LALLF: Kiefern-Prozessionsspinner nachgewiesen

In Heringsdorf wurden (Usedom) Raupen des Kiefern-Prozessionsspinners auf einem Spielplatz nachgewiesen.

KPS in Prozession auf der Suche nach einem sandigen Platz zum Vergraben (zur Verpuppung). Bild: Wendt/LALLF.

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Die Fachkollegen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wiesen in Heringsdorf (Usedom) Raupen des Kiefern-Prozessionsspinners auf einem Spielplatz nach. Die Tiere nutzten den sandigen Boden, um sich dort zu vergraben und zu verpuppen.

„Wie auch bei anderen Prozessionsspinnern können die giftführenden Brennhaare der Raupen bei Berührung eine Raupendermatitis - einen juckenden und brennenden Hautausschlag - auslösen“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des LALLF. Empfindliche Menschen reagieren ggf. auch mit Schwindel, bronchitisartigen Anfällen oder möglicherweise einem allergischen Schock.

Bei allergischen Reaktionen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Während die Nachtfalter schlüpfen und davonfliegen, bleiben die Brennhaare im Sand und stellen ggf. weiterhin eine Gefahr für den Menschen dar. „Daher halten Sie sich bitte von derzeit gesperrten Arealen fern“, rät Goltermann.

Die ausgewachsenen Raupen werden bis zu sechs Zentimeter lang und sind an den hellen bis weißen Brennhaaren zu erkennen. Auf der fast schwarzen Grundfärbung tragen sie auf dem Rücken schmale rostrote bis braune, längsovale Abzeichen. Die Brennhaare stehen vom Körper ab und hüllen die Raupen in einen Flaum.

„Wenn Sie behaarte Raupen sehen, die sich prozessionsartig hintereinander weg bewegen, melden Sie es bitte in den Gemeindeverwaltungen. Und: berühren Sie keinesfalls die Tiere! Halten Sie Abstand. Auch Hunde reagieren sehr empfindlich auf die Brennhaare und sollten angeleint geführt und von unbekannten Raupen fern gehalten werden“, ergänzt er.

In Heringsdorf wurden Maßnahmen zur Beobachtung und zur Gewährleistung der Sicherheit für Einheimische und Badegäste eingeleitet.

Hintergrund

Auffällige, weiße Raupen-Gespinstnester in den Kronen und an den Astspitzen von Kiefern weisen auf den Befall durch den Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pinivora) hin. Die Raupen ernähren sich von den Nadeln verschiedener Kiefernarten. Sie ketten sich gezielt aneinander, um für ihre Fressfeinde (Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, Vögel) auszusehen wie eine Schlange. Ein Vorkommen ist in unseren Breitengraden derzeit noch selten. (LALLF)

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