Multifunktionale Vegetation statt Fahrverbote

Anzeige

BGL: Feinstaub-Problem kann nicht allein durch Eingriff in Straßenverkehr gelöst werden.Der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), Hanns-Jürgen Redeker, bezeichnete jetzt die zum 1. März eingeführte Feinstaub-Plakette als "Aktionismus und lediglich Mittel zum Zweck". Er erklärte: "Die Feinstaub-Probleme können keinesfalls alleine durch Eingriffe in den Straßenverkehr gelöst werden." Vielmehr müsse in den Innenstädten auf die "nachhaltige Wirkung von multifunktionaler Vegetation gesetzt werden", so der BGL-Präsident.

 

In vielen deutschen Städten ist die Luft weitaus stärker belastet, als dies die EU-Grenzwerte für Feinstäube erlauben. Städte wie München oder Stuttgart überschreiten den Grenzwert für Feinstaub von 50 Millionstel Gramm pro Kubikmeter Luft an über 100 Tagen im Jahr, obwohl laut Europäischer Union dieser Wert höchstens an 35 Tagen überboten werden darf.

Die neue Verordnung des Bundes sieht nun vor, dass Städte künftig Umweltzonen einrichten können. Stuttgart will Vorreiter sein und schon zum 1. Juli 2007 starten. Viele andere Großstädte dürften 2008 folgen. Die Umweltzonen werden mit einem neuen Verkehrsschild kenntlich gemacht. Außerdem wird angegeben, mit welchen Schadstoffplaketten (rot, gelb oder grün - je nach Schadstoffausstoß der Motoren) die Umweltzonen befahren werden dürfen. Für Autos ohne Plakette ist die Umweltzone versperrt.

 

BGL kritisiert einseitiges Vorgehen der Politik

Für den BGL ist es gänzlich unverständlich, weshalb die Politik derart einseitig vorgeht, nur technische Lösungen und solche mit Plaketten und Verboten präferiert. BGL-Präsident Redeker zeigte auf: "Nur ein geringer Teil der Feinstaub-Belastung wird nämlich durch den Verkehr verursacht und davon geht wiederum nur ein Bruchteil auf das Konto von Autos. Daran ist zu ermessen, dass mit Fahrverboten kaum spürbare positive Effekte erreicht werden können."

 

Grünflächen filtern auf natürliche Weise Feinstaub aus der Luft

Hanns-Jürgen Redeker: "Bei allen Überlegungen spielen leider Pflanzen und deren feinstaubreduzierende Wirkungen kaum ein Rolle. Dies erstaunt sehr, denn wir wissen heute, dass Grünflächen mit Bäumen und Sträuchern durch ihre natürliche Filterwirkung gesundheitsgefährdende Feinstaub-Anteile vermindern." Er betonte: "Es ist daher ein schwerer Fehler, dass trotz bestehender Erkenntnisse keine Maßnahmen zur Aufwertung von Grün in der Stadt ergriffen werden. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn in den vergangenen Jahren sind die Grüninvestitionen im öffentlichen Bereich erheblich reduziert worden. Dieser Trend hält leider unvermindert an."

 

Fazit des BGL-Präsidenten: "Es bleibt zu hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen zumindest einen Teil der erwünschten Wirkungen entfalten können. Die Erwartungen sollten jedoch nicht allzu hoch gesteckt werden." (BGL)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.