ZG Raiffeisen: Vorstandsvorsitzender geht in Ruhestand

Das Programm ist bis zum Schluss eng getaktet. Mit den wichtigsten Jahresterminen, der Bilanz-Pressekonferenz und der Generalversammlung, verabschiedet sich Dr. Ewald Glaser in den Ruhestand. 36 Jahre bei der ZG Raiffeisen, davon 23 Jahre als Vorstandsvorsitzender: Wer über solche Zeitspannen hinweg in einem Unternehmen wirkt und agiert, noch dazu an der Spitze, der prägt es: als Manager und als Persönlichkeit.

Nach 23 Jahren als Vorstandsvorsitzender ZG Raiffeisen geht Glaser in den Ruhestand. Bild: ZG Raiffeisen.

„Die Genossenschaftsidee wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt“, hat Ewald Glaser einmal für die Mitarbeiterzeitung zu Protokoll gegeben. Familiär seit Generationen „vorbelastet“, sammelte er während seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Offenburg selbst schon früh Berufserfahrung in einer Genossenschaft. Speziell mit der ZG Raiffeisen kam er erstmals im Rahmen seines agrarwissenschaftlichen Studiums in Berührung.

Die Begeisterung für die genossenschaftliche Idee des Kräftebündelns, eine enge Bindung an seine badische Heimat, die Liebe zur Landwirtschaft – all das brachte Glaser in die Entwicklung der ZG Raiffeisen in den vergangenen 23 Jahren nachhaltig ein. Mit ihrer klaren Positionierung für regionale Produkte und gegen Gentechnik besetzte „die ZG“, wie sie landläufig bezeichnet wird, schon frühzeitig Themen, die heute als Megatrends gelten.

Das Gute daran: Verbiegen musste sich das Unternehmen mit seinen landwirtschaftlichen Wurzeln dafür nie. Die Verbindung zwischen Erzeuger und Handelsgeschäft ist sozusagen systemimmanent. Dieses Kapital hat Glaser schon ganz früh erkannt und gewinnbringend für das Unternehmensimage eingesetzt.

Agiler und professioneller mit der neuen Struktur

Die ZG Raiffeisen als moderne Unternehmensgruppe wie man sie heute kennt, mit ihren Geschäftsfeldern Agrar, Technik, Energie, Baustoffe und Märkte, gab es zu Beginn von Glasers Karriere nicht. Wenn der scheidende Vorstandsvorsitzende eine Leistung benennen soll, auf die er selbst stolz ist, dann ist es diese Transformation. „Die Neustrukturierung hat uns agiler, professioneller und kooperationsfähiger gemacht“, resümiert der heute 62-Jährige.

Als überzeugter Europäer hat Glaser stets die Chancen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gesehen – weit über die rein wirtschaftlichen Vorteile hinaus. Daraus resultieren Geschäftsaktivitäten in Frankreich und Rumänien, Partnerschaften mit den größten Genossenschaften Österreichs und der Schweiz, und – gerade erst ein Jahr alt – das erste deutsch-französische Joint-Venture für Getreidevermarktung in Europa, die ECU.

Über Grenzen hinwegdenken

In dieses jüngste „Kind“ der ZG Raiffeisen, wenn man so will, hat Glaser nochmals viel Energie gesteckt. „Solche Partnerschaften sind es, die uns auch in den rasanten Entwicklungen der gesamten Weltwirtschaft eine aussichtsreiche Position für eine stabile Entwicklung verschaffen“, ist er überzeugt. Kräfte bündeln, über Grenzen hinwegdenken, die passenden Partnerschaften suchen und an ihnen arbeiten: Das sind drei Empfehlungen, die er auch seinen Lukas Roßhart und Dr. Holger Löbbert mit auf den Weg gibt, die den Vorstand künftig als gleichberechtigte Partner weiter besetzen.

Sein eigener Weg – das weiß jeder, der ihn kennt – wird mit dem 30. Juni nur nominell in den Ruhestand führen. Seine vielen Interessen, die zahlreichen Kontakte, die der begnadete Netzwerker Glaser im genossenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Umfeld über die Jahre gewonnen hat, werden ihn in Bewegung halten. Und dann ist da noch der große landwirtschaftliche Betrieb in der Nähe von Bühl, mitten in Baden, den sein Sohn führt. Hier gibt es viel zu tun. Und ja, zur Not auch mal eine Bank zum Ausruhen. (ZG Raiffeisen)

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