Landgard weiter auf Wachstumskurs

Der Umsatz des Landgard Konzerns lag 2007 bei 1,223 Mrd. Euro. Das sind 6% oder 74 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der Konzernjahresüberschuss betrug im Jahr 2007 6,7 Mio. Euro. Das sind 0,7 Mio. Euro mehr als im Vorjahr 2006 (6,1 Mio. Euro).

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Anlässlich der zweiten ordentlichen Vertreterversammlung der Landgard eG, begrüßte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Willi Gehr rund 70 Vertreter der Mitglieder aus allen Regionen Deutschlands, sowie viele Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft. Der Vorstandsvorsitzende Willi Fitzen und Vorstand Henning Schmidt erläuterten und diskutierten den Geschäftsbericht des Landgard Konzerns.

Willi Fitzen stellte den Jahresbericht vor, danach lag der Umsatz des Landgard Konzerns 2007 bei 1,223 Mrd. Euro. Das sind 6% oder 74 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der Konzernjahresüberschuss betrug im Jahr 2007 6,7 Mio. Euro. Das sind 0,7 Mio. Euro mehr als im Vorjahr 2006 (6,1 Mio. Euro).

Blumen & Pflanzen
Für das Geschäftsfeld Blumen & Pfl anzen (inkl. Gärtner und Floristenbedarf) betrug 2007 der Umsatz 912 Mio. Euro. Das sind 7,5% mehr als 2006 (845 Mio. Euro). Bei Blumen und Pflanzen hat der Vertrieb einen Anteil von 40%, die Vermarktung über die Versteigerungen und die Abholmärkte beträgt 60%. Der Anteil der über Fernversteigerung verkauften Ware stieg auf 15%.

Obst & Gemüse
Der Umsatz für das Geschäftsfeld Obst & Gemüse stieg 2007 auf 310 Mio. Euro. Das ist eine Steigerung von 2% zu 2006 (303 Mio. Euro). Damit ist der Bereich Obst & Gemüse mit rund 25% Anteil am Gesamtumsatz ein wichtiger Faktor im Landgard Konzern und bietet für die Zukunft auch weitere Möglichkeiten. Bei Obst & Gemüse vermarktet Landgard mittlerweile 70% an den Lebensmitteleinzelhandel direkt und 30% an den Großhandel. Der Bereich Obst & Gemüse hat für die Entwicklung von Landgard strategische Bedeutung, betonte Fitzen. Dabei nehme die Bedeutung der Versteigerungsuhr weiter ab und die Funktion von Landgard als Dienstleister sei immer stärker gefragt.

Klare Wachstumsstrategien
Landgard strebt für das Jahr 2008 ein organisches Wachstum von 3 bis 5% an. Dass der Konzern dazu auf dem richtigen Weg ist, zeigen die Umsatzzahlen für den Zeitraum Januar bis Mai 2008. Demnach wurde ein Umsatz von 625 Mio. Euro erwirtschaftet. Ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 16 Mio. Euro oder 3%. Den größten Anteil daran hatte der Bereich Blumen & Pflanzen mit 501 Mio. Euro (+2%). Die größere Steigerung konnte der Bereich Obst & Gemüse verbuchen, der in den ersten fünf Monaten des Jahres rund 124 Mio. Euro erwirtschaftete. Im Vergleich zum Vorjahr damit ein Plus von 5 Mio. Euro (+4%). Im Hinblick auf den schwierigen Witterungsverlauf im April bezeichnete Fitzen diese Zahlen als „relativ gut“. Er betonte aber auch, dass die Situation im Gartenbau in vielen Bereichen als schwierig zu bezeichnen sei. Die Marktposition mit einem Marktanteil von 15% sei zu gering, um auf die jetzige Marktsituation entscheidenden Einfluss zu nehmen. „Gärtner können nicht wie die Milchbauern streiken und ihre Blumen wegwerfen“, so Fitzen. „Es gibt genug andere in europäischen Nachbarländern, die die Chance nutzen und sofort in die Lücke springen würden.“ Es gäbe nur zwei mögliche Maßnahmen, erläuterte der Landgard Vorstandsvorsitzende: Die Verbesserung der Strukturen bei der Vermarktung und in den Betrieben, um so gute Bedingungen zu schaffen, dass sie in engerer Partnerschaft mit den Kunden unverwechselbar und nicht austauschbar werden. Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Erntehelferregelung und Harmonisierung der Pflanzenschutzvorschriften in Europa seien nicht unmittelbar zu beeinfl ussen. Zweitens sei es erklärtes Ziel des Konzern, die eigene Marktposition für die Mitglieder zu verbessern, indem der Förderauftrag erfüllt werden und die bestmögliche Vermarktung der Produkte erfolgen soll. In diesem Zusammenhang beschrieb Willi Fitzen die folgenden Aufgaben.

