AGRAVIS: Kompetenzzentrum für Biodiversität

Die AGRAVIS Raiffeisen AG und BASF SE weiten ihre strategische Zusammenarbeit aus. Gemeinsam wird das AGRAVIS-eigene Versuchsgut in Münster-St. Mauritz unter Beteiligung des Nachbarbetriebs Schulze Bockeloh zum Kompetenzstandort für Biodiversität ausgebaut und damit ebenfalls Teil des BASF-FarmNetzwerks Nachhaltigkeit, das nun bundesweit 55 Betriebe umfasst.

Die AGRAVIS Raiffeisen AG und BASF SE gründen ein Kompetenzzentrum für Biodiversität. Bild: AGRAVIS.

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Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Als Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen kommt der Landwirtschaft damit eine große Bedeutung beim Erhalt der Biodiversität zu. AGRAVIS und BASF engagieren sich für eine nachhaltige Landwirtschaft, die eine hohe Produktivität bei der Erzeugung von Lebensmitteln auf immer weniger Ackerland und den Schutz natürlicher Ressourcen einschließlich der Artenvielfalt kombiniert.

BASF-FarmNetzwerk Nachhaltigkeit

Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2013 das BASF-FarmNetzwerk Nachhaltigkeit gestartet. Ziel ist eine flächendeckende Steigerung der Biodiversität in intensiv genutzten Agrarlandschaften bei gleichzeitigem Erhalt von möglichst viel produktiver landwirtschaftlicher Nutzfläche. „Wir streben 10% vernetzte Biodiversitätsfläche ohne den Verlust von Ertrag an, und diese Flächen müssen für alle Beteiligten finanzierbar gemacht werden“, schildert Michael Wagner, Vice President BASF Agricultural Solutions Europa Nord, die Zielsetzung. „Die langjährigen Ergebnisse des FarmNetzwerks helfen uns zu erkennen, welche Maßnahmen einen hohen ökologischen Mehrwert haben und gleichzeitig praxistauglich für die Landwirte sind. All diese Maßnahmen, Empfehlungen zur Umsetzung und Pflege sind in einer Checkliste Biodiversität zu finden“, so Michael Wagner.

Unterstützung der Artenvielfalt durch die AGRAVIS Raiffeisen AG

Auch die AGRAVIS Raiffeisen AG unterstützt die Artenvielfalt in der Landwirtschaft bereits seit langem und bietet landwirtschaftlichen Betrieben beispielsweise Beratung sowie Zwischenfruchtprogramme und Grünlandmischungen, Blühstreifen- und Wildackermischungen an.

„Mit dem gemeinsamen Kompetenzzentrum werden die jeweiligen Stärken der beiden Unternehmen für eine nachhaltige Landwirtschaft nun gebündelt“, erläutert Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, die Idee hinter der Zusammenarbeit und ergänzt: „Wir freuen uns, die BASF und weitere starke Partner aus der Industrie an unserer Seite zu haben, um eine nachhaltige Landwirtschaft in Zukunft noch besser zu fördern.“

Förderung der biologischen Vielfalt auf dem Versuchsgut

Auf dem Versuchsgut und dem Betrieb Schulze Bockeloh werden von den Partnern gemeinsam verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die biologische Vielfalt zu fördern. Dazu gehören beispielsweise mehrjährige Blühstreifen, Brachflächen und Abbruchkanten, die verschiedene Bodenschichten offenlegen. Insekten und Vögel finden dort Futter und Nisträume. Auch wurde ein breiter Blühstreifen zur Strukturunterbrechung inmitten eines Ackers angelegt, sodass vor allem Vögel und blütenbesuchende Insekten hier Nahrung finden.

Prüfung durch externe Experten

Im Rahmen der Zusammenarbeit werden externe Experten aus dem Natur- und Umweltschutz mehrmals im Jahr überprüfen, wie sich die Insekten- und Vogelpopulationen am Standort verändern. Hierfür fand im April 2021 zunächst ein Bestandsmonitoring statt, um bereits ortsansässige Populationen zu identifizieren. Wissenschaftlich untersucht werden neben Vögeln auch Wildbienen, Laufkäfer und Spinnen. Das Projekt ist auf mindestens zehn Jahre angelegt. Die Ergebnisse der Monitorings werden jährlich veröffentlicht und dienen zur Bewertung einzelner Maßnahmen. Zusätzlich wird das Kompetenzzentrum ab 2021 Testbetrieb für verschiedene technische Neuerungen wie beispielsweise das Closed Transfer System easyconnect. Auch die selektive Unkrautbekämpfung in breiten Reihenabständen durch digitale Anwendungen wie beispielsweise Spot Spraying oder mechanische Lösungen werden getestet.

Neben Aktivitäten zur Steigerung der Biodiversität stehen im FarmNetzwerk auch die Förderung von Bodenlebewesen, -fruchtbarkeit und Humusbildung, zum Beispiel durch Fruchtfolgeprojekte, im Vordergrund. Auch der effiziente Einsatz von Wirtschaftsdünger wird evaluiert.

Strategische Positionierung durch themenbezogene Kooperationen

AGRAVIS-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Köckler erklärt die Motivation von AGRAVIS zur Zusammenarbeit mit BASF: „Für die AGRAVIS-Gruppe sind diese themenbezogenen Kooperationen mit Herstellern Teil der strategischen Positionierung. Wir fördern außerdem gezielt Projekte rund um das Thema Biodiversität, die gemeinsam mit Branchenpartnern vorangetrieben werden.“

Unterstützung von Landwirt:innen

Das Kompetenzzentrum von BASF und AGRAVIS soll zukünftig auch der Beratung von Landwirt:innen dienen. Hierzu werden die gewonnenen Erkenntnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen jährlich veröffentlicht. Die Aktivitäten am Standort werden fachlich von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unterstützt. Dies beinhaltet unter anderem den Austausch von Monitoringdaten und Know-how. (AGRAVIS)

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