Verbände fordern: Wettbewerbsfähigkeit muss wieder in den Blick genommen werden

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB), der Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und der Industrieverband Garten e.V. (IVG) fordern wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen für die kommende Legislaturperiode in Brüssel. Statt regulatorischer und bürokratischer Vorgaben für Industrie und Handel muss die Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt rücken.

Die Verbände wollen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen für Europa wieder in den Blick genommen wird.

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Die Verbände machen sich stark für einen gemeinsamen und geeinten Binnenmarkt, auf dem sichere und qualitätsvolle Produkte im Handel vertrieben werden können. Von einem starken Europa profitieren alle. Die durch die Europäische Union gewährleistete Freiheit, politische Stabilität, eine einheitliche Währung und offene Grenzen stärken die deutsche Wirtschaft und den Wohlstand der Gesellschaft. Auch die einheitlichen Standards und gemeinsame Handelsabkommen sind eine sehr positive Errungenschaft der Europäischen Union.

In der letzten Legislaturperiode wurden eine Vielzahl von regulatorischen Neuerungen wie der digitale Produktpass oder die Verpackungsverordnung beschlossen, die produzierende Unternehmen und Händler zugleich betreffen. Hieraus resultieren zahlreiche Berichtspflichten und Risikoabwägungen in den eigenen Konzernen, aber auch gegenüber den direkten Wirtschaftspartnern. Manche Verordnungen widersprechen sich, die Umsetzung kostet die Unternehmen Geld sowie Ressourcen und reduziert damit das Kapital für Investitionen in Innovationen und den Ausbau der Wertschöpfung. All dies bei einer herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtlage, die durch Faktoren wie Inflation, Energiekrise, Ukrainekrieg und kontinuierliche Probleme in der Lieferkette geprägt ist.

Zudem kommt unter anderem aus China immer mehr Konkurrenz, da dort günstiger und unter anderen, oft wenig humanitären Voraussetzungen produziert werden kann. Die meist preiswerteren Produkte werden bei den Kunden nicht zuletzt aufgrund sinkender Kaufkraft immer beliebter und stellen eine Bedrohung für die Hersteller und Händler dar, die sich an alle Vorgaben halten müssen. Durch Plattformen wie Temu, die Direktimporte aus China anbieten, gelangen die Produkte für einen Bruchteil der anfallenden Kosten nach Deutschland. Norbert Lindemann, Geschäftsführer vom HHG hierzu: „Die Nutzung von Plattformen wie Temu ist in der letzten Zeit enorm gestiegen, dies haben sowohl eine Umfrage des IFH als auch das Umsatzwachstum des Konzerns im dreistelligen Prozentbereich deutlich gemacht. Die Produkte stellen nicht nur eine enorme Gefahr für die Sicherheit dar, sondern sind auch alles andere als nachhaltig. Zum Schutz der Nutzer aber auch der produzierenden Unternehmen ist es dringend notwendig, dass gesetzliche Schritte etwa durch die Aufhebung von Zollfreigrenzen vorgenommen werden.“

Gemeinsam unterstützen die Verbände den Grundgedanken des Green Deals und der Klimaziele der EU. Ziel des Green Deals kann es aber nicht sein, dass Unternehmen mehr Zeit dafür verwenden, welche neuen Vorgaben Produkt, Kennzeichnung, Verpackung und Entsorgung erfüllen müssen, als auf die Entwicklung und den Vertrieb der Produkte selbst. Dies hemmt die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in erheblichem Maße und trifft insbesondere KMUs.

Die Bau-Heimwerk- und Gartenmarktbranche zählt in Deutschland rund 480.000 Beschäftigte. Um diese Arbeitsplätze sichern zu können, sind mehr Freiheiten und weniger bürokratische Hürden dringend notwendig. „Nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der bürokratische Wahnsinn aus Brüssel beeinflussen aktuell unsere Unternehmen negativ. Auch die Anzahl der Bauvorhaben ist in den letzten zwei Jahren stark rückläufig. Hierdurch fallen sowohl Renovierungen als auch die Erstausstattung geringer aus. Auch dies wirkt sich negativ auf die Branchenergebnisse aus. Impulse aus Brüssel wären auch für einen Aufschwung des Baus dringend notwendig“, so der Geschäftsführer des BHB, Dr. Peter Wüst.

Um der Konkurrenz aus China entgegenzutreten, braucht es Innovationen und kreatives Handeln. Um dies zu finanzieren, müssen sich Unternehmen wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG: „In der kommenden Legislaturperiode muss die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und des Standorts Europa wieder in den Vordergrund rücken. Wenn Industrie und Handel weniger Auflagen zu erfüllen hätten, dann stünden den Unternehmen auch mehr Ressourcen für die Umstellung der Betriebe hin zur Klimaneutralität zur Verfügung.“

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