Prognosfruit: Präsentation der Erntedaten für 2016

Weniger EU-Äpfel und deutlich weniger EU-Birnen. Mehr als 300 Teilnehmer verfolgen auf dem diesjährigen Prognosfruit Kongress in Hamburg die Präsentation der Erntedaten für 2016 und hoffen jetzt auf anziehende Preise.

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Weniger EU-Äpfel und deutlich weniger EU-Birnen. Mehr als 300 Teilnehmer verfolgen auf dem diesjährigen Prognosfruit Kongress in Hamburg die Präsentation der Erntedaten für 2016 und hoffen jetzt auf anziehende Preise.

Laut Philippe Binard, dem Geschäftsführer der World Apple and Pear Association, erwarten die EU Anbauregionen ein Erntevolumen von 12 Mio. Tonnen Äpfel, damit 320.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Frühjahrsfröste dezimieren das Erntevolumen in der Alpenregion und in den Balkanländern. Das übrige Europa profitiert von den bisher optimalen Witterungsbedingungen und prognostiziert ansprechende Qualitäten. Letzteres, so der Marktexperte Helwig Schwartau von der AMI, dürfte den Konsum stimulieren und für mehr Preisstabilität sorgen. Mit einer Apfelproduktion von über 1 Mio. Tonnen darf sich der deutsche Konsument auf ein reichliches Angebot aus regionaler Produktion freuen.

Im Fokus steht aber nicht nur der EU-Binnenmarkt, vielmehr blicken die Vermarkter in die Ferne und öffnen für ihre Produkte zunehmend die Märkte in Asien und Afrika. Mit steigender Tendenz exportiert die EU jährlich über 1,5 Mio. Tonnen Äpfel und versucht langfristig über die „neuen Märkte“ das russische Embargo zu kompensieren. Deutschland hat hier Nachholbedarf und darf die Entwicklung nicht verschlafen, so die Herren Dr. Weseloh, Geschäftsführer der BVEO, und Dr. Stallknecht, Geschäftsführer des BOG.

Diskutiert wurde auch über die Bedeutung der sogenannten Clubsorten. Die Anbaumenge und der Kreis der Vermarkter sind begrenzt, zusätzlich gibt es feste Vorgaben bei der Qualität. Dem Produzenten werden auch bei einer allgemein angespannten Marktlage akzeptable Preise ausgezahlt. Die Marktexperten sind sich einig, dass der Marktanteil von Pink Lady & Co, der in Deutschland schon bei 10 Prozent liegt, weiter steigen dürfte.

Durch die wechselhafte Witterung im Frühjahr fällt die diesjährige EU-Birnenproduktion auf 2,2 Mio. Tonnen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2012. Verständlich, dass die sich Produzenten jetzt einen Ausgleich für das nicht kostendeckende Preisniveau der letzten Jahre erhoffen.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierten Vertreter der Industrie über den Markt für Mostäpfel. Durch das reichliche Angebot, u.a. in Polen, dürften die Preise unter Druck stehen. Ein Problem stellt der seit Jahren rückläufige Konsum für Apfelsaft dar. Die Vermarkter und Produzenten blicken aber optimistisch in die kommende Saison. Das Fundament dafür ist in Form einer guten Qualität vorhanden. (AMI)

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