Niedersachsen: Kammerversammlung in Oldenburg

Bestens vorbereitet wird die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) ihre Fähigkeit weiter ausbauen, die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaus und der Fischerei bei allen Änderungsprozessen zu beraten und zu begleiten, die der Klimawandel, die wachsende Bedeutung des Natur-, Arten- und Wasserschutzes sowie wechselhafte Marktbedingungen mit sich bringen. Das wurde am 24.11.2022 auf der Kammerversammlung der LWK in Oldenburg deutlich.

Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen betonte die Rolle der Landwirtschaftskammer bei der Bearbeitung von Aufgaben im Auftrag des Landes, etwa bei der Kontrolle der Düngung und beim Pflanzenschutz. Bild: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Landwirtschaft in Niedersachsen sehr gute Perspektiven haben und uns erfolgreich einbringen können, damit die Unternehmen der grünen Branche weiterhin hochwertige Lebens- und Futtermittel produzieren und Energie erzeugen können und zugleich Leistungen für den Erhalt natürlicher Ressourcen erbringen", sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje vor mehr als 300 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Weser-Ems-Halle.

„Ich möchte die Transformation der Landwirtschaft zu mehr Klimaschutz, mehr Tierschutz und einer nachhaltigeren Bewirtschaftung voranbringen – gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten, den Verbänden und Initiativen in Niedersachsen", sagte Niedersachsens neue Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, bei ihrem ersten Auftritt als Ministerin vor der Kammerversammlung. „Die Landwirtschaftskammer ist dabei eine wichtige Partnerin. Ich bin überzeugt, dass wir lösungsorientiert zusammenarbeiten werden. Die Transformation der Landwirtschaft muss gesamtgesellschaftlich getragen werden und deshalb sind alle Akteure im Bereich der Landwirtschaft gefordert, zusammenzustehen."

Die Vereinbarkeit von landwirtschaftlicher Nutzung mit den Zielen des Natur- und Klimaschutzes nehme bereits heute eine zentrale Rolle bei der Arbeit der LWK ein, berichtete Schwetje mit Blick auf das Programm der neuen niedersächsischen Landesregierung. Unter anderem mit den neuen Fachbereichen „Klima-, Natur- und Ressourcenschutz, Biodiversität" und „Wassermanagement, Wasser- und Bodenschutz" sowie einem gestärkten Fachbereich Ökolandbau könne die LWK umfassende Fragestellungen noch besser bearbeiten.

„Durch unsere systematische Neuausrichtung sind wir so modern aufgestellt wie die Landwirtschaft selbst und helfen dieser, sich weiterzuentwickeln", hob der Kammerpräsident hervor. „Dabei orientieren wir uns stets am praktisch Machbaren – das erwarten die Betriebe zurecht von uns."

Das Naturschutz-Bündnis „Der Niedersächsische Weg", das die Kammer zusammen mit der Politik, den Naturschutzverbänden und dem Landvolk auf den Weg gebracht und umgesetzt habe, repräsentiere das Grundprinzip, Ressourcenschutz aus jedem Blickwinkel zu betrachten und ernsthaft umzusetzen, sagte der Kammerpräsident weiter. „Beim Pflanzenschutz bedeutet das: so wenig wie möglich, so viel wie unbedingt nötig."

Neben der Förderung der Artenvielfalt, die die LWK mit eigenen Beraterinnen und Beratern sowie in Forschungsprojekten begleite, gehöre die klimafreundliche Nutzung von Moorflächen zu den wichtigen Zukunftsfragen, die die Kammer mit beantworten wolle, kündigte Schwetje an. „Wir untersuchen bereits in mehreren Mooren, welche Klimaschutzmaßnahmen die Betriebe vor Ort erbringen und dabei ihre Arbeit fortführen können – daher begrüßen wir die Pläne der neuen Landesregierung, in diesem Bereich weitere Aktivitäten zu starten."

Die bäuerlichen Unternehmen begännen die Neuerungen im Natur- und Ressourcenschutz in einer Zeit umzusetzen, die von weltweiten Krisen geprägt sei, so Schwetje. „Als landesweit größter landwirtschaftlicher Beratungsorganisation ist uns bewusst, dass weitere Aufgaben im betrieblichen Alltag aktuell eine große Herausforderung darstellen."

Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten in der Logistik und auf den Agrarmärkten zu extremen Entwicklungen geführt, hob der Kammerpräsident hervor. „Steigenden Erlösen etwa für Raps und Getreide stehen explodierende Betriebskosten gegenüber."  

Durch die schwankenden Preise sei es wie nie zuvor im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2021/22 darauf angekommen, bei der Vermarktung ein gutes Händchen zu haben, berichtete Schwetje. „Dies unterstreicht, wie existenziell wichtig betriebliches Management ist – und wie wichtig dabei die Rolle unserer Unternehmensberatung."

Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen betonte die Rolle der LWK bei der Bearbeitung von Aufgaben im Auftrag des Landes, etwa bei der Kontrolle der Düngung und beim Pflanzenschutz: „Seit vielen Jahren garantieren wir mit einer effizienten Kontrolle die Einhaltung vielfältiger gesetzlicher Vorgaben. Auf der anderen Seite ermöglichen wir mit unserer praxisorientierten Beratung den Unternehmen eine bestmögliche Entwicklung unter den herrschenden Rahmenbedingungen."

Zugleich sorge die LWK mit ihrer produktiven und wandlungsfähigen Agrarförderung auch in den aktuell unruhigen Zeiten für gut kalkulierbare Voraussetzungen, ergänzte der Kammerdirektor.  

Wenn die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihren Weg weitergehen könne, dann werde sie für die neue Landesregierung weiterhin eine wertvolle und verlässliche Partnerin sein, hoben Kammerpräsident Schwetje und Kammerdirektor von Garmissen hervor. Maßgeblich hierfür sei die starke Leistung der LWK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.  

Die Kammerversammlung besteht aus 168 ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern des Berufsstandes und ist das höchste Exekutivorgan der LWK. Zwei Drittel der Mitglieder der Kammerversammlung repräsentieren die Arbeitgeber*innen der grünen Branche, ein Drittel die landesweit rund 100.000 Arbeitnehmer*innen in den Betrieben.

Zu den Gästen der Kammerversammlung zählen Ministerinnen und Minister, Lokal- und Landespolitiker*innen sowie Vertreter*innen aus Agrarbranche, Verbänden und Gesellschaft. Der Kammerversammlung geht jedes Jahr der prominent besetzte Gesellschaftsabend voraus. Vor dem traditionellen Grünkohlessen werden dort die Sieger*innen des Wettbewerbs Arbeitnehmer*in des Jahres geehrt. (LWK)

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