BASF: Stellt Biodiversitätsbericht vor

BASF strebt +10% Biodiversitätsfläche ohne Verlust von Ertrag an und finanziert Landwirten die Umsetzung von Biodiversität.

BASF hat das ambitionierte Ziel, bis 2030 die vernetzte Biodiversitätsfläche auf 10% ohne Ertragsverlust zu erhöhen. Bild: BASF.

Anzeige

Globale Herausforderungen wie das Bevölkerungswachstum, der Klimawandel, das Artensterben oder der Schutz natürlicher Ressourcen führen zu einem Paradigmenwechsel für die Landwirtschaft der Zukunft. Die Landwirtschaft wird nicht nur durch diese Trends beeinflusst, sondern treibt den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft für zukünftige Generationen aktiv voran.

Zwei Herausforderungen begleiten uns auf diesem Transformationsprozess: Das Land auf der Welt für Menschen und Landwirtschaft wird knapper und Landwirte müssen auf den zur Verfügung stehenden Flächen gesunde Lebensmittel wirtschaftlich produzieren können und dabei knappe Ressourcen wie Wasser, Boden oder Biodiversität schützen.

Es gilt also, die richtige Balance zwischen Produktion und Klima-und Umweltschutz zu finden. Neben Landwirten und Politik kommt auch der Agrarindustrie eine wichtige Rolle dabei zu, wenn es darum geht, hierfür Lösungen zu finden. Um den Anforderungen an die Landwirtschaft in Zukunft gerecht zu werden, investiert BASF in Maßnahmen zur Förderung von Biodiversität, die in die jeweilige landwirtschaftliche Praxis integriert werden können.

Zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft hat BASF bereits 2013 in Zusammenarbeit mit Landwirten, Natur-und Umweltorganisationen sowie Forschungsinstituten das FarmNetzwerk Nachhaltigkeit gegründet. Auf 55 Betrieben in Deutschland werden auf über 85.000 Hektar bewirtschafteter Fläche praktische Lösungen zur Förderung der Biodiversität, die für Landwirte in der jeweiligen Region relevant und nützlich sind, umgesetzt. „Unser Ziel ist es, die vernetzte Biodiversitätsfläche in Deutschland auf über 10% zu steigern ohne Verlust von Ackerland oder Ertrag für den Landwirt“, erklärt Markus Röser, Leiter Kommunikation und Nachhaltigkeit BASF Agricultural Solutions Europa Nord, die Ambition von BASF. „Durch die wissenschaftliche Begleitung auf dem FarmNetzwerk lernen wir,welche Maßnahmen besonders fördernde Effekte auf die Artenvielfalt haben, praktisch von den Landwirten umgesetzt werden können und zugleich möglichst viel produktive Fläche erhalten. Denn Ackerland ist knapp“, so Röser.

Externe Experten monitoren zu diesem Zweck seit 2013 die Erfolge der Maßnahmen. Die Untersuchungen fokussieren sich im BASF FarmNetzwerk Nachhaltigkeit auf folgende Arten:

• Vögel
• Wildbienen und andere Stechimmen
• Laufkäfer und Spinnen

Die aus den Monitorings gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden in einem jährlichen Bericht veröffentlicht und sollen Landwirten dabei helfen, ökologisch sinnvolle und praxistaugliche Maßnahmen umzusetzen. Einige aktuelle Ergebnisse zum Monitoring der Biodiversitätsmaßnahmen:

• Auf 5-jährigen Blühstreifen konnten bis zu 3-mal so viele Wildbienen-Arten festgestellt werden wie zu Beginn der Untersuchung 2015.
• Bis zu 77 verschiedene Laufkäferarten sind in den Betrieben anzutreffen. Bis zu 20% davon sind bedrohte Arten.
• Das Brutvogelvorkommen hat sich deutlich erholt, zum Vorjahr konnte eine Steigerung der Brutpaardichte um bis zu 100% festgestellt werden, die Hälfte davon steht auf der Roten Liste.
• Durchschnittlich 38% mehr Feldlerchen durch Feldlerchen-Fensterauf den FarmNetzwerk Betrieben seit 2015. In Quellendorf, dem ältesten FarmNetzwerk Betrieb sogar 62% mehr Feldlerchen seit 2015.

Die Ergebnisse des BASF FarmNetzwerk Nachhaltigkeit bestätigen im achten Jahr, dass die Artenvielfalt in einer modernen, konventionellen Landwirtschaft nachhaltig gefördert werden kann. Schlüssel dafür ist die Nutzung wenig produktiver Flächen, um Lebensräume neu zu schaffen und zu erhalten sowie die Vernetzung dieser Lebens-, Brut-und Nahrungshabitate miteinander.

