Simbabwe: Verblühte Zukunft

Neue Studie zum simbabwischen Blumensektor. Früher einer der weltweit größten Blumenexporteure – heute quasi bedeutungslos.

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In den 1980 Jahren gehörte Simbabwe noch zu den weltweit größten Blumenexporteuren. Der Sektor beschäftigte rund 13.000 Arbeiterinnen und Arbeiter. Vor allem Frauen in ländlichen Regionen profitierten davon, für die es vorher kaum Arbeitsplätze in der Industrie gab. Sie stellten rund 75 % der Beschäftigten. Darüber hinaus profitierten Kleinbauernfamilien von dem begleitenden Technologie-Transfer.

Im Zuge der Landreform, die die Regierung um die Jahrtausendwende einläutete, wurden auch viele Blumenfarmer enteignet (GABOT berichtete). Häufig waren die neuen Besitzer nicht in der Lage, die Plantagen wirtschaftlich weiter zu führen. Darüber hinaus blockierte die Landpolitik Planungen und Investitionen in den Sektor. In der Folge wurden viele Blumenbetriebe still gelegt. Diese Entwicklung hat erheblich negative Auswirkungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Blumenplantagen und ihre Familien, die dort in der Regel auch leben. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Notlage ernähren sie sich zum Teil von Tieren, die durch Pestizide vergiftet wurden, die auf den Blumenplantagen eingesetzt werden.Der Staat hat keine Maßnahmen ergriffen, um die Folgen der Landreform aufzufangen.

Inzwischen beschäftigt der Sektor nur noch etwa 4.000 Arbeiterinnen und Arbeiter. Die soziale Infrastruktur auf den Plantagen bricht zum Teil zusammen. Wohnhäuser und Sanitäranlagen für die Arbeiterinnen und Arbeiter werden nicht mehr modernisiert, Schulen für ihre Kinder nicht mehr betrieben. In der Folge ist erstmals Kinderarbeit im Sektor zu beobachten.

Die Studie zum Download als PDF-Datei:
http://www.fian.at/inside/docupload/verbluehte_zukunft_simbabwe_web.pdf

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