Obstbauversuchsstation Müncheberg: Minister sagt Rumpf-Finanzierung zu

Stellvertretend für die Landfrauen Oder-Spree hat sich jetzt im Potsdamer Landtag Kerstin Hellmich in einem Gespräch mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) für den Wiederaufbau der Obstbauversuchsstation in Müncheberg stark gemacht.

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Stellvertretend für die Landfrauen Oder-Spree hat sich jetzt im Potsdamer Landtag Kerstin Hellmich in einem Gespräch mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) für den Wiederaufbau der Obstbauversuchsstation in Müncheberg stark gemacht. Hellmich übergab vor der Sitzung des Agrarausschusses des Landtages ein bereits am Montag veröffentlichtes Konzept der "Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt" zum Betrieb der renommierten Forschungsanstalt. Der Minister bezeichnete die Vorschläge der Initiative als "ambitioniert" dennoch wolle er mit den zuständigen Stellen darüber sprechen. Gegenwärtig ist die Station mit einer Personalstelle - der des Leiters - ausgestattet. Die Station ist derzeit nahezu handlungsunfähig. Alle Zeitverträge anderer Mitarbeiter sind bis spätestens 15. Juli ausgelaufen.

Im Landtagsausschuss für Landwirtschaft gab Minister Vogelsänger zu, dass die personelle Ausstattung angespannt sei. Die Bewirtschaftung finde derzeit durch den Landesbetrieb Forst statt. Vogelsänger wolle für das Haushaltsjahr 2017/2018 Mittel für zum Betrieb der Obstbauversuchsstation einstellen. Für das Übergangsjahr 2016/2017 seien 238.000 Euro (2016) und 155.000 Euro (2017) durch sein Ministerium abgesichert. In einem "Chef-Gespräch" mit Finanzminister Görke wurden bereits Mittel für Arbeits- und Nachwuchskräfte zugesagt. Vogelsänger geht von einem Kernbereich von vier Mitarbeitern aus.

"Die angekündigte Ausstattung der Obstbauversuchsstation ist viel zu gering", kritisierte Kerstin Hellmich. Als wissenschaftliche Fachabteilung standen der Station in den Neunziger Jahren noch drei Wissenschaftler, drei Fachingenieure sowie ein Meister und drei technische Mitarbeiter zur Verfügung. "Mit zukünftig vier Mitarbeitern ist nur noch ein Rumpf übrig geblieben, bei der wissenschaftliche Arbeit und Forschung auf der Strecke bleiben".

Die heutige Generation ist von großen Wissenslücken auf diesem Gebiet geprägt. Indizien sind die zahlreichen Fehlschläge bei der Sanierung oder Neuanlage von Streuobstbeständen. Vermeidbare Anfängerfehler bei der Planung aber auch bei der Unterhaltung der Anlagen und der Nährstoffversorgung der Gehölze sind die Folge, sagte Hellmich: Daher ist eine funktionsfähige und eigenständige Forschungseinrichtung in Brandenburg unabdingbar.

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