Rückblick und Vorschau: Wo steht der BdS heute?

Das 75jährige Jubiläum des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) ist Anlass, einen Blick auf die Entwicklung dieser Fachsparte zu werfen. Kontinuierliche Innovation aber auch Beständigkeit haben die Staudengärtnereien über Jahrzehnte immer auf der Höhe der Zeit gehalten.

75jähriges Jubiläum des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS). Bild: GABOT.

Von Anfang an sahen die Mitglieder neben dem fachlichen und persönlichen Austausch die Entwicklung der Qualitätsstandards auf ein einheitliches, gutes Niveau als wichtigste Aufgabe. Jährlich wurden alle Qualitätszeichenbetriebe begutachtet und so der Aufbau eines hochwertigen Staudenangebots gefördert. Der Arbeitskreis Staudensichtung brachte mit wissenschaftlichen Methoden Struktur in das stetig wachsende Staudensortiment und ist auch heute noch ein wichtiger Stützpfeiler des Verbandes.

In den Gründungsjahren wurden Stauden noch im gewachsenen Boden kultiviert. Damit war eine Vermarktung nur in der Zeit von September bis Ende April möglich. Zudem schränkten die meist strengen Winter den Verkaufszeitraum weiter ein. Ein radikaler Umbruch war die Umstellung auf Topfkultur in den 1970er-Jahren, die eine ganzjährige Verfügbarkeit der Pflanzen ermöglichte. Mit der Einführung von Buntbildetiketten waren Stauden auch als SB-Artikel in den Gartencentern gefragt. Der Verband unterstützte die Mitglieder mit Werbematerialien und in der Zusammenarbeit mit Etikettenherstellern.

Im folgenden Jahrzehnt entwickelten sich die Staudengärtnereien rasant. Um das Angebot zu bündeln, entstanden Kooperationen wie das Staudenkontor und die Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Staudengärtner (ASS). Der Verkauf an Gartencenter und insbesondere die Verwendung von Stauden in Privatgärten und öffentlichem Grün erreichte ungeahnte Ausmaße. Immer schon nutzten die Staudengärtner die Gartenschauen als Plattform, um ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen, und berücksichtigten stets auch die Entwicklung der Staudenverwendung. So entstanden richtungsweisende Staudenpflanzungen auf der IGA München 1983 und auf den Bundesgartenschauen Kassel (1981), Düsseldorf (1987) und Frankfurt (1989).

Mehr und mehr entwickelte sich die Technisierung der Gärtnereien. Den innerbetrieblichen Transport, die Mechanisierung der Produktion und die Effizienzsteigerung in der Marktaufbereitung optimieren die Unternehmen bis heute weiter. Dabei ist auch immer das Thema Ressourcenschonung im Fokus. In einer Zeit, in der das Wort „Nachhaltigkeit“ noch nicht verwendet wurde, lieferten die Staudengärtner ihre Pflanzen bereits überwiegend in Pfandverpackungen aus, nutzten wassersparende Bewässerungsverfahren und kultivierten mit minimalem Einsatz fossiler Energien. Beim Thema Torfersatz und Recyclingtopf sind die Betriebe Vorreiter in der Branche und auch Pflanzenschutzmittel werden sehr bewusst und nur in geringem Umfang eingesetzt. Trotzdem haben sich die Stauden von einem Produkt, bei dem „die inneren Werte zählen“, zu einer auch visuell attraktiven Pflanze entwickelt.

Die Verantwortung für die Pflanzen endet für Staudengärtner nicht an der LKW-Rampe. "Wir möchten, dass unsere Kunden mit unseren Stauden Erfolg haben und langfristig stabile Pflanzungen entstehen. Das findet Ausdruck im Kompetenzzeichen, das alle Verbandsmitglieder führen", der BdS-Vorsitzende Michael Moll. "Mit den Mischpflanzungen des Arbeitskreises Staudenverwendung stehen den Verwendern seit 25 Jahren vielfältige, wissenschaftlich geprüfte Pflanzenkompositionen für alle Bereiche zur Verfügung. Diese werden im öffentlichen Grün, an Gewerbeimmobilien und im Privatgarten rege genutzt und sind ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte des BdS."

Immer standen hinter der Verbandsarbeit Unternehmerinnen und Unternehmer, die neben ihrer betrieblichen Arbeit ehrenamtlich Verantwortung übernahmen. "Diesen Generationen, die den Bund deutscher Staudengärtner gegründet und stetig weiterentwickelt haben, möchten wir von Herzen Danke sagen", so Moll. "Der BdS bearbeitet eine Vielzahl von berufsständischen Themen, dies ist nur mit dem überdurchschnittlichen Engagement der Mitglieder auf allen Ebenen möglich. Unser Dank gilt auch den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern, ganz besonders Bettina Banse, die den BdS seit 2001 mit prägt."

Die Mitgliedsbetriebe des Bundes deutscher Staudengärtner sind bestens aufgestellt. Viele Betriebe haben die Übergabe an die nächste Generation erfolgreich vollzogen oder stehen kurz davor. Die Nachfrage nach hochwertigen Stauden ist stabil, die Sortimentsentwicklung bietet Lösungen für veränderte Klimabedingungen und die Innovationskraft der Unternehmer ist ungebrochen. Was schon in den Gründungsjahren des Verbandes den Erfolg ausmachte, das kollegiale, oft freundschaftliche Miteinander ganz unterschiedlicher Charaktere, die Zusammenarbeit von kleinen und großen Staudengärtnereien auf Augenhöhe und der offene Austausch über die drängenden Probleme der jeweiligen Zeit, wird auch die zukünftige positive Entwicklung ermöglichen.

"'Die Kraft, die aus der Mischung kommt' – das gilt natürlich für unsere Mischpflanzungen, ganz besonders aber für die 75jährige Erfolgsgeschichte des Bundes deutscher Staudengärtner", so Moll abschließend. (BdS)

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