Rosenkohl: Gesunder Gemüsezwerg

Rosenkohl ist zwar kalorienreicher als seine größeren Verwandten, enthält dafür aber mehr Vitamin C als jede andere Kohlsorte und ist auch sonst reich an wertvollen Nährstoffen. Ideal für die anbrechende kältere Zeit.

Letztes Jahr gab es aber einen signifikanten Einbruch beim Schweizer Rosenkohlanbau: Nur noch rund 929 Tonnen Rosenkohl wurden auf rund 66 Hektar geerntet. Bild: lid.

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Der Rosenkohl ist eine Varietät des Gemüsekohls aus der Familie der Kreuzblütler. Erste Belege für den Anbau von Rosenkohl stammen aus dem Jahr 1587 in Brüssel. Den Nachweis findet man auch heute noch unter anderem im französischen und englischen Namen für Rosenkohl: "Choux de Bruxelles" respektive "Brussels sprouts".

Das Gemüse ist eine zweijährige Pflanze, die einen langen Stängel von gut einem halben Meter bildet, an dem die kleinen Röschen wachsen. Werden die kleinen Kohlköpfe nicht abgeerntet, treiben sie nach der Überwinterung im Frühling zu Sprossen aus, die im Sommer dann Blüten tragen. Als Starkzehrer benötigt der Rosenkohl einen sehr nährstoffreichen Boden und bevorzugt sandige Lehmböden an der Sonne. Die Pflanze hält aber auch tieferen Temperaturen gut stand und ist in den meisten Gebieten überwinterungsfähig. Entsprechend hat Rosenkohl auch relativ lange Saison: Rosenkohl wird in der Schweiz von September bis Februar geerntet – es gibt Früh- uns Spätsorten. Frisch ist Rosenkohl allerdings nicht allzu lange haltbar und sollte deshalb zügig verarbeitet werden. Blanchiert und tiefgefroren lässt sich das Gemüse aber bis zu einem Jahr aufbewahren.

Nährstofflieferant für die kalte Jahreszeit

Rosenkohl wartet mit einer geballten Ladung an Nähstoffen auf: Da Gemüse enthält unter anderem eine beträchtliche Menge Vitamin C – 100 Gramm Rosenkohl decken bereits mehr als 100% des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Vitamin C ab. Auch der Vitamin-B- und Zinkgehalt ist sehr hoch und das Gemüse enthält Magnesium, Eisen und Kalium sowie Balaststoffe. Daneben sind die geringe Zahl an Kohlenhydraten und der recht hohe Proteingehalt erwähnenswert.

In den Kreislauf gelangen die guten Nährstoffe zum Beispiel indem der Rosenkohl als Gemüsebeilage oder Salat zubereitet wird. Zum roh essen ist Rosenkohl allerdings nicht geeignet und muss vorher gekocht werden. Tipp: Den Stielansatz unten kreuzweise einschneiden damit der Rosenkohl gleichmäßig gar wird.

Rosenkohlanbau in der Schweiz

Die Hauptanbauländer weltweit für Rosenkohl sind die Niederlande, Großbritannien und Frankreich. In der Schweiz rangiert Rosenkohl zwar nicht unter den zehn beliebtesten Gemüse, der Konsum ist in den letzten Jahren dennoch eher gestiegen als gesunken. 2010 lag der Pro-Kopf-Konsum bei 200 Gramm – in den letzten beiden Jahren hat er sich bei etwa 260 Gramm eingependelt. Auch die hiesige Anbaufläche hat sich in den letzten Jahren entwickelt: 2010 wurde auf rund 55 Hektar Rosenkohl angebaut, steigerte sich dann und erreichte 2017 und 2018 einen Höchststand von 93 Hektar respektive 97 Hektar.

Letztes Jahr gab es aber einen signifikanten Einbruch beim Schweizer Rosenkohlanbau: Nur noch rund 929 Tonnen Rosenkohl wurden hierzulande auf rund 66 Hektar geerntet. Tatsächlich ist der Rosenkohlanbau in der Schweiz akut gefährdet: Weil verschiedene Pflanzenschutzmittel keine Zulassung mehr haben, haben sich Kohlfliege und insbesondere die Weiße Fliege rasant verbreitet. Die Larven der Weißen Fliege saugen an den Pflanzen und scheiden unverdauten Zuckersaft – sogenannten Honigtau – aus, der die Rosenkohlröschen überzieht. Auf diesem klebrigen Belag siedeln sich Schwärzepilze an, welche die Pflanze schwarz färben und das Erntegut verunreinigen. Die Folgen sind Qualitätseinbussen und Ertragsausfälle und da Rosenkohl eine Pflanze mit sehr langer Kulturzeit ist, können die Weißen Fliegen mehrere Generationen bilden, was den Befallsdruck erhöht. Zwar lässt sich der der sogenannte Russtau abwaschen oder abrüsten, gilt aber trotzdem als Qualitätsmangel und die Produzentinnen und Produzenten haben so Mühe den Rosenkohl abzusetzen.

Im Rahmen des "Aktionsplan Pflanzenschutzmittel" des Bundesamts für Landwirtschaft werden in Bezug auf die Kohlfliege und die Weiße Fliege Lösungen im Nacherntebereich gesucht, um die Qualitätsanforderungen der Abnehmer weiterhin zu erfüllen. Unter anderem sollen eine Rüstanlage für das automatische nachrüsten sowie eine Desinfektionseinheit und Trocknungsanlage für die Minimierung der Keimbelastung nach dem Waschvorgang entwickelt werden. (lid)

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