SAUTTER & STEPPER: Großer Andrang beim Erfahrungsaustausch

Mit einem voll besetzten Saal und durchweg begeisterten Teilnehmenden fand am 19. Februar 2026 im Hotel am Schlossberg in Herrenberg der traditionelle Erfahrungsaustausch "Nützlingseinsatz im geschützten Anbau" statt.

Großer Andrang beim Erfahrungsaustausch "Nützlingseinsatz im geschützten Anbau". Bild: SAUTTER & STEPPER GmbH.

Veranstaltet wurde der Fachtag wie jedes Jahr von der SAUTTER & STEPPER GmbH für ihre Kundinnen und Kunden, die mit großem Engagement und hoher fachlicher Qualität erneut ein Programm auf die Beine stellte, das sowohl Praxisbetriebe als auch Berater und Institute gleichermaßen anzog.

Der Zuspruch war enorm: Die Veranstaltung war bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, im Rahmen des Tages ihren Fortbildungsnachweis für den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis zu erhalten.

Fachlich starkes Programm von Anfang an

Nach der Begrüßung durch einen der drei Geschäftsführer, Herrn Büsing, startete der Tag mit einem fundierten Überblick über die Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz sowie einem Rückblick auf das Schaderregerjahr 2025. Dr. René Pfitzer vom Regierungspräsidium Tübingen bot einen prägnanten Einstieg und zeigte auf, welche Entwicklungen und Schädlinge Betriebe künftig besonders im Blick behalten müssen. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis erläuterte er, welche gesetzlichen Vorgaben bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln tatsächlich entscheidend sind. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die Entwicklung und Verbreitung im süddeutschen Raum der Schilf-Glasflügelzikade und damit von Stolbur und das Vorkommen der Ypsiloneulen.

Im Anschluss erläuterte Dr. Mareile Zunker vom LTZ Augustenberg die aktuellen Anforderungen an die Aufzeichnungspflichten bei Pflanzenschutzmittel-Anwendungen – ein Thema, das in der Praxis zunehmend komplexer wird und entsprechend großes Interesse hervorrief. Anhand verschiedener Beispiele zeigte sie auf, wie Betriebe gesetzeskonform dokumentieren können, und stellte auch kostenlose, leicht nutzbare Möglichkeiten vor. Zudem ging sie auf die aktuelle Situation des Japankäfers ein, der europaweit für große Sorge sorgt, da er in Massen auftritt und sein typischer Skelettierfraß erhebliche Schäden verursacht.

Ein Highlight des Vormittags war der lebendige Vortrag von Eva Augart, stellvertretende Technische Leiterin der Botanik der Wilhelma. Sie berichtete anschaulich über neue Schädlinge und hilfreiche Nützlinge, die in den vergangenen Jahren im zoologisch-botanischen Garten beobachtet wurden. Ihre praxisnahen Beispiele sorgten für viele Aha Momente und zeigten eindrucksvoll, wie dynamisch sich das Zusammenspiel von Schaderregern und Nützlingen entwickelt. In der Wilhelma spielen Futterpflanzen für exotische Tierarten eine zentrale Rolle – sie stellen teils den gesamten Futtervorrat für geschützte Arten sicher und sind daher von großer Bedeutung. Oft sind nicht nur Tiere und Pflanzen exotisch, sondern auch die Schädlinge, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Deutlich wurde: Es muss nicht immer absolute Schädlingsfreiheit herrschen – ein stabiles Gleichgewicht kann ebenso akzeptabel sein.

Aktuelle Herausforderungen im Fokus

In der Mittagspause hatten die Teilnehmenden reichlich Gelegenheit, das von der SAUTTER & STEPPER GmbH bereitgestellte, sehr geschätzte Buffet zu genießen. Die Pause wurde ausgiebig genutzt: Kunden, Referenten und Veranstalter kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und führten rege, fachlich tiefgehende Unterhaltungen. Diese lebendige Austauschphase ist seit Jahren ein Markenzeichen der Veranstaltung und wurde auch diesmal intensiv wahrgenommen. Natürlich blieb auch Raum für private Gespräche – viele kennen sich seit Jahren und schätzen das Wiedersehen.

Danach ging es mit einem Blick auf neue Schaderreger weiter. Dr. Olaf Zimmermann (LTZ Augustenberg) stellte aktuelle Entwicklungen rund um Neozoen vor und zeigte Strategien auf, wie Betriebe auf invasive Arten reagieren können. Er verdeutlichte, dass manche invasive Arten – wie etwa die marmorierte Baumwanze – inzwischen weniger dramatisch einzuschätzen sind, da eingeschleppte Nützlinge bereits aktiv zur natürlichen Regulierung beitragen. Dr. Zimmermann präsentierte verschiedene Schädlinge, erläuterte deren Schadbilder und ordnete sie aus Sicht des LTZ fachlich ein.

