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LfL: Neue Gentechnik - Klare Regelungen gefordert
Dies wurde beim Forum zur Förderung der ökologischen Pflanzenzüchtung Mitte April an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising deutlich. Die Vertreter von Pflanzenzucht und Ökoverbänden formulierten dabei die verschiedenen Erwartungen und Bedenken, die Veranstaltung zeigte aber auch gemeinsame Positionen zu zentralen Handlungsfeldern auf.
Bei seiner 13. Sitzung hat sich das "Forum zur Förderung der ökologischen Pflanzenzüchtung in Bayern" an der LfL der geplanten Deregulierung der Neuen Gentechnik (NGT) auf EU-Ebene und deren Auswirkungen auf ökologische Pflanzenzüchtung, Landwirtschaft und Wertschöpfungsketten gewidmet. Im Mittelpunkt stand der intensive Austausch zu den verschiedenen Facetten dieses Themas: Die Mitglieder des Forums, bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Züchtung, Verarbeitung, Verbänden und Verwaltung diskutierten dabei gemeinsam mit externen Referenten die rechtlichen, ökonomischen und ethischen Dimensionen der neuen Gesetzgebung.
In den Impulsvorträgen der externen Referenten Gebhard Rossmanith (Dachverband Ökologische Pflanzenzüchtung), Thomas Lang (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) und Dr. Markus Gierth (Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter) wurde deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven auf die Deregulierung ausfallen – und wo sich dennoch gemeinsame Handlungsmöglichkeiten abzeichnen. Während Vertreter der bayerischen und bundesdeutschen Pflanzenzüchter Chancen in der Anwendung neuer Züchtungsmethoden sehen, äußerten Öko-Züchter, Verbände und Verarbeiter deutliche Bedenken hinsichtlich wachsender Abhängigkeiten durch Patente, Koexistenz, Transparenz und den Schutz gentechnikfreier Wertschöpfungsketten.
Trotz unterschiedlicher Positionen zur Deregulierung selbst zeigte sich das Forum Ökozüchtung in zentralen Forderungen geschlossen: So müssten Patente auf Pflanzen und Züchtungsverfahren verhindert oder streng begrenzt werden. Koexistenzregelungen – inklusive Haftungsfragen, Abstandsregelungen und Schutz ökologischer Regionen – werden als zwingend notwendig erachtet. Um die ökologische Züchtung langfristig abzusichern, müssten zudem Genbanken und Biosaatgut gentechnikfrei bleiben. Die Politik wurde schließlich aufgefordert, klare Rahmenbedingungen zu schaffen, bevor NGT 1 Pflanzen in die landwirtschaftliche Praxis gelangen.
In der Diskussion wurde auch die Notwendigkeit einer europäischen Taskforce zur Sicherung gentechnikfreier Züchtungsressourcen betont. Zudem wurde eine staatliche Finanzierung von Sammlung, Koordination und Schutzmaßnahmen gefordert. Das Forum will die Entwicklungen auch künftig eng begleiten und wird die Ergebnisse und die Positionen der einzelnen Akteursgruppen zusammenstellen.

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