Wirsing: Deutsche Anbauflächen rückläufig

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Die Zubereitung von Wirsing ist in Deutschland wenig verbreitet. In den vergangenen Jahren kaufte nicht mal ein Viertel der Haushalte einmal im Jahr dieses Kohlgemüse ein.Überdurchschnittlich gefragt ist Wirsing hierzulande aber bei älteren Menschen: Während die Einkaufsmengen der Privathaushalte im Bundesdurchschnitt 2005 bei 530 Gramm je Haushalt lagen, waren es in Haushalten von über 65-jährigen im Schnitt 834 Gramm. Haushaltsführende im Alter bis zu 34 Jahren kauften dagegen lediglich 165 Gramm.

 

Ein eindeutiger Konsumschwerpunkt liegt in Nordrhein-Westfalen, wo auch der meiste Wirsing angebaut wird. Dort wurden 2005 etwa 800 Gramm Wirsing je Haushalt gekauft. In Baden-Württemberg und Bayern dagegen, wo der Konsum an Frischgemüse insgesamt eigentlich leicht überdurchschnittlich ist, wird nur die Hälfte dieser Menge eingekauft, so die Daten der ZMP/CMA-Marktforschung auf Basis des Haushaltspanels der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg.

 

Deutscher Wirsing fast ganzjährig verfügbar

Wirsing steht im Normalfall ganzjährig aus deutschem Anbau zur Verfügung. Die Saison beginnt mit dem ersten Mai-Wirsing in den klimatisch begünstigten Regionen Süd- und Südwestdeutschlands. Es folgen die anderen Anbaugebiete und die Ernte von Sommerwirsing. Der Herbst- und Dauerwirsing, der einen fester geschlossenen Kopf bildet und ein ausgeprägteres Kohlaroma besitzt, überwintert überwiegend auf dem Feld. Zum Teil wird er auch im Kühllager gelagert, was allerdings vergleichsweise teuer ist. Denn Wirsing bildet im Vergleich zu Weiß- und Rotkohl lockere Köpfe, und daher entfallen auf die Gewichtseinheit recht hohe Lagerkosten. Vorwiegend wird Wirsing in Dithmarschen im Kühllager gelagert, während er im Rheinland überwiegend auf dem Feld überwintert. Bis Mitte Februar ist das Gros des verfügbaren Wirsings aus deutscher Erzeugung meist vermarktet, so dass im März und April eine kleine Angebotslücke mit deutscher Ware entsteht. Dann ergänzen Importe aus Frankreich und Italien sowie vereinzelt aus Spanien und Portugal das Sortiment.

 

Anbau in Deutschland rückläufig

Der Wirsinganbau in Deutschland geht seit Jahren zurück. 2006 belief sich die Fläche nur noch auf rund 1.150 Hektar, Anfang der 90er Jahre waren es noch mehr als 1.700 Hektar. Mit 450 Hektar liegt der Anbauschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen, 219 Hektar werden in Schleswig-Holstein angebaut. Die Hauptangebotszeit fällt in die Monate September bis November, und dann ist dieser Kohl für Verbraucher auch besonders günstig. (ZMP)

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