Pestizid möglicherweise für Bienensterben verantwortlich

Bienenzüchter machen ein Pflanzenschutzmittel für Mais für den Tod von ganzen Bienenvölkern verantwortlich. Eine italienische Studie unterstützt diese These.

Anzeige

Bienenzüchter machen ein Pflanzenschutzmittel für Mais für den Tod von ganzen Bienenvölkern verantwortlich. Eine italienische Studie unterstützt diese These.

"Seit drei oder vier Jahren verschwinden ganze Bienenvölker aus ungeklärten Gründen", sagte Willy Debély, Präsident des Westschweizers Imkereivereins, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA zu einem Bericht des "SonntagsBlick" vom 15. Februar 2009. Die Ergebnisse der Studie aus Italien sind für ihn eine seriöse Spur für dieses Verschwinden.

Die Studie der Universität Padua (I) stellt einen Zusammenhang zwischen dem Mittel "Clothianidin" und dem plötzlichen Tod von Bienenvölkern her. Nach der Behandlung mit dem Nervengift, das den Mais vor Insekten schützen soll, scheiden die Pflanzen eine Flüssigkeit aus. Trinken Bienen von dieser Flüssigkeit, sterben sie laut der Studie innert fünf Minuten.

"Wir interessieren uns für die Ergebnisse der Studie", sagte Olivier Félix vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gegenüber der SDA. Der Beweis für den Zusammenhang sei aber noch nicht erbracht: "Die Maisfelder werden im Mai mit dem Mittel behandelt, die Fälle von verschwundenen Bienenvölkern traten aber meist Ende Winter auf." Maßnahmen will das BLW noch nicht anordnen. Der Imker Debély bezeichnet dies als typisch für die Schweiz: Während andere europäische Länder rasch handelten, wenn solche Studien bekannt würden, warte die Schweiz ab. Er fordert ein rasches Handeln, da die Bienen für die Bestäubung der Pflanzen unerlässlich seien. (lid)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.