Einen besonderen Schwerpunkt setzte anschließend Jörg Klatt (LWK NRW, PSA Münster) mit seinem Vortrag über Thripse im geschützten Anbau. Er beleuchtete deren Vielfalt, Verhalten und wirksame Kontrollstrategien – ein Thema, das viele Betriebe derzeit intensiv beschäftigt. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, welche Thripsarten welche Pflanzen bevorzugen, mit welchen Leimtafeln das Monitoring gelingt und welche Raubmilben sich besonders bewährt haben. Sein Fazit: Die Raubmilbe N. cucumeris bleibt die Grundlage einer erfolgreichen Thripsbekämpfung und sollte frühzeitig in den Pflanzenbestand eingebracht werden.

Den fachlichen Abschluss bildete Holger Nennmann (LWK NRW, Pflanzenschutzdienst Unna) mit einem Überblick über Fusarium und Thielaviopsis. Seine Ausführungen zu Symptomen, Bedeutung und Bekämpfung rundeten das Programm anspruchsvoll ab und boten wertvolle Impulse für die Praxis. Er betonte, dass das Problem nicht zu unterschätzen ist, da sich Sporen leicht verbreiten und Fungizide nur begrenzt erfolgversprechend sind.

Ein Tag, der zeigt, wie wichtig Austausch bleibt

Die Vorträge waren bis zum letzten Programmpunkt fesselnd, und die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Es gab sogar Geschenke von den Gästen für die Veranstalter – ein Zeichen großer Wertschätzung. Die Veranstaltung der SAUTTER & STEPPER GmbH zeigte einmal mehr, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Forschung, Beratung und Praxis ist und wie groß das Interesse an aktuellen Entwicklungen im Pflanzenschutz und Nützlingseinsatz weiterhin bleibt.

Mit einem kurzen Abschlussgespräch endete ein Tag, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Branche stärkte. Schon jetzt freuen sich viele auf die nächste Ausgabe dieses etablierten Fachtreffs im Jahr 2027.

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SAUTTER & STEPPER: Großer Andrang beim Erfahrungsaustausch

Mit einem voll besetzten Saal und durchweg begeisterten Teilnehmenden fand am 19. Februar 2026 im Hotel am Schlossberg in Herrenberg der traditionelle Erfahrungsaustausch "Nützlingseinsatz im geschützten Anbau" statt.

Großer Andrang beim Erfahrungsaustausch "Nützlingseinsatz im geschützten Anbau". Bild: SAUTTER & STEPPER GmbH.

Veranstaltet wurde der Fachtag wie jedes Jahr von der SAUTTER & STEPPER GmbH für ihre Kundinnen und Kunden, die mit großem Engagement und hoher fachlicher Qualität erneut ein Programm auf die Beine stellte, das sowohl Praxisbetriebe als auch Berater und Institute gleichermaßen anzog.

Der Zuspruch war enorm: Die Veranstaltung war bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, im Rahmen des Tages ihren Fortbildungsnachweis für den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis zu erhalten.

Fachlich starkes Programm von Anfang an

Nach der Begrüßung durch einen der drei Geschäftsführer, Herrn Büsing, startete der Tag mit einem fundierten Überblick über die Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz sowie einem Rückblick auf das Schaderregerjahr 2025. Dr. René Pfitzer vom Regierungspräsidium Tübingen bot einen prägnanten Einstieg und zeigte auf, welche Entwicklungen und Schädlinge Betriebe künftig besonders im Blick behalten müssen. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis erläuterte er, welche gesetzlichen Vorgaben bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln tatsächlich entscheidend sind. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die Entwicklung und Verbreitung im süddeutschen Raum der Schilf-Glasflügelzikade und damit von Stolbur und das Vorkommen der Ypsiloneulen.

Im Anschluss erläuterte Dr. Mareile Zunker vom LTZ Augustenberg die aktuellen Anforderungen an die Aufzeichnungspflichten bei Pflanzenschutzmittel-Anwendungen – ein Thema, das in der Praxis zunehmend komplexer wird und entsprechend großes Interesse hervorrief. Anhand verschiedener Beispiele zeigte sie auf, wie Betriebe gesetzeskonform dokumentieren können, und stellte auch kostenlose, leicht nutzbare Möglichkeiten vor. Zudem ging sie auf die aktuelle Situation des Japankäfers ein, der europaweit für große Sorge sorgt, da er in Massen auftritt und sein typischer Skelettierfraß erhebliche Schäden verursacht.

