VGL NRW: Schnelle Hilfe und wirksame Ursachenbekämpfung

Die extremen Wetterereignisse der vergangenen Wochen und die furchtbaren Folgen der Überschwemmungen in verschiedenen Teilen Deutschlands haben die Republik erschüttert. Auch in Zukunft müssen wir vermehrt mit Starkregen rechnen und es ist spätestens jetzt allen klar, dass wir uns an diese veränderten Bedingungen anpassen müssen.

Es galt in erster Linie, Straßen und Zufahrten von Schlamm, Schutt und Müll zu befreien, so dass diese wieder befahrbar waren. Bild: VGL NRW/GPP.

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"Kurzfristig sind zunächst Hilfe und Unterstützung für die betroffenen Menschen notwendig und wir sind stolz darauf, dass sich neben unzähligen anderen Freiwilligen auch viele unserer Mitgliedsbetriebe massiv engagieren", so H. Christian Leonhards, Präsident des Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen (VGL NRW) e.V. Mehrere Teams des Unternehmens Forster Garten- und Landschaftsbau aus Alfter unterstützten betroffene Kolleginnen und Kollegen an der Ahr mit schwerem Gerät, aber auch mit Tatkraft. Mathias Forster: „Wohnungen wurden ausgeräumt, Keller leergepumpt und von Schlamm befreit. Das Pflege-Team mähte kurzfristig die Flächen der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) frei, damit die zahlreichen Hubschrauber starten und landen konnten." Im ebenfalls stark betroffenen Hagen leisteten die Unternehmen Borgmeier Garten- und Landschaftsbau (Hagen) und Robert Kramer Garten- und Landschaftsbau (Waltrop) gemeinsam mit 25 Mitarbeitern, Radladern und Sattelzügen dringend benötigte Soforthilfe. Es galt in erster Linie, Straßen und Zufahrten von Schlamm, Schutt und Müll zu befreien, so dass diese wieder befahrbar waren. Ebenso haben sich die Firmen Michael Holzweiler (Bielefeld), Maximilian Untermann (Hamm), Schraps & Vogel (Kempen), Crämer & Wollweber (Königswinter) und viele weitere Betriebe auch aus angrenzenden Bezirksverbänden engagiert. Leonhards: „All diese Betriebe stehen nur beispielhaft für viele weitere GaLaBau-Unternehmen aus unserem Verband, die in der aktuellen Notlage mit Maschinen und Technik, aber auch mit Fachkräften akute Nothilfe leisteten."

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Die Versicherungsbranche fordert nach den verheerenden Fluten im Westen Deutschlands die Politik zum Umdenken auf. "Klimafolgenanpassung kommt vielerorts zu kurz", sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der 'Welt am Sonntag'. Der Städte- und Gemeindebund forderte angesichts der vielen Todesopfer durch die Unwetter eine Reform des zivilen Bevölkerungsschutzes - insbesondere mit Blick auf Warnsysteme und Notfallkonzepte. Auch aus der Wissenschaft kommen klare Signale. Professor Dr. Helmut Grüning erforscht im Technikum für Hydraulik und Stadthydrologie auf dem Steinfurter Campus der FH Münster Möglichkeiten zur Starkregenvorsorge. "Wir können solche Sturzfluten nur bis zu einem gewissen Grad verhindern. In Extremsituationen ist die Natur letztlich stärker, aber wir können durchaus etwas tun. Unsere Städte müssen grundsätzlich grüner werden, um Verdunstungs- und Versickerungsprozesse hervorzurufen. Neben Kühleffekten in Hitzephasen wird das Grundwasser angereichert und bei Starkregen werden Oberflächenabflüsse zurückgehalten um die Kanalisation zu entlasten. Dazu müssen viele Akteurinnen und Akteure zusammenarbeiten - Verkehrsplanung, Stadtplanung, Politik und Wissenschaft müssen gemeinsame Lösungen entwickeln."

Neben der Bekämpfung des Klimawandels, die im besten Falle langfristig Wirkung zeigen kann, sind schnelle Maßnahmen zur Klimaanpassung von großer Bedeutung. „Städte und Gemeinden müssen sich für Starkregenereignisse wappnen und vor Überflutung schützen. Hier haben sich beispielsweise Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung, zur Entsiegelung von Oberflächen, zur Dach- und Fassadenbegrünung bewährt", so Leonhards. Als ein weiteres Instrument gilt die Anlage sogenannter multifunktionaler Flächen. Darunter versteht man Verkehrsflächen oder Sportplätze, die im Fall von Starkregenereignissen als temporäre Speicher dienen. Dort fließt das Wasser hin und läuft erst zeitverzögert wieder ab, so wird die Spitzenbelastung der Kanalisation vermindert. Auch abgesenkte Mulden in der Nähe von Gebäuden oder Straßen, an denen sich das Wasser gefahrlos sammeln kann, dienen als potenzielle Speicher für Wasser, das ansonsten zu Gebäudeschäden oder Überflutungen führen würde. Leonhards: „Es ist jetzt höchste Zeit für einen Umbau unserer Städte nicht gegen, sondern mit der Natur. Die EU, aber auch der Bund und das Land fördern gezielt solche Maßnahmen, die als 'nature-based-solutions' viele Vorteile verbinden. Wir stehen als Verband mit mehr als 1.000 Fachbetrieben in NRW bereit, um im Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden diese große Zukunftsaufgabe in Angriff zu nehmen." (Quelle: GPP)

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