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Warenpflege bei Schnittblumen
Ein Verbraucher, der Schnittblumen kauft, erwartet, dass diese möglichst lange in der Vase ihre Frische bewahren. Ob das nun ein preiswertes Bund Chrysanthemen oder ein üppiger Blumenstrauß ist, spielt dabei keine Rolle. Frische ist daher oberstes Gebot. Das bedeutet: Von der Produktion über die Vermarktung auf dem Blumengroßmarkt und den Blumenfachhandel bis hin zum Verbraucher ist eine so genannte Frischekette notwendig, in der jeder seinen Beitrag leisten muss. Seinen Kunden konsequent frische Ware zu präsentieren, ist ein wichtiger Teil der Kundenbindung – sowohl auf dem Blumengroßmarkt als auch im Blumenfachhandel.
Einkauf und Erstversorgung
Im Einkauf liegt der Gewinn, sagt der Volksmund. Aber Vorsicht bei vermeintlich günstigen Sonderposten. Sie beinhalten häufig das Risiko von Qualitäts- und damit Haltbarkeitsmängeln. Und das verzeihen Kunden auch dann nicht, wenn sie die Blumen zum Super-Sonderpreis bekommen haben.
Kaufen Sie daher nur qualitativ hochwertige Ware, auf dem Blumengroßmarkt dürfte das kein Problem sein. Es gibt dort nicht nur eine große Sortiments-, sondern auch eine große Anbietervielfalt. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Achten Sie beim Einkauf auf ein ausreichendes Reifestadium, um gute Haltbarkeit und einheitliches Aufblühen zu gewährleisten.
Klären Sie mit Ihren Lieferanten ab, ob die Ware vorbehandelt wurde, das heißt, ob bereits unmittelbar nach dem Schnitt Frischhaltemittel eingesetzt wurden. Transport und Erstversorgung sind entscheidend
Schnittblumen und Grün sollten den Verbraucher schnellstmöglich erreichen. Das heißt: Je kürzer die Wege sind und je pflanzengerechter der Transport erfolgt, desto besser ist es. Das Risiko eines vorschnellen Welkens kann man erheblich reduzieren:
* Sorgen Sie für möglichst kurze Transportzeiten.
* Entfernen Sie schnellstmöglich die Verpackung und stellen Sie die gekaufte Ware in vorbereitete Gefäße ein. So können die Blumen ohne Stress Wasser aufnehmen.
* Schneiden Sie die Blumen mit einem scharfen Messer an und stellen Sie sie in ein professionelles Frischhaltemittel ein, beispielsweise in eine Chrysal Klar professional 2-Lösung oder eine T-Bag-Lösung. Diese Mittel sind für den Kühlraum geeignet.
* Achtung: Die Nähe von "Ethylenproduzenten" wie Tomaten oder Früchten kann die Haltbarkeit von Schnittblumen deutlich reduzieren.
Sauberkeit ist erste Pflicht
Präsentationsvasen: Benutzen Sie am besten Glasvasen, hartgebrannte oder glasierte Keramiken oder Kunststoffvasen mit dichter Oberflächenstruktur. Bei metallenen Einstellgefäßen (verzinkt!) empfiehlt es sich, Kunststoffeinsätze zu nutzen.
Leitungswasser: Verwenden Sie Zusätze zum Leitungswasser, beispielsweise Chrysal Klar professional 2. Der Hersteller verspricht, dass man damit die notwendige Vasenreinigung von täglich auf nur noch zwei- bis dreimal mal pro Woche reduziert.
Reiniger: Wählen Sie den richtigen Reiniger für Ihre Vasen. So entfernt der Spezialreiniger Chrysal Cleaner Schmutz, Bakterien, Schimmel- und Hefepilze sicher, schnell und nachhaltig.
Es ist übrigens notwendig, auch Messer, Rosenscheren und Arbeitsflächen täglich gründlich zu reinigen.
Anschneiden nicht vergessen
"Blumen richtig anschneiden, das kann ich doch!", so wird wohl jeder Florist und jede Floristin entsprechende Ratschläge lächelnd abtun. Aber: Neueste Erkenntnisse aus der Forschung haben ergeben, dass einige traditionelle Techniken des Anschnittes nicht mehr zeitgemäß sind. Hier noch einmal einige Hinweise zur Auffrischung Ihres Wissens:
* Schneiden Sie die Stiele immer kurz und schräg an und zwar mit einem scharfen Messer oder einer scharfen Schere (etwa Rosen- oder Gartenschere). So können die Blumen das Wasser wesentlich leichter aufnehmen. Und bitte: Die Stiele nie spalten, zerklopfen oder schälen, da sich das zerstörte Gewebe im Wasser zersetzt, die Leitungsbahnen verstopft und einen hervorragenden Nährboden für Bakterien bildet. Dies führt zu einer drastischen Verkürzung der Haltbarkeit.
* Lösen Sie Blätter, Dornen und Stachel vorsichtig ab, damit die Oberhaut nicht unnötig verletzt wird und so keine Angriffsfläche für Bakterien entsteht. Überflüssige Blätter und Seitentriebe bis zum Vasenrand entfernen, um Schmutz und Bakterienentwicklung möglichst gering zu halten.
Behandlung für die Präsentation im Verkaufsraum
Die Frische und Farbenpracht der Blüten soll den Kunden begeistern. Und dies nicht nur im Geschäft, sondern möglichst viele Tage lang. Hierfür können Sie einiges tun.
Stellen Sie Schnittblumen nach dem Anschneiden sofort in eine Vase mit einem Frischhaltemittel für Profis ein. Dieses versorgt die Schnittblumen mit einer ausgewogenen Menge an Nahrung (Glukose). Darüber hinaus wird das Wachstum von Bakterien gehemmt, die Wasseraufnahme angeregt und die Wasserqualität verbessert. Um zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollten Schnittblumen aus dem Kühlraum nach Möglichkeit eine halbe Stunde in einem Übergangsraum stehen. Denn zu starke Temperaturschwankungen erzeugen Stress bei Schnittblumen.
Tipp: Vermengen Sie in Ihren Präsentationsvasen niemals gerade gekaufte mit Ware, die schon im Geschäft steht. Auch „reifende“ Schnittblumen geben Äthylen ab, die bei Ihrer frischen Ware die Lebensvorgänge beschleunigt.
Zusatzverkauf
Sicher ist: Ein gut informierter Kunde kann selbst viel zur längeren Haltbarkeit seines Blumenstraußes beitragen. Darum sollten Sie immer Pflegetipps ins Verkaufsgespräch einfließen lassen. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Zusatzverkauf von Frischhaltemitteln. Der Kunde braucht das Vasenwasser nicht zu wechseln und ein erneuter Anschnitt entfällt. Die Schnittblumen sind optimal versorgt. Es genügt, mit Frischhaltemittel angereichertes Wasser nachzufüllen. Ihr Kunde fühlt sich so kompetent beraten.
Übrigens: Auch Schnittblumen sind Individualisten und dürfen nicht alle gleich behandelt werden. Denken Sie nur an Tulpen, die gern in kaltem Wasser stehen oder Gerbera, die wegen ihres behaarten Stängels einen niedrigen Wasserstand im Gefäß benötigen. Spezielle Handling-Tipps erhalten Sie bei Ihrem Anbieter auf dem Blumengroßmarkt. (Quelle: Blumengroßmarkt Hamburg)

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