Klimaschutz: Startschuss für Joint-Venture

Die Stiftung Lebensraum, die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG und die First Climate AG geben die Initiierung eines Joint Ventures bekannt.

Die KlimaHumus-Initiative wird ihren Beitrag zu einer regionalen und effektiven CO2-Senke leisten.

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Das Ziel des gemeinsamen Projektes ist, die Landwirtschaft im Bereich Humusaufbau auf dem Weg zu einer nachhaltigen, regenerativen Bodenbewirtschaftung zu unterstützen. Dazu bietet die neue KlimaHumus-Initiative Trainings- und Bildungsprogramme an, um über den Transfer neuester Erkenntnisse gemeinsam mit der Landwirtschaft Maßnahmen zur verstärkten Humusbildung umzusetzen und die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) zu ermöglichen.

Konstantin Pauly, designierter Geschäftsführer des Joint Ventures, sagt zu diesem Vorhaben: „Gemeinsam mit allen teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten wird die KlimaHumus-Initiative ihren Beitrag zu einer regionalen und effektiven CO2-Senke leisten. Die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse über die regenerative Landwirtschaft wird hierbei als Bildungsauftrag verstanden und ist ein wichtiger Bestandteil des Programms.“

Mithilfe von klimaförderlichen Maßnahmen in der Bodenbewirtschaftung, die durch Schulungen vermittelt werden, kann eine Steigerung des Humusanteils auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen erreicht werden. Eine solche Humuszunahme impliziert eine bessere Bodengesundheit und CO2 wird so der Atmosphäre entzogen – eine der wenigen Möglichkeiten, CO2 dauerhaft zu speichern. Auf Basis von Bodenanalysen vor und nach dem Einsatz der humusfördernden Maßnahmen wird die CO2-Senkenleistung ermittelt und als KlimaHumus-Zertifikat gehandelt werden.

Attraktives Angebot für Landwirte und kompensationswillige Unternehmen

Das Klima-Humus-Gemeinschaftsunternehmen wird die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lebensraum mittels Schulung und Beratung befähigen, Bodenkohlenstoff dauerhaft und mit agronomischem Zusatznutzen aufzubauen. Die Betriebe treten die zertifizierte CO2-Senkenleistung an das Joint Venture ab und profitieren im Gegenzug von einer finanziellen Prämie für den nachweislichen Aufbau von Bodenkohlenstoff. Unternehmen, die sich für den Klimaschutz engagieren möchten, können die Zertifikate über das Joint Venture erwerben und auf diese Weise ihre verbleibenden Treibhausgasemissionen ausgleichen.

Drei Partner mit komplementären Stärken

Die jeweiligen Kompetenzen der einzelnen Joint-Venture-Partner werden in der Kooperation zusammengeführt und ergänzt:

Die Stiftung Lebensraum wird aufbauend auf der gemeinsamen Initiative das „Kompetenzzentrum Boden und regenerative Landnutzung“ betreiben, welches neben Vernetzung, Forschung und Entwicklung zukünftig auch flächendeckend in Deutschland praxisnahe Schulungen für Bodennutzer anbieten wird. Im Kern dieses Kompetenzzentrums steht ein kontinuierlich wachsendes Wissens- und Erfahrungsnetzwerk. Hierdurch wird eine nachhaltige und klimagerechte Landnutzung sowie eine regenerative Bewirtschaftungsweise in der Fläche ermöglicht. Joachim Böttcher als Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Klimaschutz, der Schutz unserer Böden sowie auch die nachhaltige Transformation unserer Landwirtschaft sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem KlimaHumus-Projekt bringen wir alle Akteure im Sinne einer lebenswerten Zukunft zusammen.“

Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) bietet den teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten das erforderliche Equipment, die Betriebsmittel und das Know-how. Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes ist überzeugt: „Die Gründung dieser Initiative ist ein wichtiger Meilenstein für uns, unseren Kundinnen und Kunden mit Beratung und passendem Portfolio bei ihren Unternehmungen hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft zur Seite zu stehen.“ Die Beteiligung an der KlimaHumus-Initiative und alle weiteren Aktivitäten rund um die regenerative Landwirtschaft fasst die RWZ im ambitionierten Projekt „Boden gut machen“ zusammen.

First Climate wird die erzielte CO2-Senkenleistung nach anerkannten Methoden quantifizieren und durch unabhängige Dritte zertifizieren lassen. Sie vermittelt die resultierenden Zertifikate an Käufer des freiwilligen CO2-Marktes, welche damit ihre unvermeidbaren Treibhausgasemissionen kompensieren. Vorstandsmitglied Urs Brodmann: “Die Kompensation unvermeidbarer Emissionen ist ein wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Klimaschutzes moderner Unternehmen. Zertifikate aus dem Aufbau von Bodenkohlenstoff sind im Kompensationsmarkt besonders begehrt, weil sie mit dem langfristigen, globalen Netto-Null-Ziel des Pariser Klimavertrages im Einklang stehen. Das KlimaHumus-Joint-Venture fungiert als Bindeglied zwischen kompensationswilligen Unternehmen und den Landwirten, welche entsprechende Maßnahmen auf ihren landwirtschaftlichen Flächen umsetzen wollen. Sie füllt eine wichtige Lücke und ermöglicht so nachhaltigen und wirtschaftlich effizienten Klimaschutz in Deutschland." (Stiftung Lebensraum)

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