Prüfung: Junge Friedhofsgärtner beweisen ihr Können

Alle Auszubildenden zum Friedhofsgärtner oder zur Friedhofsgärtnerin bestehen ihre Prüfung mit guten Leistungen.

Sechs hessische Auszubildende der Fachsparte Friedhofsgärtner auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt. Bild: GVBWH.

Dass sie ihr Handwerk beherrschen, haben sechs hessische Auszubildende der Fachsparte Friedhofsgärtner auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt bewiesen. Dort fand am letzten Donnerstag der praktische Teil ihrer Abschlussprüfung statt. Aufgabe für die Prüflinge war es, ein einstelliges Wahlgrab nach den Richtlinien des Bundes deutscher Friedhofsgärtner zu gestalten und zu bepflanzen.

Was sich im ersten Moment nach einer leichten Aufgabe anhört, ist in Wirklichkeit komplex: Die angehenden Friedhofsgärtner mussten die Gestaltung der Grabstätte unter realistischen Bedingungen genau planen und kalkulieren. Neben der Gliederung der Fläche haben sie dabei vor allem auf die Größe, Form und Farbwirkung des Grabmals geachtet. Die Grabsteine wurden im Vorfeld von ortsansässigen Steinmetzbetrieben aufgestellt, sodass die Auszubildenden ihre Abschlussarbeiten sorgfältig planen konnten. Pflanzen, Erde und Werkzeuge wurden von den einzelnen Ausbildungsbetrieben der Prüflinge gestellt. Bei der Auswahl der Pflanzen spielten der Wuchs, die Struktur und ob die Grabstätte in der vollen Sonne oder im Schatten liegt, eine wichtige Rolle. Letztlich mussten alle Faktoren einfühlsam von den jungen Gärtnern in Einklang gebracht und sauber ausgeführt werden, damit am Ende eine fachgerechte Grabstätte entstand, die den örtlichen Traditionen und kulturellen Hintergründen entspricht. Benotet und bewertet wurden die Arbeiten von Vertretern der Fachgruppe Friedhof im Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen e.V. (GVBWH) und der für die Ausbildung zuständigen staatlichen Stelle, dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Die Werke der Prüflinge können seit der Prüfung besichtigt werden. Die angelegten Grabstätten bleiben bis auf weiteres als Schaugräber erhalten. Damit sorgen die Prüfungsabsolventen nicht nur für einen krönenden Abschluss ihrer Ausbildung, sondern zeigen auch das Leistungsspektrum des gesamten Berufsstandes. Der praktische Teil der friedhofsgärtnerischen Abschlussprüfung wird alljährlich von der Fachgruppe Friedhof im GVBWH mit Unterstützung der jeweiligen Kommune auf einem hessischen Friedhof durchgeführt.

Neben diesem praktischen Teil zählen noch eine mündliche und schriftliche Leistungsabfrage zur Abschlussprüfung. Schwerpunkte der Ausbildung sind unter anderem Ökologie, Natur- und Umweltschutz, das Bestimmen und Beschreiben von Pflanzenarten, der fachgerechte Umgang mit der Pflanze, das Bearbeiten und die Pflege von Böden sowie das Aufteilen, Vermessen und Anlegen von Grabanlagen.

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