Ein Highlight des Vormittags war der lebendige Vortrag von Eva Augart, stellvertretende Technische Leiterin der Botanik der Wilhelma. Sie berichtete anschaulich über neue Schädlinge und hilfreiche Nützlinge, die in den vergangenen Jahren im zoologisch-botanischen Garten beobachtet wurden. Ihre praxisnahen Beispiele sorgten für viele Aha Momente und zeigten eindrucksvoll, wie dynamisch sich das Zusammenspiel von Schaderregern und Nützlingen entwickelt. In der Wilhelma spielen Futterpflanzen für exotische Tierarten eine zentrale Rolle – sie stellen teils den gesamten Futtervorrat für geschützte Arten sicher und sind daher von großer Bedeutung. Oft sind nicht nur Tiere und Pflanzen exotisch, sondern auch die Schädlinge, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Deutlich wurde: Es muss nicht immer absolute Schädlingsfreiheit herrschen – ein stabiles Gleichgewicht kann ebenso akzeptabel sein.

Aktuelle Herausforderungen im Fokus

In der Mittagspause hatten die Teilnehmenden reichlich Gelegenheit, das von der SAUTTER & STEPPER GmbH bereitgestellte, sehr geschätzte Buffet zu genießen. Die Pause wurde ausgiebig genutzt: Kunden, Referenten und Veranstalter kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und führten rege, fachlich tiefgehende Unterhaltungen. Diese lebendige Austauschphase ist seit Jahren ein Markenzeichen der Veranstaltung und wurde auch diesmal intensiv wahrgenommen. Natürlich blieb auch Raum für private Gespräche – viele kennen sich seit Jahren und schätzen das Wiedersehen.

Danach ging es mit einem Blick auf neue Schaderreger weiter. Dr. Olaf Zimmermann (LTZ Augustenberg) stellte aktuelle Entwicklungen rund um Neozoen vor und zeigte Strategien auf, wie Betriebe auf invasive Arten reagieren können. Er verdeutlichte, dass manche invasive Arten – wie etwa die marmorierte Baumwanze – inzwischen weniger dramatisch einzuschätzen sind, da eingeschleppte Nützlinge bereits aktiv zur natürlichen Regulierung beitragen. Dr. Zimmermann präsentierte verschiedene Schädlinge, erläuterte deren Schadbilder und ordnete sie aus Sicht des LTZ fachlich ein.

Einen besonderen Schwerpunkt setzte anschließend Jörg Klatt (LWK NRW, PSA Münster) mit seinem Vortrag über Thripse im geschützten Anbau. Er beleuchtete deren Vielfalt, Verhalten und wirksame Kontrollstrategien – ein Thema, das viele Betriebe derzeit intensiv beschäftigt. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, welche Thripsarten welche Pflanzen bevorzugen, mit welchen Leimtafeln das Monitoring gelingt und welche Raubmilben sich besonders bewährt haben. Sein Fazit: Die Raubmilbe N. cucumeris bleibt die Grundlage einer erfolgreichen Thripsbekämpfung und sollte frühzeitig in den Pflanzenbestand eingebracht werden.

Den fachlichen Abschluss bildete Holger Nennmann (LWK NRW, Pflanzenschutzdienst Unna) mit einem Überblick über Fusarium und Thielaviopsis. Seine Ausführungen zu Symptomen, Bedeutung und Bekämpfung rundeten das Programm anspruchsvoll ab und boten wertvolle Impulse für die Praxis. Er betonte, dass das Problem nicht zu unterschätzen ist, da sich Sporen leicht verbreiten und Fungizide nur begrenzt erfolgversprechend sind.

Ein Tag, der zeigt, wie wichtig Austausch bleibt

Die Vorträge waren bis zum letzten Programmpunkt fesselnd, und die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Es gab sogar Geschenke von den Gästen für die Veranstalter – ein Zeichen großer Wertschätzung. Die Veranstaltung der SAUTTER & STEPPER GmbH zeigte einmal mehr, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Forschung, Beratung und Praxis ist und wie groß das Interesse an aktuellen Entwicklungen im Pflanzenschutz und Nützlingseinsatz weiterhin bleibt.

Mit einem kurzen Abschlussgespräch endete ein Tag, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Branche stärkte. Schon jetzt freuen sich viele auf die nächste Ausgabe dieses etablierten Fachtreffs im Jahr 2027.

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