Laimburg: Intensivere Zusammenarbeit mit dem JKI

Ende Mai haben das Julius-Kühn-Institut und das Versuchszentrum Laimburg ihre Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit um weitere fünf Jahre verlängert. Die Zusammenarbeit der beiden Institutionen, etwa bei der Bekämpfung des Apfelwicklers, wird auch der Südtiroler Landwirtschaft zugutekommen.

Laimburg-Direktor Michael Oberhuber und JKI-Präsident Frank Ordon unterzeichnen die Erneuerung der Kooperationsvereinbarung. Bild: Versuchszentrum Laimburg.

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Bereits seit Jahren stehen das Versuchszentrum Laimburg und das Julius-Kühn-Institut (JKI), das deutsche Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, in engem wissenschaftlichem Austausch. Seit 2013 besteht zwischen den beiden Forschungseinrichtungen eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit. Anlässlich eines Besuchs des Präsidenten des JKI, Prof. Dr. Frank Ordon, am Versuchszentrum Laimburg wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Institutionen verlängert, um die Zusammenarbeit zu intensivieren und neue gemeinsame Forschungsinitiativen zum Wohle der Landwirtschaft auf den Weg zu bringen.

„Das Spektrum gemeinsamer Forschungsfragen spannt sich von der Züchtung und Resistenzforschung über die Diagnostik von Schaderregern bis zum integrierten Pflanzenschutz und Pflanzenbau“, erläuterte der Präsident des JKI, Prof. Dr. Frank Ordon, und fügte hinzu. „Die Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft der Zukunft steht, können wir nur im Verbund mit Partnern meistern. Darum freue ich mich, dass das Versuchszentrum Laimburg und das Julius-Kühn-Institut ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren, Ressourcen bündeln und neben gemeinsamen Forschungsvorhaben unter anderem auch gemeinsam den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern werden.“

„Forschung lebt von der Vernetzung, vom Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen und von der gemeinsamen Entwicklung neuer Ideen“, erklärte der Direktor des Versuchszentrums Laimburg, Michael Oberhuber. „Das Julius-Kühn-Institut ist nun schon seit vielen Jahren einer unser wichtigsten Forschungspartner und wir freuen uns diese Zusammenarbeit künftig noch weiter verstärken zu können, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Nur so kann das Versuchszentrum Laimburg seine Mission erfüllen, Lösungen für aktuelle Probleme zu entwickeln, Innovationen in die Südtiroler Landwirtschaft zu bringen und grundlegende Themen mit strategischer Bedeutung für die Landwirtschaft auf lokaler aber auch auf internationaler Ebene anzugehen.“

Auch Südtirols Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler zeigt sich erfreut über die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Julius-Kühn-Institut und dem Versuchszentrum Laimburg. „Die Bedeutung der Forschung wird für die Landwirtschaft in den nächsten Jahren konstant zunehmen. Dabei ist für Sicherstellung unsere bäuerlichen Familienbetriebe die internationale Vernetzung und die Zusammenarbeit mit renommierten Forschungsinstitutionen wie dem Julius-Kühn-Institut von maßgeblicher Relevanz“, so Arnold Schuler.

Langjährige Zusammenarbeit zwischen JKI und Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg und das Julius-Kühn-Institut sind seit vielen Jahren in enger und fruchtbarer Zusammenarbeit verbunden: Im Jahr 2013 wurde eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit geschlossen und nachfolgend verlängert. Der Vorgänger von Prof. Ordon, Prof. Dr. Georg F. Backhaus, stand bis 2018 dem Wissenschaftlichen Beirat des Versuchszentrums Laimburg vor und berät auch heute noch als Mitglied des Beirats das Versuchszentrum Laimburg in wissenschaftlichen Fragen.Im Jahr 2019 wurde der Direktor des Versuchszentrums Laimburg, Michael Oberhuber, in den Wissenschaftlichen Beirat des Julius-Kühn-Instituts berufen.

In der Vergangenheit haben JKI und Versuchszentrum Laimburg im Hinblick auf verschiedene Themen zusammengearbeitet und länderübergreifend Erfahrungen und Erkenntnisse ausgetauscht. Zusammenarbeiten bestanden etwa mit dem Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau (Standort Dossenheim) zum Thema Phytoplasmen, also Bakterien, die verschiedene Pflanzenkrankheiten verursachen. Ein weiterer Themenschwerpunkt, der gemeinsam beleuchtet wurde, waren verschiedene Fragestellungen und Problematiken, die Bienen betreffen. Im März 2019 hatte das Versuchszentrum Laimburg den Leiter des Instituts für Bienenschutz des Julius-Kühn-Instituts (Standort Braunschweig), Dr. Jens Pistorius, eingeladen, um über die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Bienengesundheit zu referieren. Dabei konnten Erfahrungen und Erkenntnisse zu verschiedenen bienenrelevanten Themen ausgetauscht sowie die Situation der Biene in Deutschland und Südtirol verglichen werden.In der Folge war Pistorius auch als Sachverständiger für Bienenthemen nach Südtirol gerufen worden.

Neues Kooperationsprojekt zum Apfelwickler

In einem neuen Kooperationsprojekt wollen JKI und Laimburg nun gemeinsam einen der Hauptschädlinge im Apfelanbau – den Apfelwickler (Carpocapsa pomonella) – genauer untersuchen. Beim Apfelwickler handelt es sich um einen Schmetterling, dessen Raupen im Obstbau bedeutende Schäden verursachen können. Die Raupe des Apfelwicklers frisst sich in die Frucht und dringt bis ins Kerngehäuse vor. Sie ernährt sich sowohl von der Frucht als auch von den Samen (Kernen). Das Versuchszentrum Laimburg beschäftigt sich schon seit geraumer mit dem Apfelwickler und hat in den letzten Jahren viel Forschungskompetenz in diesem Bereich aufgebaut. Die Insektenexperten haben Feldstudien durchgeführt und die Biologie des Schädlings, sein Überwinterungs-, Reproduktions- und Schlüpfverhalten untersucht. „Es ist bekannt, dass der Apfelwickler eine oder mehrere Generationen Nachkommen pro Jahr hervorbringen kann. Wenn er mehrere Generationen macht, wird das zu einem sehr ernstzunehmenden Problem für den Apfelanbau“, erklärt Katrin Janik, Leiterin der Arbeitsgruppe „Funktionelle Genomik“, die das neue Projekt koordinieren wird. „Die Reproduktion des Schädlings hängt nicht nur von klimatischen Faktoren ab, sondern wird auch von seiner Genetik gesteuert. Es ist wichtig diese Faktoren genau zu kennen, um eine effiziente Abwehrstrategie zu entwickeln“.

Im neuen Projekt sollen nun die entomologischen Erkenntnisse des Versuchszentrums Laimburg mit der populationsgenetischen Expertise des JKI zusammengeführt werden, um eine effiziente Strategie zur Bekämpfung des Schädlings zu entwickeln. „Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen des Instituts für biologischen Pflanzenschutz des JKI unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Jehle erhoffen wir uns Rückschlüsse darauf ziehen zu können, ob es möglich ist das Verhalten des Apfelwicklers im Feld vorherzusehen“, erläuterte Janik. Zur Durchführung des Projekts soll eine Doktorandenstelle geschaffen werden, wobei der Nachwuchsforscher / die Nachwuchsforscherin von beiden Institutionen fachlich betreut wird. (Versuchszentrum Laimburg)

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