Die landwirtschaftliche Praxis zeigt, dass ökologisch wertvolle Biodiversitätsmaßnahmen oft nicht attraktiv gefördert werden. Um die Biodiversitätsflächen in der Agrarlandschaft langfristig zu steigern, ist die Finanzierung von Gesellschafts-relevanten Biodiversitätsmaßnahmen jedoch ein entscheidender Faktor. In mehreren Workshops haben die über 50 Landwirte des FarmNetzwerks, Experten von Natur-und Umweltschutzorganisationen, Vertreter von NGOs und Fachleute der BASF in den letzten 1,5 Jahren überlegt und beraten, wie die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen attraktiver gestaltet werden kann. Grundlage hierfür waren die fundierten wissenschaftlichen und jährlich veröffentlichten Ergebnisse aus dem BASF FarmNetzwerk Nachhaltigkeit.

Das Ergebnis dieser Workshops ist eine „Checkliste Biodiversität“, die zehn konkrete Biodiversitätsmaßnahmen beinhaltet –von mehrjährigen Blühflächen, Ackerrandstreifen, Brachen mit Selbstbegrünung bis zu Feldlerchenfenstern. Die Auswahl der Biodiversitätsmaßnahmen wurde nach verschiedenen Kriterien getroffen, wobei hier oft landwirtschaftliche Praxis und Belange der Biodiversitätsförderung aufeinander prallten. „Wir haben uns auf zehn konkrete Maßnahmen festgelegt, die ökologisch wertvoll und gleichzeitig praxistauglich sind“, kommentiert Jana Gäbert, Landwirtin der ag Trebbin e.G. in Brandenburg und Mitglied des BASF FarmNetzwerk sowie des „Beirat BioDiv“,das Ergebnis der „Checkliste Biodiversität“. Nicht berücksichtigt wurde bei der Auswahl dagegen, welche der Maßnahmen bereits durch Greening oder sonstige Länderprogramme gefördert werden. „Für uns war wichtig, einen Maßnahmenkatalog festzulegen, aus denen Landwirte in unterschiedlichen Regionen und unterschiedlicher Betriebsgrößen, die für sich geeignetsten auswählen können“, so Dominik Bellaire, Landwirt aus Neupotzin der Südpfalz und Mitglied des FarmNetzwerks sowie des „Beirat BioDiv“. „Es sollten nicht zu viele sein, aber ausreichend, um eine vernünftige Auswahl für seinen Betrieb treffen zu können“, ergänzt Jana Gäbert.

Die „Checkliste Biodiversität“ beinhaltet somit zehn konkrete Maßnahmen inklusive konkreter Empfehlungen für die Umsetzung, Pflege und Handhabung der Maßnahmen. Dazu gibt es Videos zur Erläuterung der jeweiligen Maßnahmen. Die finale Ausarbeitung, Konkretisierung sowie regelmäßige Aktualisierung der „Checkliste Biodiversität“ übernimmt ein „Beirat BioDiv“, der von allen Beteiligten gewählt wurde. Diesem Beirat gehören neben fünf Landwirten noch vier Experten aus Natur-und Umweltschutz, ein Kommunikationsprofi sowie zwei NGOs an. Neben der „Checkliste Biodiversität“ hat sich der Beirat auch mit der Finanzierung und damit Attraktivierung der Biodiversitätsmaßnahmen auseinandergesetzt.

Daher wird BASF Landwirten nun auch Möglichkeiten zur Finanzierung der Maßnahmen bieten. „Wirwollen Landwirten die Möglichkeit bieten, Biodiversitätsmaßnahmen auf ihren Betrieben geschäftsrelevant umzusetzen und sie so dabei unterstützen, Ökonomie und Ökologie in der landwirtschaftlichen Produktion in Balance zu bringen“, erklärt Markus Röser, Leiter Nachhaltigkeit und Kommunikation bei BASF Agricultural Solutions Europa Nord das Vorhaben. Dazu bietet BASF zwei Möglichkeiten an, die Biodiversität für Landwirte finanzierbar machen:

◼ Eine Möglichkeit ist die Finanzierung von Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette, bei der Verbraucher eine Biodiversitätsprämie auf ein nachhaltig produziertes Endprodukt zahlen. Diese Prämie wird entlang der Wertschöpfungskette verteilt, wobei Landwirte den größten Anteil erhalten, um weitere Biodiversitätsmaßnahmen umsetzen zu können.Ein Pilotbeispiel hierfür ist das Lerchenbrot.

◼ Die zweite Möglichkeit, die BASF ihren Kunden nun bietet, ist die Förderung von Biodiversitätsmaßnahmen über den hauseigenen FarmersClub. Hier sammeln Landwirte Punkte, die sie anschließend in verschiedene Prämien und Leistungen umwandeln können. Wählt ein Landwirt eine der möglichen Biodiversitätsmaßnahmen aus der „Checkliste Biodiversität“, verdoppelt BASF die eingesetzten Prämienpunkte und der Landwirt bekommt die Umsetzung finanziell unterstützt.

Diese Ansätze sollen dazu beitragen, das ambitionierte Ziel der BASF, bis 2030 die vernetzte Biodiversitätsfläche auf 10% ohne Ertragsverlust zu erhöhen, zu erreichen. Weitere Finanzierungsprojekte zur Förderung von Biodiversität, auch in anderen Ländern, sind bereits in Planung. (BASF)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.