IGZ: Roggenmulch stabilisiert Gemüseerträge

Aktuell in der Fachzeitschrift "Plant and Soil" veröffentlichte Ergebnisse von Forschenden des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) zeigen, dass Streifenbodenbearbeitung in Kombination mit Roggenmulch die Erträge von Weißkohl und Knollensellerie unter unterschiedlichen Standortbedingungen stabil halten kann.

Feldversuch mit Weißkohl und Sellerie auf dem Gelände des IGZ. Bild: J. Vogt, IGZ.

In Systemen mit Klee als lebender Bodenbedeckung traten hingegen deutliche Ertragsrückgänge auf. Ausschlaggebend sind Veränderungen des Bodenstickstoffgehalts, Wasserhaushalts und des Temperaturregimes. Diese Befunde liefern eine differenzierte Grundlage für die Bewertung von Mulchanbausystemen im Gemüsebau.

Eine Feldstudie des IGZ vergleicht unterschiedliche Bodenbearbeitungs- und Bodenbedeckungssysteme im Freilandgemüsebau in den Kulturen Weißkohl und Knollensellerie an mehreren Standorten in Deutschland, darunter Versuchsflächen des IGZ in Großbeeren und Gemüsebaubetriebe Brandenburgs. Betrachtet wurden Streifenbodenbearbeitung mit vor Ort hergestellten Roggenmulch, Klee-Lebendmulch und eine unbedeckte Kontrolle.

Über alle Standorte hinweg zeigte sich, dass die Kombination aus Streifenbodenbearbeitung und Roggenmulch eine vergleichsweise stabile Ertragsleistung beider Kulturen ermöglichte. Im Gegensatz dazu waren die Erträge im Klee-Lebendmulch-System deutlich niedriger. Diese Unterschiede stehen in engem Zusammenhang mit veränderten Bodenbedingungen, insbesondere einer geringeren Verfügbarkeit mineralischen Stickstoffs, veränderten Bodenfeuchteverhältnissen sowie niedrigeren Bodentemperaturen, die die Entwicklungsbedingungen der Kulturen beeinflussen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Lebendmulchsysteme im Gemüsebau nicht unabhängig vom Standort und vom Gesamtsystem bewertet werden können. Während sie unter bestimmten Bedingungen positive ökologische Funktionen erfüllen können, entstehen gleichzeitig potenzielle Zielkonflikte mit der Produktivität, insbesondere durch Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.

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