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Preisanstieg bei Energie: Inflation auf Drei-Jahreshoch
Der Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im September 2011 um 2,6% höher als im September 2010, zuletzt wurde im September 2008 (+2,9%) eine höhere Teuerungsrate ermittelt. In den zwei vorangegangenen Monaten verharrte die Inflationsrate gemessen am Verbraucherpreisindex bei +2,4%. Im Vergleich zum Vormonat August 2011 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex um 0,1%. Das Statistische Bundesamt bestätigt damit sein vorläufiges Ergebnis des Verbraucherpreisindex für September 2011.
Die Inflationsrate wurde im September 2011 maßgeblich von der Preisentwicklung bei Energie bestimmt: Energie verteuerte sich insgesamt um 11,2% gegenüber September 2010 und erklärt damit knapp die Hälfte der Gesamtteuerung. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte lagen mit +16,0% (leichtes Heizöl: +23,8%; Kraftstoffe: +13,9%) weit über dem Vorjahresniveau in Folge eines erneuten Preisanstieges gegenüber August 2011. Deutlich teurer gegenüber dem Vorjahr waren im September 2011 auch Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (+9,8%), Strom (+7,1%) und Gas (+5,4%).
Im Vorjahresvergleich erhöhten sich im September 2011 die Preise für Nahrungsmittel um 2,5%. Bei den Nahrungsmitteln verteuerten sich vor allem Speisefette und Speiseöle (+13,5%; darunter Margarine: +19,2%; Butter: +10,4%) sowie Molkereiprodukte (zum Beispiel Sahne: +12,9%; Quark: +8,5%; H-Milch: +7,3%). Deutliche Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr wurden auch bei Brot und Getreideerzeugnissen (+4,4%) sowie bei Fleisch und Fleischwaren (+4,3%) ermittelt. Dagegen wurde Gemüse (-8,5%; darunter Kopf- oder Eisbergsalat: -39,3%; Tomaten: -24,1%; Kartoffeln: -19,6%) binnen Jahresfrist erheblich günstiger. Der deutliche Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken mit +7,4% erklärt sich vor allem durch die Verteuerung von Kaffee (+21,8%) und Fruchtsäften (zum Beispiel Fruchtsaft aus Kernobst: +14,1%).
Die Inflationsrate wurde im September 2011 außerdem durch die Preisanstiege bei Tabakwaren (+3,3%) sowie Bekleidung und Schuhe (+3,1%) bestimmt.
Die Preise für Waren verteuerten sich im Vergleich zum September 2010 um insgesamt 3,8 %. Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich im gleichen Zeitraum nur um 1,3 %. Unter den Dienstleistungen verteuerten sich vor allem Flugtickets (+19,4%). Wesentlicher Grund für die Preiserhöhung war hier die seit Jahresbeginn erhobene Luftverkehrsabgabe. Verbraucherfreundlich entwickelten sich dagegen die Preise bei der Nachrichtenübermittlung (-3,0%).
Veränderung im September 2011 gegenüber dem Vormonat August 2011 Im Vergleich zum Vormonat August 2011 stiegen die Preise im September um 0,1%. Insbesondere mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher mehr für Bekleidung und Schuhe ausgeben, die Preise für die neue Herbst-/Winterkollektion stiegen mit +5,1% deutlich an. Auch Energie verteuerte sich im September 2011 gegenüber dem Vormonat (+1,6%). Auffällig waren hier die erneuten Preisanstiege bei leichtem Heizöl (+3,6%) und Kraftstoffen (+2,8%; darunter Superbenzin: +2,8%; Dieselkraftstoff: +2,9%).
Die Preise für Nahrungsmittel waren mit -0,1% gegenüber August 2011 leicht rückläufig. Günstiger wurden wie in den Vormonaten vor allem Gemüse (-1,8%; darunter Kartoffeln: -11,2%) und Obst (-1,5 %; darunter Birnen: -8,6%; Äpfel: -5,5%). Preiserhöhungen gab es dagegen weiterhin bei Speisefetten und Speiseölen (+0,8%; darunter Olivenöl: +2,6%; Margarine: +1,3%). Nennenswerte Preisrückgänge wurden insbesondere saisonbedingt bei Beherbergungsdienstleistungen (-9,2%), Pauschalreisen (-8,8%) und Flugtickets (-2,8%) ermittelt.
Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im September 2011 um 2,9% höher als im September 2010. Im Vergleich zum Vormonat August 2011 stieg der Index um 0,2%. Die Schätzung für den HVPI vom 28. September 2011 wird damit leicht nach oben korrigiert. (destatis)

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