LGV Sonnengemüse: Saisonende

Die aus den beiden Marken „LGV Gärtnergemüse“ und „Seewinkler Sonnengemüse“ neu entstandene Organisationsstruktur LGV Sonnengemüse schließt die erste Gemüsesaison nach der Fusion erfolgreich ab.

Ing. Josef Peck, Vorstand der LGV Sonnengemüse eG. Bild: ©www.zweischrittweiter.at.

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LGV Sonnengemüse schließt die erste Gemüsesaison nach der Fusion erfolgreich ab. Die aus den beiden Marken „LGV Gärtnergemüse“ und „Seewinkler Sonnengemüse“ neu entstandene Organisationsstruktur brachte zusätzliche Synergien, auch bei der Bewältigung der Corona-Krise. Die Kompetenz und Erfahrung von LGV Sonnengemüse im Anbau und in der Vermarktung kommen seit dieser Saison auch 18 Gemüsebauern aus der Steiermark zugute. Ein wesentlicher Vorteil der Erzeugerorganisation liegt in der Anzahl der Mitgliedsbetriebe. Das Produktionsrisiko ist aktuell auf 164 Familienbetriebe verteilt und die Versorgungssicherheit Österreichs mit Frischgemüse konnte dadurch auch in diesen herausfordernden Zeiten gesichert werden. Gemüse gewinnt in unserer Ernährung immer mehr an Bedeutung. Speziell heimisches, regionales Frischgemüse liegt im Trend. Das Bewusstsein der Konsumenten für eine nachhaltigere Lebensführung hat und wird auch in Zukunft eine höhere Nachfrage nach heimischem Gemüse zur Folge haben. Die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie hat diesen Trend nochmals verstärkt. Der Umsatz von LGV Sonnengemüse konnte um 17% auf knapp 100 Mio. Euro gesteigert werden und ist somit der höchste jemals erzielte. Die Erntemengen wurden um 6% auf 45.000 Tonnen gesteigert. Durch die gute Nachfrage konnte der Verderb reduziert werden und die Auszahlungspreise für die Gärtner und Gemüsebauern sind geringfügig gestiegen. Dadurch konnten die durch die Pandemie verursachten Mehrausgaben in den Betrieben großteils kompensiert werden.

Frischgemüse

Der Lebensmitteleinzelhandel wird täglich mit frischem und schmackhaftem LGV Gärtnergemüse und Seewinkler Sonnengemüse aus den besten österreichischen Gemüseregionen versorgt. Die drei wichtigsten Gemüsearten sind Gurken mit 16.200 Tonnen, Tomaten mit 14.800 Tonnen und Paprika mit einer Menge von 6.800 Tonnen. Diese Kulturen liefern fast 80% des Gesamtumsatzes. Gurke, Tomaten und Paprika werden in einer sehr breiten Sorten-, Größen- und Farbenvielfalt kultiviert (Salatgurke, Mini Gurke, Snackgurke, Blockpaprika, Spitzpaprika, Mini Paprika, Grillpaprika, Rispentomaten, Cherrytomaten, Fleischtomaten, Ochsenherzen, Midi Tomaten etc.). 2020 war auch ein sehr erfolgreiches Erntejahr für Melanzani +37%, Pfefferoni +58%, Zucchini +34% und Spinat mit einem Plus von 166%. Insgesamt werden über 60 Sorten Frischgemüse und Gartenkräuter kultiviert. Fast 100% der Ernte geht direkt an die regionalen Handelspartner und den Großmarkt. Der Exportanteil liegt aktuell bei 1,8%.

Innovationen und Anbauversuche

Ziel von LGV Sonnengemüse und ihrer Gärtner und Gemüsebauern ist es, im Rahmen von Anbauversuchen verstärkt alte Gemüsesorten zu reaktivieren, aber auch neue, gut schmeckende Gemüsearten zu testen. Die besten Produkte aus diesen Versuchen sollen in den Folgejahren nachhaltig produziert werden und so den Weg ins Gemüseregal des Einzelhandels finden. Ein Beispiel dafür ist aktuell das Winterfrischgemüse, das unter der Marke LGV Gärtnergemüse seit Mitte November im Einzelhandel erhältlich ist.

Saisonende für die Hauptgemüseprodukte von LGV

Sonnengemüse ist dieses Jahr gleichzeitig Erntestart für über 20 Sorten Winterfrischgemüse. Zur Auswahl stehen Gemüse, Salate und Kräuter wie Sprossenbrokkoli, Zuckerhut, Grünkohl, Palmkohl, Radicchio, Pak Choi, Radieschen, Karotten, Pflücksalat, Batavia, Salanova, Petersilie, Koriander oder Tellerkraut. Das Besondere an diesem Projekt, das gemeinsam mit der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn entstanden ist, ist die Kultivierung im Freien sowie im unbeheizten Glashaus und Folientunnel – klima- und CO2-neutral. Der Mehrwert liegt in der Ressourcenschonung – kein Einsatz zusätzlicher Energie, kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung. Der Bio-Anteil liegt bei knapp 50%. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für LGV Sonnengemüse in Richtung Ausweitung des Bio-Anteils. Die Anzahl der Bio-zertifizierten Familienbetriebe ist mittlerweile auf 21 angestiegen. Die Bio-Flächen wurden um 15% erweitert und die Bio-Erntemenge um 11% auf insgesamt 1,6 Tonnen gesteigert.

Investitionen in Qualitätsverbesserung und Ressourcenschonung

Durch die Corona-Pandemie wurden viele geplante Entwicklungen, vor allem in Richtung Verpackungsvermeidung und -anpassung, in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem hat LGV Sonnengemüse im diesen Jahr mehr als 3 Mio.Euro in die Qualitätsverbesserung, Ressourcenschonung und Verpackungsvermeidung investiert. Die Kühlanlage wurde erneuert, Folierlinien durch Banderolieranlagen ersetzt und neue Abfülllinien mit Kombinationswaagen angekauft. Auch in der kommenden Saison wird in diese Richtung weitergearbeitet. Für 2021 sind rund 4 Mio.Euro an Investitionen geplant, wobei eine neue Gurkensortierlinie den Löwenanteil davon beansprucht.

Vorschau auf die kommende Gemüsesaison

Mittel- und langfristig liegen die größten Herausforderungen im Gemüsegeschäft allerdings nicht in der Vermarktung, sondern in der Produktion von Frischgemüse. Einerseits muss die Arbeit der Gärtner und Gemüsebauern entsprechend respektiert, gefördert und entlohnt werden können und andererseits muss in der gesamten EU auch beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Arbeitskräften die Wettbewerbsgleichheit gewährleistet sein. Konkret geht es darum, dass die österreichischen Standards im gesamten EU-Raum angewandt und vor allem kontrolliert werden. Es kann nicht das Ziel sein, weniger nachhaltig produzierte Lebensmittel zu importieren. Es ist auch Wunsch der Konsumenten, Produktionsmethoden und Herkunft der Lebensmittel zu kennen. Hier gibt es Unterschiede zwischen dem Handel, wo die Kennzeichnung sehr gut funktioniert, und dem Convenience- und Gastronomiebereich. Spannend wird auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Nachgang der Pandemie sein. Hier bleibt abzuwarten, ob die fast zwingend daraus resultierenden wirtschaftlichen Probleme zu Sparsamkeit und Kaufzurückhaltung führen werden. Aber selbst in diesem Zusammenhang wird heimisches Frischgemüse als eines der krisensichersten Produkte eingeschätzt. (APA-OTS)

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