erreicht werden, in 2030 20% der Agrarfläche ökologisch zu bewirtschaften. Deutschland braucht dafür eine mutigere EU-Agrarpolitik nach 2020. Das Versprechen, mehr für Umwelt-, Klima- und Tierschutz tun zu wollen und gleichzeitig kein tragfähiges Honorierungsmodell anzubieten, ist scheinheilig. Eine Politik, die weiter auf pauschale Direktzahlungen nach dem Gießkannenprinzip setzt, wird scheitern. Die Reform der GAP bietet die große Chance, die bestehende falsche Lenkungswirkung zu korrigieren.

Landwirtschaftsministerin Klöckner ist auch auf nationaler Ebene gefordert, die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau zu verbessern. So muss die Umsetzung der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZÖL) forciert werden. Sie benötigt dafür deutlich mehr Finanzmittel. Das gilt sowohl für die Aufstockung des Bundesprogramms ökologischer Landbau auf 60 Millionen Euro als auch für die Agrarforschung. Hier sind 20% für den Biolandbau zu reservieren. Aktuell werden lediglich unter zwei Prozent der Agrar-Forschungsmittel für Bio verwendet.“ (Quelle: Bioland)

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