Landgard als Handelspartner
Landgard ist das einzige große europäische Unternehmen, das das gesamte Gartenbauspektrum abdeckt. Mit diesem Portfolio ist Landgard für Erzeuger und Handel ein interessanter Marktpartner. Gleichzeitig werden intensiv die Möglichkeiten weiterer Firmenübernahmen und Beteiligungen geprüft, um die Marktposition zu stärken und die Kosten zu senken. Der Topfpflanzenvertrieb biete bei weiterer Konzentration auf der Abnehmerseite im Handel für die Zukunft die größten Entwicklungsmöglichkeiten. Dieser soll im laufenden Jahr weiter ausgebaut werden und zu Beginn des kommenden Jahres wird eine neue Geschäftsführerin für den Bereich Vertrieb ihre Arbeit aufnehmen. Um den Absatz und die Beschaffung von Gartenbauprodukten auch im Ausland weiter voran zu treiben, wurden zusätzlich zum Exportgeschäft Ländergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien und der Schweiz gegründet.

Regionalmarketing bei Obst & Gemüse
Landgard wird in 2008 im Rahmen einer Marketingaktion die regionale Herkunft der Produkte in den Mittelpunkt der Kommunikation stellen und erstmals mit dem Namen „Landgard“ in den Dialog mit den Endverbrauchern eintreten. Der Name wird als Dachmarke für regionales Obst und Gemüse eingesetzt und jeweils mit der Herkunftsregion gekoppelt, also beispielsweise „aus dem Rheinland“.

Förderung von Energieprojekten
Landgard unterstützt nachfragestarke Produkte, wie zum Beispiel Warmhauskulturen und generell den geschützten Anbau mit einem entsprechenden Produktmanagement. Eine Förderung von Projekten, die die Energiesituation entspannen, gehört ebenso zu den strategischen Aufgaben der Zukunft. Dazu wurde die Tochtergesellschaft Greenhouse Power gegründet. Projekte sind die Abwärmenutzung für Gärtnersiedlungen, beispielsweise in der Nachbarschaft der Shell-Raffinerie Heide/ Hemmingstedt und in Neurath, wo über die Dampfauskopplung aus dem Braunkohlekraftwerk der RWE Power in Neurath eine günstige Heizenergieversorgung für Betriebe, die sich auf dem angrenzenden „Gardenlands“-Gebiet ansiedeln, gesichert werden soll.

Optimierung im IT Bereich
Für den Landgard-Konzern findet zurzeit das umfangreichste Einzelprojekt in der Geschichte des Unternehmens statt. Die Software für die Warenwirtschaft, für den Vertrieb, zunächst ohne Versteigerungen und Abholmärkte, des gesamten Landgard-Konzerns wird vereinheitlicht und dem Wandel der Geschäftsprozesse angepasst. Personalentwicklung und Weiterbildung Die Wachstumsstrategie bei Landgard ist nur aufrecht zu erhalten, wenn entsprechendes Personal mitwächst. Die Personalentwicklung und Weiterbildung habe einen hohen Stellenwert im Unternehmen, betonte Fitzen. So sei beispielsweise die Zahl der Auszubildenden von 40 auf 60 gestiegen. Zahlreiche Mitarbeiter durchlaufen Schulungsprogramme, für den Nachwuchs der zweiten Führungsebene werden Traineeprogramme eingerichtet.

Leitbildentwicklung
Nach den vielen Fusionen und Übernahmen der letzten Jahre habe die Einführung des gemeinsamen Namens Landgard eine positive Wirkung gehabt, berichtete Willi Fitzen der Versammlung. Die Entwicklung eines einheitlichen Leitbildes für den Gesamtkonzern sei aber weiterhin unverzichtbar. Dies solle für Mitglieder, Mitarbeiter, Kunden und die Öffentlichkeit deutlich machen, welche Ziele und Wertvorstellungen Landgard für die Zukunft habe. Das Konzept dazu werde von den Gremien und Mitarbeitern erarbeitet und solle im Herbst allen Mitgliedern, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigte Fitzen an. Das wichtigste Ziel sei die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und eine Stärkung des Vertrauens der Erzeuger und Kunden in ein weiter wachsendes Unternehmen.

Vermögens- und Finanzsituation zufriedenstellend
Die Zahlen zur Bilanz des Konzerns stellte Henning Schmidt vom Vorstand der Landgard Genossenschaft vor. Die umfangreiche Satzungsänderung des Jahres 2007 habe eine Aufstockung des Eigenkapitals bewirkt. Durch Umwandlung in Geschäftsanteile stieg das Geschäftsguthaben der Landgard eG auf 20,6 Mio. Euro. Zusammen mit Rücklagen und Bilanzgewinn beträgt die Gesamteigenkapitalausstattung 95,8 Mio. Euro und damit 77,6% der Bilanzsumme. Die Vermögens- und Finanzsituation der Genossenschaft, die nicht operativ tätig ist, sei geordnet und die Erträge zufriedenstellend. Die Zahl der Mitglieder lag zum Jahresende 2007 bei rund 2900. Die Anzahl der Geschäftsanteile stieg innerhalb des letzten Jahres von 8.748 auf 23.874.

Auch beim Landgard Konzern ist die Eigenkapitalausstattung gewachsen. Ausgewiesen wird eine Eigenkapitalquote von 30,8% und damit eine Zunahme von 3,4% im Vergleich zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn, also der Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis und Steuern (EBIT), lag bei 23,8 Mio. Euro, der EBITDA, das Betriebsergebnis vor Finanzergebnis, Ertragssteuern, außerordentlichen Aufwendungen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände lag bei 44,6 Mio. Euro, eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 10,18%. (Landgard)

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