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VGL BW: Klimaangepasste Gestaltung von Staudenflächen
Staudenflächen erfreuen sich sowohl im öffentlichen Grün als auch in privaten Gärten einer immer größeren Beliebtheit. Gleichzeitig verändert sich die Gestaltung dieser Pflanzungen grundlegend. Am 05.08.2026 berichtete Ute Welzel von Staudenmix.de by Fehrle Stauden im Treffpunkt Grün auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 im Rahmen der „Garten aktuell“ Vortragsreihe über die Grundlagen für dauerhaft erfolgreiche Staudenpflanzungen: die standortgerechte Verwendung der Pflanzen und ein durchdachtes Pflegekonzept.
Staudenflächen in Gärten wandeln sich von üppigen, wasser- und pflegeintensiven Pflanzungen nach dem Vorbild der klassischen „English Mixed Border“ hin zu zunehmend naturnahen, klimaangepassten Konzepten. Zu den Verlierern der klimaangepassten Gestaltung zählen Pflanzenarten mit hohem Wasserbedarf wie Rittersporn oder Staudenphlox. Gefragt sind dagegen robuste Stauden mit guter Trockenheitsverträglichkeit. Besonders bewähren sich behaarte, silbrige, nadelförmige oder fleischige Pflanzen wie Kugeldistel, Schafgarbe, Salbei und Bergminze für sonnige Standorte. Für trockene Schattenlagen eignen sich hingegen Farne und Funkien.
Der Grundstein für eine erfolgreiche Staudenpflanzung wird bereits vor der eigentlichen Pflanzung gelegt. Entscheidend ist die Auswahl der passenden Pflanzen für den jeweiligen Standort, sei es in voller Sonne, im Halbschatten, auf offenen Flächen oder im trockenen Schatten unter Gehölzen. Hierzu stehen bei den Experten für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sowohl fachkundige Beratung als auch ein breites Sortiment geeigneter Pflanzen zur Verfügung.
Ebenso wichtig ist eine sorgfältige Bodenvorbereitung. Vor der Pflanzung sollten Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke, Ackerkratzdistel oder Winden konsequent entfernt werden. Anschließend wird der Boden ein bis zwei Spaten tief gelockert. Schwere Böden lassen sich durch die Einarbeitung von Sand oder Splitt verbessern, sodass überschüssiges Wasser besser in tiefere Bodenschichten abfließen kann.
Für die Pflanzplanung gilt als Faustregel ein Besatz von etwa sieben Stauden pro Quadratmeter. Dabei werden die Pflanzen nach ihrer Funktion aufgeteilt: Rund zehn Prozent Leitstauden, beispielsweise Gräser oder höhere Stauden, geben der Pflanzung Struktur. Ergänzt werden sie durch 30 bis 40 Prozent Begleitstauden wie Sonnenhut, Fetthenne oder Salbei, welche in kleinen Gruppen um Leitstauden angeordnet werden. Die restliche Fläche wird mit bodendeckenden Arten wie Katzenminze, Thymian, Frauenmantel oder Schafgarbe bepflanzt. Vor dem Einpflanzen empfiehlt es sich, die Pflanzen zunächst auf der Fläche auszulegen und die Anordnung zu überprüfen.
Nach dem Pflanzen ist ein gründliches Angießen erforderlich. Jede Staude sollte mindestens die doppelte Wassermenge ihres Topfballenvolumens erhalten, mindestens jedoch zwei Liter pro Quadratmeter. In der Anwachsphase gilt: lieber einmal pro Woche durchdringend gießen als täglich kleine Wassermengen. Dadurch entwickeln die Pflanzen tiefere Wurzeln und werden widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit.
Für die Düngung eignen sich Hornmehl oder Hornspäne besonders gut, da ihre Nährstoffe nur langsam freigesetzt werden und nicht ausgewaschen werden. Auf nährstoffarmen Standorten kann die Düngermenge entsprechend reduziert werden. Als optimale Pflanzzeit gilt der Herbst. Die Stauden können dann vor dem Winter einwurzeln und im Frühjahr von der vorhandenen Bodenfeuchte profitieren.
Von der Verwendung von Rindenmulch in Staudenbeeten wird dagegen abgeraten. Er bindet Stickstoff und kann so das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen. Besser geeignet sind Rindenkompost oder auf mageren Standorten mineralische Mulchstoffe wie Kies, Splitt, Lava, Ziegelsplitt oder Sand. Sie schützen den Boden vor Verschlämmung und unterstreichen gleichzeitig den naturnahen Charakter der Pflanzung.
Auch die Pflege von Staudenflächen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Während früher viele Gärten bereits im Herbst komplett zurückgeschnitten wurden, bleiben heute Stauden und Gräser meist über den Winter stehen. Der Rückschnitt erfolgt erst kurz vor dem Neuaustrieb Ende Februar oder Anfang März. Das Schnittgut kann gehäckselt und als Mulchmaterial auf den Flächen verbleiben.
In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist regelmäßiges Jäten notwendig. Sobald die Pflanzen zusammengewachsen sind, reduziert sich der Pflegeaufwand deutlich. Viele Stauden profitieren zudem von einem gezielten Rückschnitt nach der Blüte. Das fördert beispielsweise bei Pfingstrosen die Knospenbildung, Akeleien werden an einer übermäßigen Selbstaussaat gehindert, und Pflanzen wie Frauenmantel, Salbei oder Katzenminze entwickeln häufig eine zweite Blüte. Beim Phlox kann durch den Rückschnitt einzelner Triebe sogar die Blütezeit verlängert werden.
Kleinere Probleme durch Schnecken oder Ameisen lassen sich meist ohne chemische Mittel in Grenzen halten. Ein besonderer Winterschutz ist nur für empfindliche oder immergrüne Arten notwendig.
Mit der richtigen Pflanzenauswahl, einer sorgfältigen Vorbereitung und angepassten Pflegemaßnahmen entstehen langlebige, attraktive und zugleich klimafeste Staudenflächen, die sowohl ökologisch wertvoll als auch pflegeleicht sind.

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