AbL: Veröffentlicht Positionspapier

Der Internationale Tag des Baumes am 25. April erinnert daran: Bäume sind eine zentrale Infrastruktur für funktionierende Wasser- und Stoffkreisläufe - und damit für die Zukunft der Landwirtschaft.

Agroforst als Schlüssel für Wasserhaushalt, Klimaanpassung und die Zukunft der Landwirtschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. veröffentlicht dazu ein Positionspapier zur Bedeutung von Agroforstsystemen für Klimaanpassung, Wasserhaushalt und landwirtschaftliche Resilienz.

Julie Mathes, Co-Sprecherin der AG Agroforst der AbL: „Ohne Bäume in der Landschaft funktioniert der Wasserkreislauf nicht stabil. Agroforst ist keine Option, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unter den Bedingungen des Klimawandels.“

Agroforstsysteme verbinden Gehölze mit landwirtschaftlicher Nutzung und übernehmen zentrale Funktionen: Sie fördern Biodiversität, schützen Böden vor Erosion, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit, reduzieren Hitzestress und kühlen die Landschaft durch Verdunstung. Gleichzeitig stärken sie wirtschaftlich Betriebe durch zusätzliche Einkommensquellen und eine breitere Produktionspalette. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind motiviert, Bäume und Sträucher in ihre Flächen zu integrieren. Rechtliche Unsicherheiten bremsen jedoch die Umsetzung.

Anne Rothkranz-Pott, Landwirtin mit 6-Hektar Agroforst: „Wer heute in Agroforst investiert, braucht verlässliche Rahmenbedingungen über Jahrzehnte. Es kann nicht sein, dass Landwirte nicht sicher sein können, ob sie ihre Bäume später ernten und nutzen dürfen. Agroforst braucht klare gesetzliche Regeln, die es eindeutig als Teil der landwirtschaftlichen Nutzung anerkennen.“

Die AbL betont, dass landwirtschaftliche Praxis und Naturschutz kein Widerspruch sind, sondern in funktionierenden Systemen zusammenwirken – besonders angesichts zunehmender Wasserknappheit.

Andrea Vogel, Sprecherin der AG Agroforst der AbL: „Wir stehen uneingeschränkt hinter den Zielen des Naturschutzes. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass die Wasserknappheit in Deutschland ein beängstigendes Ausmaß erreicht hat. Seit der Jahrtausendwende haben wir – belegt durch Satellitendaten der GRACE-Mission – Wassermengen in der Größenordnung des Bodensees verloren. Das ist kein abstrakter Wert, sondern ein unübersehbares Warnsignal. Ein entscheidender Hebel ist die breite Etablierung von Agroforstsystemen. Gehölzstrukturen halten Wasser in der Fläche, reduzieren Abfluss, fördern die Grundwasserneubildung und stabilisieren den kleinen Wasserkreislauf – sie sind zentrale Infrastruktur eines funktionierenden Wasserhaushalts. Nutzung und ökologische Funktion stehen dabei nicht im Widerspruch. Umso gravierender ist es, dass diese Lösungen politisch verschleppt werden oder aus Teilen des Naturschutzes blockiert werden. Wir wissen, wie groß der Wasserverlust ist – und blockieren trotzdem die wirksamsten Lösungen. Das ist nicht mehr vermittelbar.“

Das Positionspapier bündelt die fachlichen, praktischen und politischen Anforderungen, um Agroforst systematisch in die Fläche zu bringen. Es fordert insbesondere:

  • Rechtliche Sicherung von Agroforstsystemen: Klarstellung des Landwirtschaftsprivilegs (§ 5 BNatSchG) und Rechtssicherheit bei der Eingriffsregelung (§ 14 BNatSchG)
  • Verlässliche Förderung von Erstanlage, Pflege, Beratung und Maschinen
  • Degressive Fördermodelle, die besonders kleine und mittlere Betriebe stärken
  • Stärkung von Beratung, Ausbildung und Forschung zu Agroforst
  • Förderung von Weidehaltung unter Gehölzen
  • Gemeinwohlorientierte Verpachtung öffentlicher Flächen mit Agroforst als Pluskriterium

Die AbL fordert klare politische Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen, Genehmigungsprozesse vereinfachen und die Anlage von Agroforstsystemen aktiv unterstützen. Nur so kann der notwendige Umbau der Agrarlandschaft zu klimaresilienten und wasserhaltenden Systemen gelingen.

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