Succow Stiftung: Moorschutz braucht ambitioniertere Ziele

Die unterzeichnete Bund-Länder-Zielvereinbarung ist ein wichtiger Schritt von Bund und Ländern, endlich die Umsetzung von Moorschutz voranzutreiben, denn Moorschutz ist Klimaschutz.

Moorschutz ist Klimaschutz. Bild: GABOT.

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Die Zielvereinbarung muss dabei Hand in Hand mit der vom Bundesumweltministerium (BMU) bereits Anfang September veröffentlichte Nationale Moorschutzstrategie und den Moorschutzprogrammen der Länder gehen, die zur fachlichen Ausgestaltung der Maßnahmen die entscheidenden Grundlagen legen. Moorschutz ist als naturbasierte Lösung für wirkungsvollen Klimaschutz und zur Erreichung anderer Umweltziele wie z.B. Biodiversitäts- und Gewässerschutz dringend nötig. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind ausreichend bekannt, Praxiserfahrungen liegen vor, jetzt muss es um großflächige Umsetzung gehen. Für die nächste Bundesregierung dürfen SPD, Grüne und FDP in ihren Koalitionsverhandlungen den Moorschutz nicht auf die lange Bank schieben und müssen in einem Klimaschutz-Sofortprogramm ambitionierte Maßnahmen für naturbasierte Lösungen aufnehmen.

"Die von Bundesregierung und den Ländern verabschiedete Zielvereinbarung zum Moorschutz ist ein nächster, lang überfälliger Schritt zur Umsetzung von Maßnahmen im Moor. Moorschutzstrategie und Zielvereinbarung gehören eng zusammen, wir hätten uns dabei deutlich höhere Ambition zur Erfüllung der Klimaziele und vor allem ein gemeinsames Votum der Bundesregierung gewünscht. Dies wurde leider durch die Blockadehaltung des BMEL zur Strategie verhindert, obwohl gerade landwirtschaftlich genutzte Moore für einen Großteil der Treibhausgas-Emissionen aus entwässerten Mooren -insgesamt fast 7% der deutschen Gesamtemissionen- verantwortlich sind.“ sagt Jan Peters, Geschäftsführer der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum.

Die Zielstellung des Paris-Abkommens und des deutschen Klimaschutzgesetzes erfordern eine grundlegende Transformation und damit Herausforderungen auch in der Landnutzung. Wegen ihrer überdurchschnittlich hohen Treibhausgasemissionen werden land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorböden in der Transformation eine große Rolle spielen müssen, deren Last andere Sektoren nicht übernehmen können. Moorschutz kann trotz aller Herausforderungen mit der Landwirtschaft gemeinsam funktionieren, das zeigen Beispiele wie die von der Michael Succow Stiftung und Umweltstiftung Michael Otto kürzlich gestartete Initiative toMOORow und Praxisanwendung zur Paludikutur, mehr dazu auf www.moorwissen.de.

„Wir brauchen zukünftig ein gemeinsames Vorgehen der gesamten Bundesregierung und der Länder, um die Rahmenbedingungen für eine solch tiefgreifende und langfristige Umstellung der Moorbewirtschaftung zu ermöglichen und zu befördern - durch klare, ambitioniertere zeitliche Zielstellungen entlang eines Transformationspfades und Förderung von klimafreundlichen Paludikulturen. Aber auch der ordnungspolitische Rahmen muss zu gegebenem Zeitpunkt eine Rolle spielen, wie wir in einem offenen Verbändebrief an die Bundesregierung dargelegt haben.“ so Jan Peters. (Michael Succow Stiftung)

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