LWK Schleswig-Holstein: Volquardsen als Präsidentin wiedergewählt

Neuer Vorstand, neue Gesichter bei den Repräsentanten, neue Mitglieder in den Fachausschüssen: Die Kammerhauptversammlung der Landwirtschaftskammer hat Ute Volquardsen einstimmig mit 58 Ja-Stimmen für die kommenden 5 Jahre zur Präsidentin gewählt.

Ute Volquardsen wurde einstimmig mit 58 Ja-Stimmen zur Kammerpräsidentin wiedergewählt. Foto: Daniela Rixen.

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Nach der Wahl sagte Ute Volquardsen: „Ich freue mich über dieses Ergebnis und das mir entgegengebrachte große Vertrauen sehr. Dieses Amt ist für mich ein klarer Arbeitsauftrag, die Kammer weiter im Sinne der drängenden Praxisfragen in der Landwirtschaft sowie auch in den Bereichen Forst, Gartenbau und Fischerei auszurichten. Stichworte sind hier: Digitalisierung in der Landwirtschaft, ein gut aufgestelltes Lehr- und Versuchswesen (im Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Umwelt- und Gewässerschutz, in der Tierhaltung sowie im Baumschulbereich). Die Weiterentwicklung der Ausbildung und eine breit aufgestellte Beratung, darunter auch im Forstwesen, sowie ein zielführender Wissenstransfer in die Praxis. Dabei gilt es, die Finanzen und die Personalentwicklung im Blick zu haben. Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen eine starke Landwirtschaftskammer an ihrer Seite. Aktuelle, neutrale und schnell verfügbare Fachinformationen sind für die Praxis in diesen Zeiten wichtiger denn je.“

Die Präsidentin des Landtages Schleswig-Holsteins, Kristina Herbst, wies auf die lange Tradition ehrenamtlichen Engagements in der Landwirtschaft hin. Eine Tradition, die noch weit über die Gründung der Landwirtschaftskammer im Jahr 1896 hinausgehe. „Eine freiheitliche Gesellschaft und ein lebenswertes Gemeinwesen können ohne das Ehrenamt nicht existieren“, betonte Herbst. „Unser Miteinander wäre undenkbar ohne den täglichen Einsatz von vielen tausend ehrenamtlich tätigen Menschen.“ Dies gelte gerade auch für die berufsständischen Verbände und die Kammern, so die Parlamentspräsidentin. „Mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für das Ehrenamt zu erreichen, ist eines der wichtigsten Ziele, welches ich mir als Landtagspräsidentin gesetzt habe“, sagte Herbst abschließend.

Anne Benett-Sturies, Staatssekretärin des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz betonte: „Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ist mit ihrem Beratungsangebot und Versuchswesen einer der wichtigsten Netzwerkpartner für unser Ministerium. Mit ihrem erfolgreichen Aus- und Weiterbildungsangebot ist sie ein wirksamer Katalysator für den Wissenstransfer, um Erkenntnisse der modernen Landnutzung in die Praxis zu tragen.“

Im Rahmen der 127. Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer, 1. Sitzung der 15. Wahlperiode, haben am 7. Dezember umfassende Wahlen in Rendsburg stattgefunden. Bereits im Juli war die Hauptversammlung, also das Kammerparlament, per Friedenswahl neu gewählt worden. Heute haben die Deputierten den Vorstand samt Präsidentin sowie die weiteren Führungsorgane der Kammer gewählt: Die Repräsentanten als Vertreter in den Landkreisen wurden neu gewählt sowie die Fachausschüsse. Nun gibt es statt 13 nun 12 Ausschüsse mit einer neuen Bezeichnung.

