Test: Online-Shops für Lebensmittel 2016

Für viele Verbraucher ist es noch Neuland, aber mehr als jeder dritte Deutsche hat es zumindest schon einmal ausprobiert. Die Rede ist vom Lebensmittel-Einkauf im Internet.

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Für viele Verbraucher ist es noch Neuland, aber mehr als jeder dritte Deutsche hat es zumindest schon einmal ausprobiert. Die Rede ist vom Lebensmittel-Einkauf im Internet. In vielen Regionen stehen mehrere Anbieter zur Auswahl. Und wählerisch sollte man auch sein – schon allein aus Kostengründen. Das zeigt der Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität, welches im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv fünf Online-Shops für Lebensmittel untersucht hat.

Preisunterschiede auch im Internet deutlich
Als Kunde ist man gewohnt in den Lebensmittelmärkten vor Ort die Preise zu vergleichen – das ist auch im Internet ratsam. Der Test deckt auf, dass in den Online-Shops bei nahezu allen Produkten des Musterwarenkorbs Einsparungen möglich sind. Das Einsparpotenzial beträgt bei Wahl des günstigsten anstelle des teuersten Angebots im Schnitt satte 25 Prozent. So zahlt der Kunde beispielsweise für die identische Packung Marken-Spaghetti je nach Anbieter zwischen 62 Cent und 1,69 Euro.

Online-Shops gut aufgestellt
Die Internetauftritte überzeugen – sowohl der Informationswert als auch die Bedienungsfreundlichkeit sind hoch. Gute bis sehr gute Noten sichern sich die Anbieter auch für die Transparenz im Bestellprozess und die sichtbare, sichere Verschlüsselung der Kundendaten. Zudem kann sich das Angebot der Online-Lebensmittelhändler sehen lassen, auch wenn es zwischen den einzelnen Shops deutliche Unterschiede gibt. Von den 30 Produkten des Musterwarenkorbs sind in den Online-Shops am Teststichtag durchschnittlich 87,2% im Sortiment.

Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität: „Insgesamt schneidet dieser noch rechte junge E-Commerce-Bereich beachtlich ab. Die einzelnen Unternehmen erzielen im Gesamtergebnis Qualitätsurteile zwischen ‚sehr gut‘ und ‚befriedigend‘.“

Lieferservice mit Zusatzkosten verbunden
Alle Online-Shops veranschlagen Versandkosten – auch für Standardbestellungen ohne Tiefkühl- oder Kühlwaren. Konsequenz: Der Einkauf verteuert sich automatisch um etwa vier bis fünf Euro. Der Mindestbestellwert für eine kostenfreie Lieferung liegt je nach Anbieter bei bis zu 120 Euro – ein von Otto-Normalkunde wohl nur selten erreichter Einkaufswert. „Für die bequeme Lieferung müssen meist Extrakosten in Kauf genommen werden. Im Gegenzug ist aber immerhin in vier der fünf Online-Lebensmittel-Shops auch der persönliche Wunschtag der Anlieferung wählbar“, so Marktforschungsexperte Markus Hamer.

Die besten Anbieter
Testsieger ist Allyouneed Fresh mit dem Qualitätsurteil „ sehr gut“. Der Online-Shop punktet mit den vergleichsweise besten Preisen. Im Schnitt lassen sich gegenüber dem teuersten Mitbewerber 15,5% sparen. Über die Hälfte der untersuchten Produkte ist zum Testzeitpunkt nirgendwo günstiger als bei Allyouneed Fresh. Der Internetauftritt erzielt Bestwerte in puncto Transparenz und Sicherheit beim Online-Einkauf und liefert viele Produktinformationen, beispielsweise eine Verfügbarkeitsanzeige und die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums. Auf dem zweiten Rang platziert sich Mytime.de mit einem guten Qualitätsurteil. Der Online-Shop bietet seinen Kunden eine große Produktauswahl zu günstigen Preisen und schneidet in diesem Bereich am zweitbesten ab. Das Sortiment umfasst 93,3% der Warenkorbartikel; drei Viertel der untersuchten Produkte liegen preislich unter dem Durchschnitt. Die Website lässt sich intuitiv navigieren und liefert umfangreiche spezielle Informationen wie zur Pfandregelung und zum Wunschliefertermin. Rewe.de erzielt ein gutes Gesamtergebnis und belegt den dritten Rang. Insbesondere der Internetauftritt überzeugt: Informationswert und Bedienungsfreundlichkeit sind hier ausgesprochen hoch. Auch die Transparenz des Bestellprozesses, etwa in Hinblick auf die AGB und Datenschutzerklärung, stellt einen Pluspunkt dar. In der Analyse der Preise und des Angebots schneidet Rewe.de als Drittplatzierter mit „gut“ ab.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität testete fünf Online-Shops für Lebensmittel. Die Servicequalität wurde bei jedem Unternehmen anhand einer detaillierten Analyse der Website-Inhalte sowie des Bestellprozesses ermittelt. Darüber hinaus erfolgten jeweils zehn Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer. Schwerpunkte der Internetanalyse bildeten unter anderem Informationswert, Bedienungsfreundlichkeit, Transparenz und Sicherheit. In einem weiteren Untersuchungsbereich erfolgte eine Prüfung der Bestell- und Zahlungsbedingungen der Anbieter. Im Rahmen einer Preis- und Angebotsanalyse wurden zudem anhand eines Musterwarenkorbs mit 30 gängigen Artikeln Preise und Angebotsumfang stichtagsbezogen ermittelt und bewertet (Erhebungszeitraum: 19.-21.09.2016).

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) verfolgt das Ziel, die Servicequalität in Deutschland zu verbessern. Das Marktforschungsinstitut mit Sitz in Hamburg führt zu diesem Zweck unabhängige Wettbewerbsanalysen und Kundenbefragungen durch. Rund 1.500 geschulte Tester sind in ganz Deutschland im Einsatz. Die Leitung der Forschungsprojekte, bei denen wissenschaftlich anerkannte Methoden und Service-Messverfahren zum Einsatz kommen, obliegt einem Team aus Soziologen, Ökonomen und Psychologen. Dem Verbraucher liefert das Institut wichtige Anhaltspunkte für seine Kaufentscheidungen. Unternehmen gewinnen wertvolle Informationen für das eigene Qualitätsmanagement. Das Deutsche Institut für Service-Qualität arbeitet im Auftrag von renommierten Print-Medien und TV-Sendern; Studien für Unternehmen gehören nicht zum Leistungsspektrum des DISQ. (Quelle: Deutsches Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv)

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