Weltfrauentag: Blumen verbinden Menschen international

Blumen und Pflanzen verbinden Menschen - sie machen Freude, trösten, bezaubern und wenn sie sprechen könnten, dann würden sie auch Geschichten über die Rolle von Frauen in einer globalen Branche erzählen.

Viele Blumen haben einen weiten Weg hinter sich und mancher Blumenstrauß sorgt dafür, dass Frauen ein sicheres Einkommen haben. Bild: PFFH/Hotlist.

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Vom Anbau in den Gärtnereien, dem Schnitt und der Vorbereitung auf dem Transportweg, bis zum Verkauf in Blumenfachgeschäften und erst recht in der Floristik selbst und der Gestaltung großer Feste - es sind Frauen, die den Blumenmarkt von Anfang an sehr entscheidend tragen. Ob in den Niederlanden oder in Ländern wie Kenia, Äthiopien oder Tansania sind es überwiegend Frauen, die auf den modernen Blumenfarmen arbeiten. Sie pflanzen, pflegen und ernten mit großem Engagement Rosen, Sommerblumen und weitere Schnittblumen, die in die große weite Welt exportiert werden. Zum Valentinstag gingen Abermillionen Blumen auf weite Wege.

Salomé Seyoum ist die verantwortliche Blumenfarm-Managerin bei Herburg Roses in Äthiopien und koordiniert vielfältige Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeiterinnen: „Wir organisieren Programme für berufliche Weiterbildung, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zu Gesundheit und Gleichberechtigung. So gibt es in Äthiopien neben Bildungseinrichtungen für Frauen, ihre Männer und Kinder u.a. eine ´Herburg Roses Special Needs School` für Kinder, die besondere Fürsorge brauchen, weil sie physisch und mental eingeschränkt sind. Bis zu 150 Kinder können hier in kleinen Gruppen unterrichtet und gefördert werden. Eine Tagesklinik kümmert sich um Gesundheitsfragen nah am Arbeitsplatz der Mutter und der Familie." Solche sozialen Projekte sind heute ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung im internationalen Blumenhandel.

Blumen sind weiblich!

Der positive Einfluss dieser Initiativen reicht weit über die Blumenfarmen hinaus: Frauen gewinnen wirtschaftliche Unabhängigkeit, Familien werden gestärkt, und ganze Gemeinden profitieren von besseren Lebensbedingungen. So entsteht eine nachhaltige Wirkung in den Produktionsländern und ein Kreislauf aus wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Selbstständigkeit für Frauen in Afrika. Untrennbar verbunden mit diesen sozialen Aspekten sind aber auch umweltrelevante Themen: Die günstigen klimatischen Verhältnisse in den Ländern am Äquator ermöglichen einen deutlich geringeren Energieaufwand. Bewährte Sortimente, ein hoher Spezialisierungsgrad und geschlossene Kreisläufe verringern den Aufwand für Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel. All diese Effekte wirken sich positiv auf die sogenannte innere Qualität der Blumen und Pflanzen aus und sie sorgen gleichzeitig für attraktive und zukunftssichere Arbeitsplätze für die Beschäftigten. Auf eine offene Stelle bewerben sich Hunderte, oft arbeiten ganze Familienverbände in den Gartenbauunternehmen, über 80% sind Frauen.

Auch in Deutschland steht die Branche deutlich im Zeichen der Frauenpower: In Blumenfachgeschäften gestalten überwiegend Floristinnen kreative Werkstücke mit viel handwerklichem Können und Stilgefühl. Die meisten Blumensträuße werden von oder für Frauen gekauft - ein schönes Symbol dafür, dass die Blume ihre feminine Sprache auf allen Ebenen behält.

Blumen verbinden Kontinente

Die Meisterfloristin Elisabeth Schoenemann aus Hamburg betont: „Ich achte beim Blumeneinkauf natürlich vor allem auf Frische und Qualität, aber ich will auch wissen, wo die Blumen herkommen. In den Sommermonaten bevorzuge ich regionale Herkunft, aber im Frühling und auch im Herbst ist das, was meine Kundinnen und Kunden erwarten, aus heimischer Produktion nicht zu bekommen." Niederländische Unternehmen und Organisationen spielen hier weltweit eine Schlüsselrolle, sowohl was die Produktionstechnik, die Produktionsmethoden, die Sortimente, aber auch was die ausgeklügelte Logistik betrifft.

Mit Sicherheit

Die Tatsache, dass echte Blumen eine begrenzte Haltbarkeit haben, macht sie einerseits besonders wertvoll, aber darin steckt eben auch ein besonderer Anspruch an die Sorgfalt in der gesamten Kette. Floristinnen und Floristen erwarten ganzjährig Vielfalt im Sortiment und eine möglichst lange Haltbarkeit. Das stellt hohe Anforderungen vor allem an die Logistik, aber die erste Voraussetzung schaffen die Produktionsbetriebe, denn schon beispielsweise in Afrika fängt mit einer schnellen Verarbeitung und sorgfältiger Verpackung die geschlossene Kühlkette an, die für die Frische von entscheidender Bedeutung ist. Gleichzeitig engagiert sich die Branche aktiv dafür, die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und die soziale Sicherheit in fernen Ländern zu gewährleisten. Zu diesem Zweck werden unter anderem Zertifizierungen wie MPS, GLOBALG.A.P. oder Fairtrade eingesetzt. Sie stehen für unabhängige Audits und strenge Kriterien zu Umwelt, Arbeitssicherheit und Rückverfolgbarkeit in der Produktions- und Logistikkette.

Nicht nur zum Weltfrauentag!

Damit Blumen und Pflanzen Freude schenken können und im Supermarkt oder beim Floristen überhaupt zu erschwinglichen Preisen verfügbar sind, werden große Anstrengungen unternommen, die man dem Bund oder dem Strauß nicht mehr ansieht. Sie gehören zu unserer Kultur für die kleine Überraschung zwischendurch, sie sind Trostspender, Liebesbeweis, Dankeschön, Mitbringsel und auch für die große Geste durch nichts zu ersetzen. Ihre Vergänglichkeit macht sie wertvoll. Gehen wir gut respektvoll mit ihnen um. Viele haben einen weiten Weg hinter sich und so mancher Blumenstrauß sorgt dafür, dass Frauen ihr Auskommen durch ein sicheres Einkommen haben, dass sie ihre Kinder in Schulen schicken können und ganze Familien ein besseres Leben haben. Am 8. März ist der Internationale Frauentag - gut zu wissen, dass die Blumenbranche nicht nur an diesem Tag, sondern ganzjährig die Rolle von Frauen wertschätzt! (Quelle: PFFH)

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