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LLH-Gartenbauzentrum: Tage der offenen Tür
Gemeinsam mit dem Campus Geisenheim, der Forschungsanstalt Geisenheim, der Hochschule RheinMain und dem Deutschen Wetterdienst veranstaltete das LLH-Gartenbauzentrum einen Tag der offenen Tür, bei dem die Einrichtung rund 6.000 Besuchern einen Einblick in ihre Arbeit gewährte. Fachgebietsleiterin Birgit Hagendorf-Mehr nahm mit ihren 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gelegenheit war, den interessierten Laien Aufgaben und Ziele ihres Fachgebietes zu erläutern. So werden in den 1.700 m² Gewächshäusern und den 5.000 m² Freilandversuchen Gemüse- und Zierpflanzen unter die Lupe genommen, um Anbau- und Vermarktungseigenschaften zu erkunden und deren Ergebnisse dem hessischen Erwerbsgartenbau beziehungsweise Sonderkulturbetreibern mit Feldgemüseanbau zur Verfügung zu stellen. Damit geht das Gartenbauzentrum Fragen nach, die weder von den Hochschuleinrichtungen, die sich zumeist der Grundlagenforschung verschrieben haben, noch von den Züchter- und Vermehrerbetrieben oder der einschlägigen Dünge- und Pflanzenschutzindustrie aufgegriffen werden. Die Versuche werden so angelegt, dass dabei unter dem Aspekt Ressourcenschonung auf geringen Wasserund Energieeinsatz und auch arbeitssparend verfahren werden kann. Stets werden unabhängig von Interessen Dritter eine breite Palette von Sorten auf ihre Krankheitsund Schädlingsanfälligkeit sowie Stresstoleranz und andere Parameter überprüft. Ganz wichtig ist auch die Feststellung der Vermarktungseigenschaften. Beispielsweise wurde für die Geschmacksbeurteilung von Tomaten ein spezielles Geschmacksteam des Campus Geisenheim gegründet, deren Urteil für professionelle Tomatenanbauer von besonderer Bedeutung ist.
Frau Hagendorf-Mehr weist darauf hin, dass der Einstieg in den Gemüseanbau in Foliengewächshäusern auch für Landwirte besonders unter den klimatischen Bedingungen Südhessens interessant sei. Am Beispiel eines modernen dreischiffigen Folienhauses des Landesbetriebs mit 300 m² Produktionsfläche macht sie dabei eine interessante Überschlagsrechnung auf. Mit allen technischen Einrichtungen kommt das Gebäude mit 4m Produktionshöhe und einem isolierten Foliendach auf einen Erstellungspreis von etwa 50.- bis 100.- €/m² die über 16 Jahre abzuschreiben sind. Die Nutzung und Umsätze könnten dann Folgendermaßen aussehen: Vorkultur im Frühjahr (März/April) Radieschen mit einem Umsatz von rd 5.- €/m², Hauptkultur (Mai-Oktober) Tomaten: ca. 25.- €/m² und Nachkultur Feldsalat (bis Jahresende) mit ca. 8.- € Umsatz pro m². Die Versuchsarbeiten des Gartenbauzentrums erstrecken sich über ein weites Feld aller gärtnerischen Fachsparten. Dabei entstehen durch die Kooperation mit anderen Dienstleistern am Campus Geisenheim erhebliche Synergieeffekte. Auch auf Praxisbetrieben in der Region werden Versuchsfragen behandelt. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundessortenamt und dem Bund deutscher Baumschulen werden Rosen und Gehölze gesichtet. Dabei werden identische Pflanzensortimente in Geisenheim und an über 10 anderen Sichtungsstandorten des Bundesgebietes über mehrere Jahre nach einheitlichen Qualitätskriterien beurteilt. So entstehen wertvolle Entscheidungshilfen für Pflanzenauswahl und -verwendung für Baumschulen und deren Kunden.
Im Zierpflanzenbau hat man den Fokus seit einiger Zeit auf die Frage gerichtet, ob sich die Erzeugung von Schnittgrün lohnt, das im Einkauf manchmal teurer ist, als die Schnittblume selbst. Ziel der Versuche ist es, den Gärtnern wirtschaftlich rentable Kulturen zu empfehlen und so ihre Existenz sichern zu helfen.

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