- Startseite
- Arboretum Ellerhoop: Zwischen Garten und...
Arboretum Ellerhoop: Zwischen Garten und Gebäude
Auf 120 m² werden vier unterschiedliche Systeme der Dach- und Fassadenbegrünung vorgestellt und ihr Aufbau für Fachleute und interessierte Gäste veranschaulicht. Mit der Anlage für Bauwerksbegrünung erweitert das Arboretum Ellerhoop sein Bildungsangebot um ein Thema, das angesichts zunehmender Hitzeperioden, Starkregenereignisse und fortschreitender Flächenversiegelung immer stärker in den Fokus rückt. Denn diese trägt zur Minderung sommerlicher Überhitzung bei, verbessert durch Verdunstung das Mikroklima, unterstützt die Regenwasserrückhaltung und schafft zusätzliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig kann sie die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum steigern und zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.
Vom Sedumdach bis Pflanzenwand
Auf der neuen Demonstrationsfläche im Arboretum Ellerhoop werden vier Formen der Bauwerksbegrünung beispielhaft vorgestellt:
- extensive Dachbegrünung mit Sedum-Arten, Kräutern und Gräsern,
- intensive Dachbegrünung in Form eines Dachgartens,
- bodengebundene Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen,
- fassadengebundene Begrünungssysteme mit automatischer Bewässerung.
Zwei Sichtfenster ermöglichen einen Blick in den technischen Aufbau der Dachbegrünungen und machen die einzelnen Schichten vom Vlies über die Drainage bis zum Substrat sichtbar. Ergänzt wird die Anlage durch eine Auswahl klimaresilienter Gehölze, darunter zwei Vertreterinnen der Zerr-Eichen: eine Stein-Eiche (Quercus ilex) sowie eine Kork-Eiche (Quercus rubur). Besonders die im norddeutschen Raum bislang nur selten verwendete Stein Eiche rückt aufgrund ihrer Trockenheitsverträglichkeit zunehmend in den Fokus klimaangepasster Pflanzkonzepte.
Anschaulich vermittelt
Ziel der Demonstrationsanlage ist es, verschiedene Begrünungssysteme anschaulich darzustellen und deren technische Grundlagen für Fachleute ebenso wie für interessierte Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar zu machen. „Wir möchten zeigen, dass Bauwerksbegrünung kein abstraktes Fachthema ist, sondern eine praktische Möglichkeit, Gebäude und Siedlungsräume klimaresilienter zu gestalten“, sagt Hanns-Jürgen Redeker, 2. Vorsitzender des Förderkreises Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen e. V. „Wer die unterschiedlichen Systeme direkt nebeneinander sehen kann, versteht ihre Möglichkeiten deutlich besser als allein durch Broschüren oder Fotos.“
Die Anlage richtet sich bewusst an unterschiedliche Zielgruppen. Privatpersonen erhalten Anregungen für die Begrünung von Garagen oder Wohnhäusern. Gleichzeitig bietet die Demonstrationsfläche Fachleuten sowie Auszubildenden und Studierenden im Garten- und Landschaftsbau eine anschauliche Möglichkeit, die verschiedenen Begrünungsformen im direkten Vergleich zu betrachten. Redeker: „Mit unserer neuen Demonstrationsanlage knüpfen wir unmittelbar an die Aufgaben des Arboretums als Ort der Umweltbildung, Fachinformation und gärtnerischen Wissensvermittlung an.“
Planung und Realisierung
Die Planung der Anlage erfolgte nach dem Konzept von Studierenden des Fachbereichs Landschaftsarchitektur der Hochschule Geisenheim, das auf der Landesgartenschau 2023 in Fulda realisiert wurde.
Die Umsetzung des Projekts im Arboretum Ellerhoop wurde durch die Unterstützung folgender Unternehmen ermöglicht:
- Baumschule E. Sander
- bauXpert KremerGlismann
- Draht-Grimm
- Galabau Redeker
- HanseGrand Klimabaustoffe
- Hydro Böttle
- Kohbau Holz- und Baustoffhandel
- Lüchau Baustoffe
- Rumpf Garten- und Landschaftsbau
Die offizielle Eröffnung fand am 29. Juli 2026 im Beisein des Vorstands des Förderkreises, beteiligter Unterstützender, Mitarbeitenden des Arboretums sowie weiterer Gäste statt.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.