Zertifizierter Torf: Stand des RPP-Systems

Im Jahr 2014 wurde das Torfflächen-Zertifizierungssystem „Responsibly Produced Peat (RPP)“ auf den Weg gebracht, 2016 wurden die ersten RPP-Zertifikate vergeben. Wie ist der Stand heute?

Aktuell sind 41 Flächen mit insgesamt 11.641 ha zertifiziert worden. Bild: GABOT.

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Die Torf-Zertifizierung „Responsibly Produced Peat (RPP)“ soll sicher stellen, dass Torfland verantwortungsvoll genutzt, bewirtschaftet und wieder hergestellt wird. Zertifizierter Torf darf nur auf Flächen abgebaut werden, die bereits durch Land- oder Forstwirtschaft vorgenutzt und entwässert sind. Ist der Torfabbau abgeschlossen werden die Flächen regeneriert und können so einen höheren ökologischen Standard als vorher erreichen.

Nach dem Start im Jahr 2014 konnten im Januar 2016 die ersten RPP-Zertifikate vergeben werden. Seitdem sind 41 Flächen mit insgesamt 11.641 ha zertifiziert worden, was schätzungsweise etwa 11% der europäischen Torfabbauflächen entspricht. Ein Großteil dieser Flächen liegt in Deutschland und im Baltikum.

Mit der Zeit kam es zu einigen Anpassungen bei den RPP-Kriterien. Sie wurden spezifiziert, damit Antragsteller ihre Flächen einfacher einordnen und Fragen dazu leichter beantworten können. Zusätzlich erhalten Antragsteller jetzt weitgehende Unterstützung, um die RPP-Regeln besser einzuhalten und zum Beispiel Auswirkungen des Torfabbaus auf umliegende Flächen zu vermindern. In den nächsten Jahren ist geplant, diese Hilfestellungen sowohl thematisch als auch inhaltlich weiter auszubauen. Dazu werden immer wieder Workshops stattfinden, in denen Umweltschutzorganisationen, Unternehmen mit zertifizierten Flächen und Vertreter von nationalen Behörden sich zu bestimmten Themen austauschen.

Zudem ist das gesamte RPP-System transparenter geworden. So wurde beispielsweise der Internetauftritt www.responsiblyproducedpeat.org komplett überarbeitet. Interessierte können dort jetzt noch leichter nach den bereits zertifizierten Flächen und den dazugehörigen Unternehmen recherchieren. Vertreter von Interessengruppen erhalten außerdem die Möglichkeit, sich bei RPP zu registrieren und zu geplanten Zertifizierungen in ihrer Umgebung Stellungnahmen abzugeben.

Das große Ziel liegt darin, RPP auf dem Markt zu etablieren. Um das zu erreichen, müssen Handel und Erwerbsgärtner vermehrt Produkte mit zertifiziertem Torf nachfragen. Neuerdings ist die Verwendung des RPP-Logos auf Produkten möglich. Unternehmen, die zertifizierten Torf verwenden, haben jetzt die Möglichkeit, ein entsprechendes Logo zusammen mit ihrer Registrierungsnummer für eine bessere Kommunikation zu nutzen.

Lentse & Slingerland Potgrond aus den Niederlanden, Greenyard Horticulture aus Belgien und Compo und Euflor aus Deutschland sind die ersten Unternehmen, die alle Standards erfüllen, um Produkte auf den Markt zu bringen, die mit dem RPP-Logo versehen sind. Produkte dieser Hersteller sind nun mit einem RPP-Logo und einer eindeutigen Registrierungsnummer versehen, dass deutlich macht, dass der Torf aus zertifizierten Torfgewinnungsfeldern stammt. Anhand der Registrierungsnummer können Gärtner und Verbraucher nachverfolgen, von welchen Flächen der verwendete Torf stammt.

Das Zertifizierungssystem „Responsibly Produced Peat (RPP)“ ist in der Substrat-Branche durchaus ein wichtiges Thema. Ob es am Ende aber beim Verbraucher ankommt und ob es gelingen kann, das Zertifizierungssystem so weit zu verbreiten, dass die überwiegende Mehrheit der Abbauflächen zertifiziert ist, wird die Zukunft zeigen.

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