ZVG: Pilzproduktion in Deutschland stagniert

Den Mitgliedern des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer im Zentralverband Gartenbau e. V. fällt es zunehmend schwerer, genug Arbeitskräfte für die Ernte der Kulturpilze zu finden.

Champignons für den Frischmarkt machen in Deutschland nach wie vor den Großteil der Speisepilzproduktion aus. Bild: BDC.

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Den Mitgliedern des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) fällt es zunehmend schwerer, genug Arbeitskräfte für die Ernte der Kulturpilze zu finden. Wie die Mitglieder im Rahmen der Vorstandssitzung am 10. Oktober 2019 in Heiligenstadt erläuterten, konnte teilweise nicht mehr die gesamte Produktion geerntet werden. Trotz aller technischen Fortschritte ist eine maschinelle Ernte bei den empfindlichen Pilzen auch in nächster Zukunft nicht vorstellbar.

Die Betriebe stehen vor weiteren Herausforderungen: Stroh als wichtiger Grundstoff für die Substratproduktion ist immer schwieriger in ausreichender Qualität zu erhalten und nicht zuletzt sorgt die Düngeverordnung dafür, dass der Champost, also das abgetragene Pilzsubstrat, nur mit immer höherem Aufwand verwertet werden kann. Außerdem steigen die Kosten im Energiebereich weiter. Zwar gab es in diesem Frühjahr moderate Steigerungen bei den Erlösen, doch diese reichen nicht aus, um die ständig steigenden Kosten zu decken.

Der Mangel an Arbeitskräften und die sehr unterschiedliche Strohqualität des Extrem-Sommers 2018 werden sich voraussichtlich auf die Produktionszahlen auswirken. Insgesamt wird für dieses Jahr eine Gesamtmenge von 78.000 Tonnen Kulturpilzen aus Deutschland erwartet. 2018 waren es 79.150 Tonnen. Von den 78.000 Tonnen werden 68.000 Tonnen Pilze für den Frischmarkt angebaut. Edelpilze, die in der Gesamtsumme ebenfalls enthalten sind, haben in diesem Jahr mit einer Erntemenge von 3.900 Tonnen eine deutliche Steigerung erfahren – 2018 wurden 3.150 Tonnen Edelpilze geerntet. Bio- Pilze sind im Trend, ihr Anteil, so die Schätzung der Experten, dürfte jetzt 7,2% anstelle von 5,5% aus dem letzten Jahr betragen. Nach wie vor ist die Beschaffung von Bio-Stroh einer der limitierenden Faktoren für die Bio-Produktion.(ZVG/BDC)

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