Osnabrück: Wiederansiedlung gefährdeter Arten

Die Botaniker der Universität Osnabrück legen in der nächsten Woche auf dem Westerberg vor dem Gebäude des Fachbereichs Biologie (Barbarastraße 11) eine „Biodiversitätsfläche“ an.

Die behaarte Karde (Dipsacus pilosus) ist eine der gefährdeten Wildpflanzen, die am Westerberg wieder angesiedelt wird. Bild: Universität Osnabrück/Silvia Oevermann.

Der Botanische Garten der Universität Osnabrück hat sich zum Ziel gesetzt, doe Vielfalt der Pflanzen zu erforschen, zu erhalten und zu vermitteln. Der Erhaltungsschwerpunkt liegt auf dem Schutz von heimischen Wildpflanzen, von denen eine wachsende Zahl zu den gefährdeten ‚Rote Liste‘-Arten gehört. Aus diesem Grund legen die Botaniker der Universität in der nächsten Woche auf dem Westerberg vor dem Gebäude des Fachbereichs Biologie (Barbarastraße 11) eine „Biodiversitätsfläche“ an.

Prof. Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Botanischen Gartens, freut sich auf die Aktion: „Direkt vor dem Gebäude der Biologie werden wir nicht nur unseren Studierenden, sondern auch der Osnabrücker Öffentlichkeit das Engagement des Gartens zum Schutz der heimischen Biodiversität zeigen. Und wir sind auch gespannt auf den Besuch von zahlreichen Insekten, die dieses Projekt anziehen wird.“ Mit einer Informationstafel wird an der geschützten und umzäunten Fläche die Öffentlichkeit über die Schutzaktivitäten informiert.

Mit dem Aufbau der Samengenbank für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) hat der Botanische Garten ein deutschlandweites Schutznetzwerk initiiert, welches Saatgut von Wildpflanzenarten mit anwendungsrelevanten Eigenschaften bei Tiefkühltemperaturen einlagert. Diese Genbank von Pflanzen mit all ihren unterschiedlichen, genetisch fixierten Anpassungen an variable Klima- und Bodenverhältnisse ist eine wertvolle Ressource, die gerade in Zeiten des Klimawandels für Züchtungs- und Forschungszwecke zur Verfügung steht.

Im Anschluss an das WEL-Projekt hat der Botanische Garten den Aufbau des nationalen Wildpflanzenschutzprojekts (WIPs.De) koordiniert, in dem drei unterschiedliche Biodiversitätsschutzmaßnahmen erstmalig miteinander kombiniert werden. Neben der bewährten Samengenbank werden hier zusätzlich Erhaltungskulturen von Pflanzen in verschiedenen Botanischen Gärten angelegt, die dann genutzt werden, um zum Beispiel Wiederansiedlungsmaßnahmen gefährdeter Arten durchzuführen. In der Osnabrücker Region geschieht dies beispielsweise mit einer Population des Breitblättrigen Knabenkrautes, der Orchidee Dactylorhiza mayalis, die während der Bautätigkeiten an der A1 Autobahntalbrücke Habichtswald im Landkreis Steinfurt im Botanischen Garten kultiviert wird, um danach wieder an ihren ehemaligen Standort zurückzukehren.

Der Garten kooperiert im Rahmen der WEL-Genbank mit SaatenZeller, einer deutschen Saatgutfirma, die sich darauf spezialisiert hat, zertifiziertes Regionalsaatgut von Wildpflanzen aus 22 verschiedenen Herkunftsregionen zu produzieren. SaatenZeller hat eine passende Saatgutmischung gespendet, und der Botanische Garten wird zusätzlich gefährdete WIPs.-De Arten aus Erhaltungskulturen von regionalen Wildpflanzen beisteuern. (Uni Osnabrück)

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