Die neuen Namen der Ausschüsse zeigen, dass man sich deutlich zur Zusammenarbeit zwischen ökologisch und konventionell hin zu einer sogenannten hybriden Landwirtschaft bekennt.
Alle Kammergremien sind für die nächsten fünf Jahre gewählt. Die Fachausschüsse sind die Gremien, in denen das Ehrenamt, bestehend aus Landwirten, Gärtnern, Forstwirten und Fischern, aktiv Einfluss auf die Facharbeit ihrer Landwirtschaftskammer nimmt. Die Kammerarbeit ist durch Selbstverwaltung geprägt, das heißt, sie ist fachlich neutral und auf die Fragestellungen der landwirtschaftlichen Praxis ausgerichtet

Gäste aus Politik, Wissenschaft und Agrarwirtschaft

Viele Gäste aus Politik, einschließlich Landtagspräsidentin Kristina Herbst, sowie Staatssekretärin des Landwirtschaftsministeriums Anne Benett-Sturiesund Vertreter aus Wissenschaft und Gesellschaft waren nach Rendsburg gekommen, um der Hauptversammlung der Kammer beizuwohnen und sich aus der Arbeit der Landwirtschaftskammer berichten zu lassen. Ute Volquardsen dankte Landtagspräsidentin Kristina Herbst für ihren Besuch und ihr Bekenntnis zur Landwirtschaftskammer: „Dieses bestärkt das Engagement des Ehrenamtes und motiviert unsere Mitarbeiter. Gerne sind wir bereit, gemeinsam mit dem Land weiter zum Wohle der Betriebe, ihrer Menschen und Familien in den Branchen der Agrarwirtschaft zu wirken. Ich wünsche mir, dass dieses Zusammenwirken weiterhin von einem konstruktiven und vertrauensvollen Miteinander geprägt sein möge“. Ute Volquardsen hob in ihrem Bericht die Kernbereiche der Landwirtschaftskammer, aber auch Projekte hervor. Sie betonte die Vielfalt und den Nutzen für die landwirtschaftliche Praxis. Die Landwirtschaft blicke trotz einer verregneten Ernte auf gute Jahresabschlüsse. In allen Bereichen der Landwirtschaft sei Geld verdient worden.

Sparsam und ökonomisch gewirtschaftet

Die Wirtschaftsprüfer haben der Kammer den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss 2022 und auch der Wirtschaftsplan 2024 wurden genehmigt und Vorstand und Geschäftsführung entlastet. „Die Landwirtschaftskammer beendet das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von 2,39 Mio. Euro (Vorjahr: 28,26 Mio. Euro). Der Erfolgsplan soll mit einem Jahresüberschuss von knapp 616.000 Euro abschließen und wäre damit auf Vorjahresniveau. Er sieht Einnahmen in Höhe von 42,3 Mio. Euro vor. Diese generieren sich jeweils etwa zu einem Drittel aus der Umlage, Erlösen aus wirtschaftlicher Tätigkeit, die erneut gestiegen sind, und öffentlichen Zuwendungen für die Weisungsaufgaben des Landes und der Zielvereinbarung. Bei den Ausgaben sind die Personalkosten mit rund 29,4 Mio. Euro, inklusive der Weisungsaufgaben Pflanzenschutz und Verbringungsverordnung, hervorzuheben. Der sonstige betriebliche Aufwand und die Materialkosten liegen bei rund 11,7 Mio. Euro.

Der „alte“ Vorstand verabschiedet sich

Mit den Wahlen der Hauptversammlung heute endete die Ära des (alten) Vorstandes. Ute Volquardsen bedankte sich bei ihren Vorstandskolleginnen und -kollegen:
„Gemeinsam haben wir intensiv und vertrauensvoll für die Kammer gearbeitet, wichtige Beschlüsse gefasst und zukunftsweisende Weichenstellungen vorgenommen. Ich erinnere an den wichtigen Schritt der Übernahme der Pensionslasten und die Entscheidung in Futterkamp, weiterhin in moderne Tierhaltung zu investieren. Es wurde auch an anderer Stelle viel modernisiert, z. B. im Lehr- und Versuchszentrum für Milchwirtschaft, Malente. Die Landwirtschaftskammer und ihre beiden Tochtergesellschaften sind verhältnismäßig gut durch die Coronazeit gekommen, die Digitalisierung bekam einen Schub. Zu erwähnen ist auch die gelungene, nachgeholte Feier zum 125-jährigen Bestehen unserer Landwirtschaftskammer sowie das 10-jährige Bestehen am Standort Rendsburg“. Nicht wieder zur Wahl angetreten und aus dem Vorstand ausgeschieden sind: Dr. Hans Hermann Buchwald, Eutin; Ulrike Röhr, Reinfeld;Sylvia Bent, Eckernförde /Arbeitnehmerin.

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