Niedersachsen: Direktvermarkter setzen verstärkt auf Kooperation

Kooperation entlang der Wertschöpfungskette ist der Schlüssel zum Erfolg in der landwirtschaftlichen Direktvermarktung. Darin waren sich rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung „Megatrend Regionalvermarktung 2030 - Chancen für proaktive Direktvermarkter" am 22.11.2023 in Nienburg einig. 

Möglichkeiten zur Direktvermarktung sollen ausgebaut werden. Bild: GABOT.

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Was es außerdem für eine erfolgreiche Zukunft dieses landwirtschaftlichen Betriebszweiges braucht, war Gegenstand mehrerer Expertenvorträge. Im Mittelpunkt stand das aktuelle „Stimmungsbarometer Direktvermarktung", das Werner Detmering und Oliver Halk von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V. vorstellten. Demnach blicken landwirtschaftliche Direktvermarkter in Niedersachsen überwiegend optimistisch in die Zukunft, trotz der aktuellen Krisenlage bei Energiepreisen und sich änderndem Kaufverhalten vieler Kunden. Besonders in die Bereiche Verarbeitung und Vermarktung der hofeigenen Produkte wollen viele Betriebe auch mittelfristig investieren. Zwei Drittel der befragten Unternehmer sind sich außerdem sicher, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten künftig weiter steigen wird.

Um die Verarbeitung und Vermarktung ging es auch bei der Vorstellung von sechs Praxisbeispielen im zweiten Teil der Tagung. Die Unternehmerinnen und Unternehmer betonten dabei durchweg den hohen Stellenwert von Kooperation und gemeinschaftlicher Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Vermarktung. Damit dies künftig noch besser klappt, wünschen sie sich allerdings noch bessere gesetzliche Regelungen und eine Optimierung der Förderungsmöglichkeiten, insbesondere für mobile Schlacht- und Zerlegeeinrichtungen oder mobile Käsereien. Diese seien eine wesentliche Voraussetzung für kooperative Zusammenarbeit. 

Daran soll es zumindest aus Sicht des zuständigen Landwirtschaftsministeriums nicht scheitern, kündigte Elke Eickemeier, Fachreferentin aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, an. „Wir werden die regionale Vermarktung dadurch stärken, dass wir die Möglichkeit zur Direktvermarktung und dezentrale Verarbeitungsstrukturen ausbauen," zitierte sie aus dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung. 

Die Tagung fand im Rahmen des Projektes „Szenarioanalyse für regionale Schlachtstrukturen und mobile Molkereien in Niedersachsen" statt, das die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V. gemeinsam mit der Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter e. V. bearbeitet. Die vollständigen Projektergebnisse werden im Dezember 2022 veröffentlicht. Beauftragt wurde das Projekt vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. (Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft)

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