Thema: "Moderne Schulhofgestaltung"

Schulhöfe dürfen keine Appellplätze wie früher mehr sein – eher das Gegenteil muss erreicht werden. Denn das Schulgelände wird immer wichtiger als Lernort sowie als multifunktionaler Platz innerhalb eines Stadtteils. Dies verdeutlichte eine Informationsveranstaltung zum Thema „Moderne Schulhofgestaltung“ auf der Landesgartenschau Hemer.

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Schulhöfe dürfen keine Appellplätze wie früher mehr sein – eher das Gegenteil muss erreicht werden. Denn das Schulgelände wird immer wichtiger als Lernort sowie als multifunktionaler Platz innerhalb eines Stadtteils. Dies verdeutlichte eine Informationsveranstaltung zum Thema „Moderne Schulhofgestaltung“ auf der Landesgartenschau Hemer.

Knapp 100 Elternvertreter und Lehrer waren der Einladung zu dem Informationstag im Rahmen des Gartenschaumottos „Zauber der Verwandlung“ gefolgt, der vom Landesverband Schulischer Fördervereine NRW (LSF) und dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW gemeinsam ausgerichtet wurde. Im LSF haben sich mehr als 1.300 Fördervereine zusammengeschlossen, die es als ihre Aufgabe ansehen, die Lernbedingungen an ihren Schulen kontinuierlich zu verbessern – wozu auch eine Umgestaltung der Außengelände gehört. Dies unterstützt der GaLaBau NRW seit einigen Jahren. Schon mancher Jugendliche hat im Lernort Natur seine Vorlieben fürs Erlernen eines Gärtnerberufs entdeckt.

Wie Martina Hoff, Landschaftsarchitektin AKNW aus Essen, als Referentin ausführte, eignet sich ein Schulgelände nicht nur für den Unterricht im Fach Biologie oder für Schulgärten mit Gemüsebeeten. Auch für Mathematik können Flächenberechnungen im Freien hilfreich sein. Und eine Kunst-Werkstatt unter freiem Himmel, bietet sich ebenfalls als eine Alternative an.

Aber auch in anderer Hinsicht wird laut der Landschaftsarchitektin eine attraktive Schulgeländegestaltung immer wichtiger. So ermöglichen abwechslungsreiche Schulhöfe den Kindern in den Pausen sich in kleinen Gruppen zurückzuziehen oder ihren Betätigungsdrang auszuleben. Ein Unfallversicherungsverband hat festgestellt, dass auf einem eintönigen, großflächigen Schulhof mehr Unfälle geschehen als bei einem naturnahen Pausen-Areal – weil die Kinder nicht einfach „abhängen“ müssen, sondern sinnvolle Anregungen finden können.

Auch für die Qualitätsanalysen, mit denen die Schulen immer häufiger konfrontiert werden, ist die Außengestaltung von Bedeutung. Denn auch diese werde bewertet in ihrer pädagogischen Funktion als Lernort, so die Referentin. Ein Grund dafür: Die Schule ist ein Ort, an dem junge Menschen Schlüsselqualifikationen erwerben sollen. Hier sollten ihnen zudem gesellschaftliche Werte fürs weitere Leben vermittelt werden.

„Momentan gibt es viele Bauarbeiten an Schulen für den offenen Ganztag, zum Beispiel für Mensen“, so die Landschaftsarchitektin. Dies verdeutlicht aber auch, dass das Schulgelände immer mehr ein Aufenthaltsort wird, um Freunde zu treffen und Sport zu treiben. Und der demografische Wandel wird dafür sorgen, dass weniger Schulräume gebraucht und andere Nutzungen dafür gefunden werden – als öffentliche Bücherei, Jugendtreff oder für Stadtteilzentren. Auch deren Akzeptanz hängt von der Außengestaltung ab, die letztlich das Image einer Schule mitprägt.

Doch auch wenn eine Schule im öffentlichen Leben weiter an Bedeutung gewinnt – ob es zu einer Umgestaltung des Schulgeländes kommt, wird angesichts der leeren kommunalen Kassen weiterhin vom jeweiligen Förderverein abhängen. Martina Hoff empfahl, Projekte zu planen, die Schüler dabei mitmachen zu lassen und alle anderen relevanten Akteure bis hin zu Feuerwehr und Grünflächenamt frühzeitig einzubinden, um einen Konsens zwischen Zielvorstellungen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu finden. Für die Finanzierung kann immer noch bei öffentlichen Fördertöpfen, Stiftungen und örtlichen Unternehmen angefragt werden.

Eine zusätzliche Anregung für den Einstieg in die Schulhofumgestaltung hat die Kipperschule in Hagen erhalten. Sie gewann einen Gutschein des GaLaBau NRW für eine Beratung durch einen Landschaftsarchitekten, den LSF-Vorsitzender Gerd Nosek am Ende der Veranstaltung verloste. (pcw)

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