Klasmann-Deilmann: Substratkonzept gegen Trauermückenbefall

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes untersuchten Klasmann-Deilmann und die Universität Osnabrück die Ursachen für den Trauermückenbefall vor allem im Bio-Anbau.

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes untersuchten Klasmann-Deilmann und die Universität Osnabrück die Ursachen für den Trauermückenbefall vor allem im Bio-Anbau. Sie entwickelten ein neues Substratkonzept, das die Trauermückenentwicklung um bis zu 80% reduziert.

Vor allem bei der Kultur von Biotopfkräutern stellen Trauermücken ein zentrales Pflanzenschutzproblem dar. Den Gartenbaubetrieben entstehen hohe Kosten für ihre Bekämpfung mit biologischen Maßnahmen. Das Team des EU-Forschungsprojektes fand heraus, dass dies vor allem an der Zusammensetzung der verwendeten Substrate liegt, die neben Torfrohstoffen auch 20 bis 30% alternative Ausgangsstoffe wie Kompost, Kokos oder Holzfasern sowie feste organische Dünger enthalten. Diese Zusammensetzung bietet den Trauermückenlarven eine geeignete Lebensgrundlage. Insbesondere organische Dünger dienen je nach Zusammensetzung und Struktur als direkte Futterquellen für die Trauermückenlarven.

Im Zuge des Forschungsprojektes wurde die Auswahl der Substratausgangsstoffe dahingehend verändert, dass den Larven ihre natürliche Nahrungsgrundlage entzogen wird. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang ein vollständig gerotteter und abgelagerter Grünkompost, den Klasmann-Deilmann nach RHP-Richtlinien herstellt. Darüber hinaus wurden eine Applikationsmethode sowie eine neuartige Düngerformulierung entwickelt. Diese können Trauermückenlarven kaum noch als Lebensgrundlage nutzen. Bei einer Zusammensetzung aus besonderen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen erzielt dieser Dünger außergewöhnlich gute Resultate nicht nur bei der Unterdrückung von Trauermücken, sondern auch hinsichtlich des Pflanzenwachstums. Die Dünger sind in Ihrer Nährstoffwirkung hoch effizient und zudem reich an speziellen Aminosäuren, die pflanzenstärkend wirken. Vor diesem Hintergrund installierte Klasmann-Deilmann im vergangenen Jahr in zwei der Produktionsstätten spezielle Dosiereinheiten, mit denen die neuen Dünger direkt in die Substrate injiziert werden können.

Interessant ist das neue Substratkonzept vor allem für Betriebe, die Bio-Kräutersubstrate mit einer geringen bis mittleren Grunddüngung einsetzen und mit betrieblicher flüssiger Nachdüngung kombinieren. Überdies zeigen sich weitere Einsatzmöglichkeiten in Gemüseanzuchtsubstraten für empfindliche Kulturen wie Feldsalat. (k-d)

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